Zum Jahreswechsel eine perspektivisch hochinteressante Zusammenarbeit: Die Stiftung Kulturserver in Berlin funktioniert als Full Service Online Agentur für Kulturinstitutionen – und als mitgliederstarkes Netzwerk für Kulturschaffende. Kulturserver entwickelt Datenbanken, Tools und Kommunikations- plattformen für Kulturportale, Opernhäuser und Staatstheater. Unterstützte Projekte im Frühjahr 2012 sind die Neubauten der Websites für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg und die Deutsche Oper Berlin, gemeinsam mit der Agentur für Markenstrategie und Gestaltung Stan Hema.
A short look back into history: Die zeitlos gestaltete und akkurat navigierbare Website des Forum Neues Musiktheater an der Staatsoper Stuttgart 2003 – 2006. Intendanz: Klaus Zehelein. Scripting und Gestaltung: Sebastian Zimmermann. Projektsteuerung und Redaktion: Olaf Bargheer.
A short look back in history: Leitung Unternehmenskommunikation für das Velotaxi Netzwerk 2005/2006. Die 1996 in Berlin gegründete Velotaxi GmbH ist Vorreiter für ein mittlerweile in 40 Städten in 17 Ländern eingesetztes urbanes Transportsystem und Werbemittel. Ein eigeninitiatives Start Up und “eine Innovation, die wir gern von der Hauptstadt Deutschlands aus in andere Metropolen weitergeben.” (Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister). PR-Kampagnen und Events in Zusammenarbeit mit Save the Children, Puma, Hertha BSC, Designmai, Berlin Partner, Semperoper Dresden, Hans Otto Theater Potsdam, Berlinizer, FIFA Fussball WM 2006. Messeauftritte, Produktentwicklung, Lizenzgeschäft, Kooperationspartnertage und Saisonstarts in Berlin, Potsdam und Dresden.
Pressearbeit und Markenberatung zum Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater. Preisverleihung und Gala am 24.10.2011 im Altonaer Theater. Konzeption einer Podcast-Serie zur Vorstellung der zwölf Preisträger in den Kategorien “Herausragende Inszenierung”, “Bühenbild”, “Herausragender Darsteller”, “Herausragende Darstellerin”.
Zum Spielzeitstart im September 2011 erscheint das neu aufgelegte Magazin des Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Es nennt sich »Hawaii«. Aus dem Editorial: »Hawaii liegt knapp 4.000 Kilometer vom amerikanischen Festland entfernt, ein abgelegener, fantastisch aufgeladener Ort, der geografisch der Inselwelt Australiens zugeordnet wird und dennoch der 50. Bundesstaat der USA ist. Irgendwie und irgendwo – eine reale Projektionsfläche. In diesem Spannungsfeld sucht sich das neue Magazin zu verankern: Große theatrale Stoffe der Weltliteratur stehen neben großen lokalen, stadtrelevanten Themen.« Redaktion: Christoph Twickel. Gestaltung: Andreas Hohmann. Format: Planopak A2 zweifach gefalzt auf A4.
Redaktion und Formatentwicklung für die Facebook Fanpage der Hamburger Theaternacht: Gewinnspiele, User-Einbindung, Interviews, Bildstrecken, Podcasts und Special Info, die im Vorfeld der Veranstaltung exklusiv über die Facebook Gruppe kommuniziert wurde.
Stärker als jede einzelne Bühne der Hansestadt setzt die Hamburger Theaternacht auf digitale Medien, um ihren Besuchern auf dem Parcours durch 40 Theater den größtmöglichen Service an die Seite zu stellen. Folgerichtig launchen die Veranstalter eine Woche vor der Hamburger Theaternacht 2011 eine eigene App – und sprachen vorab mit Felix Pace von der Hamburger Guerilla- & Online-Marketing Agentur Subliminal Society, die gemeinsam mit den Programmierern von YU:AR die Application auf den Weg gebracht hat.
Gleich zum Auftakt der neuen Spielzeit bündeln 40 Hamburger Theater ihr Programm und veranstalten am Samstag, 10. September 2011, die 8. Hamburger Theaternacht. Nach 7 erfolg- und ereignisreichen Jahren verspricht das künstlerische Programm und das ausgeklügelte, besucherfreundliche System aus 50 Shuttlebussen und 8 Alsterschiffen ein Erlebnis für die Besucher der Hamburger Theaternacht 2011 zu werden – und ein früher Höhepunkt der neuen Kultursaison kurz nach der Sommerpause.
Konzeption und Launch eines eigenständigen Schauspielhaus Blog, der parallel zur statischen Website Einblicke in die Produktionen und Sichtweisen des Stadttheaters vermittelt: produktionsbegleitende Essays und Interviews, Einmischungen in aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Fragestellungen der Stadt, Kampagnendokumentation, Bildstrecken und Podcasts aus dem Produktionsbetrieb Theater. Neben einer festen Redaktion aus Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit publizieren die “Theaterscouts” eigenständige Beiträge: eine Gruppe von unabhängig operierenden Journalismus- und Kulturwissenschafts-Studenten. Launch des WordPress-CMS-Blogs im März 2011. Permanente Verzahnung mit der statischen Website des Schauspielhauses und der mitgliederstarken Facebook-Fanpage.
Schauspielhaus Case Study “Publikumspreis” Just wenn sich eine Spielzeit dem Ende nähert und die Mediaplanung für die Produktionen abgeschlossen ist, funktionieren Publikumseinbindungen wie diese beiden Facebook-Awards: “Der Große Schauspielhaus Publikumspreis” sucht die beliebtesten und vielbesprochendsten Produktionen der Spielzeit 2010/2011 in fünf Kategorien. Eine Woche später stehen die prägendsten Plakatmotive der Spielzeit zur Wahl.
Schauspielhaus Case Study “Planet Schauspielhaus – Ein Fest für das Junge Schauspielhaus” am 23.01.2011 Postkartenedition mit 6 Motiven. Distribution über Displays und Guerilla Platzierung im öffentlichen Raum. Stencils mit wasserlöslicher Farbe. Online-Dokumentation mit Bildstrecken über Facebook und Blog. Like-Buttons wählen das beliebteste der 6 Motive und kommentieren die Platzierung auf der Strasse. 4 Virals à 3 Minuten mit dem “Haifisch-Miniclub” zur Bewerbung der “Planet Schauspielhaus” Veranstaltung: “Was ist eigentlich ein Regisseur?”, “Was macht eigentlich ein Schauspieler?”, “Woher kommt der Applaus?”, “Was ist eigentlich ein Bühnenbild?”.
Schauspielhaus Case Study “Kir Loyal” Viral mit Achim Buch als Franz Xaver Kroetz / Baby Schimmerlos zur “Kir Loyal” Gala am Schauspielhaus am 22.01.2011. Ein Herzensbekenntnis von Freunden, Kollegen und Wegbegleitern an das Schauspielhaus. “Das Schauspielhaus ist eine stadtbekannte Nase, die endlich wieder in den Wind gehört. Es muss eine öffentliche Grünfläche sein, auf der für alle Grillen erlaubt ist.” (Jacques Palminger in der Pressekonferenz zur Gala).
Plakatedition und Trailer zur Schauspielhaus Spielzeiteröffnung 2010/2011. Gold Case der Hamburger Kommunikationsagentur Leagas Delaney. Vielfach prämiert und ausgezeichnet beim Art Director’s Club ADC, bei den Cannes Lions und bei den Radio Stars 2011.
Schauspielhaus Case Study “Max Goldt” Facebook-Gewinnspiel zur Max-Goldt-Lesung am Schauspielhaus mit einer Flut von Zitat-Einsendungen und Jury-Preisvergabe:
Nach zwölf Monaten endet die Redaktion für die Website des deutsch-türkischen Reiseanbieters SunExpress. Rund um das Kulturhauptstadtjahr 2010 in Istanbul entstanden 120 Reportagen zu türkischer Kulturgeschichte, Gegenwartskultur und Tourismusbranche. Dieser Blogpost gibt eine Übersicht und bündelt die einzelnen Beiträge in den Ressorts Kulturhauptstadt Spezial, Kulturgeschichte, Sport, Musik, Literatur, Film, Kulinarisches und Reisetipps. Die vollständigen Reportagen finden sich im Reiseteil der SunExpress Website.
Online-Video-Teaser und Podcast-Serie vom CYNETART Festival für computergestützte Kunst in Dresden. Seit 14 Jahren bildet das Festival den Kristallisationspunkt der Forschungsarbeit an der Trans-Media-Akademie Hellerau. Eine Arbeit, die das Festival zu einer deutschlandweit und international geschätzten Plattform der digitalen Kultur entwickelt hat und einen profunden Überblick über gegenwärtige Entwicklungen in der technologiebasierten Kunst verschafft. Seit der Gründung 1997 bringt die CYNETART jährlich im November eine vitale Szene von kreativen Programmierern, kunstfertigen Ingenieuren, innovativen Soundtüftlern und originellen Medienkünstlern aus aller Welt zusammen und stellt aktuelle Tendenzen in den künstlerischen Auseinandersetzungen und Anwendungen neuer Computer- und Netztechnologien vor.
Gespräch von Olaf Bargheer mit dem Regisseur Luk Perceval und den Dramaturgen Tarun Kade und Jochen Strauch für das Theaterressort des DARE Magazins “Multitasking Overflow”
So ein DARE Themenschwerpunkt scheint eine stabile Angelegenheit, aber er wird, kaum beschlossen, im Folgehalbjahr erodiert, bis er ausgehöhlt ist wie ein jugoslawischer Karstkegel. Über Regietheater müsse geschrieben werden, beschlossen wir im Mai, über Medieneinsatz und Medienverständnis von Regisseuren und Dramaturgen, über die Aussagekraft des Theaters in einer Gesellschaft, die Information und Meinungsbildung über Kanäle bezieht, die weiß Gott visuell stärker, schneller und roher daherkommen als ein Bühnenstück.
Unsere Redaktionssitzungen mit dem Regisseur Luk Perceval, dem Dramaturgen Tarun Kade und dem Kommunikationsstrategen Jochen Strauch fielen in den Hochsommer. Brüllende Hitze, keiner trug Schuhe. Wir erinnern uns an die Nachmittage, weil im Hintergrund die WM lief: Portugal zerlegte Nordkorea 7 zu 1. Spanien und die Niederlande standen im WM-Finale. Selbst Luk Perceval, immerhin Belgier, hielt es mit den Holländern, weil auch ihm das spanische Kurzpassspiel zu abgezockt erschein. Noch am Nachmittag fuhr er – es war der Beginn der Spielzeitferien – auf sein Boot, die “Ilonda”, die an einem Ostseehafen vertäut lag. Man saß auf gepackten Koffern, war irgendwie auf dem Sprung und musste noch substantielle Einschätzungen zum Regietheater abgeben. Jochen Strauch: Capri. Tarun Kade: New York. Der Autor nahm die Gesprächsnotizen mit nach Lissabon.
Editorial zur Oktober 2010 Ausgabe des DARE Magazin “Multitasking Overflow” Als „Phantom Vibration Syndrome“ verstehen die Kognitionswissenschaften den Irrglauben, ein nicht vorhandenes, mobiles Kommunikationsendgerät vibriere in der Hosentasche. Obwohl nur ein belächeltes Nebenprodukt, wurde es zum Quasi-Symbol für unsere beständige Alarmbereitschaft, resultierend aus der Notwendigkeit immer erreichbar zu sein. „Wir leben in einer Welt“, wusste Johannes Rau schon in seiner Antrittsrede als Bundespräsident 1999 zu sagen, „in der wir von allem den Preis, aber nur von wenigem den Wert kennen.“ Die Masse der uns in der besagten Hosentasche zur Verfügung stehenden, zersplitterten Information ist enorm – aus all dem so etwas wie eine konsistente Weltsicht abzuleiten scheint heute unmöglicher denn je.
Die Anfrage weckte den Sportsgeist: Eine Woche vor Festivalstart wurde der scoop think tank ins krisengeschüttelte Deutsche Schauspielhaus geladen um einen Workshop zum Online-Kulturjournalismus zu konzipieren. Das viertägige Theatertreffen »Herzrasen« lud nicht nur Produktionen zum Thema »60+« auf die Bühne, theaterinteressierte Ü60er waren auch eingeladen, sich in den Workshops mit Neues Medien und journalistischem Arbeiten vertraut zu machen. Aus dem viertägigen Projekt heraus ist ein Festivalblog mit dem einen und anderen tragfähigen Reaktionsformat entstanden – im besten Fall ein Kick-off für eine permanente schauspielhauseigene Online-Redaktion, die den Produktionsbetrieb Theater in Bildstrecken, Interviews und Portraits dokumentiert. Dann auch in visuell hochwertigerer Form – die Website des »Herzrasen« Theatertreffens wurde in die Plattform theaterblogs.de integriert. Das platzierte die Artikel in ein vorhandenes, starkes Umfeld, ließ allerdings nur eine sehr limitierte Gestaltung zu – die Version des von theaterblogs.de verwendeten WordPress-CMS hat zugegebenermaßen reichlich antiquarischen Charakter.
Schön zu lesen, dass es für diesen Job mittlerweile ebensoviele Berufsbezeichnungen gibt wie unklare Aufgabenprofile: Vor zwei Jahren sprach man etwas ungenau von Conversational Marketing Planern, Kommunikationsagenturen führen heute Social Media Konzeptioner, Verlagshäuser wie Gruner & Jahr beschäftigen seit geraumer Zeit Community Manager. Die Zeit stellt das Berufsbild vor und empfiehlt Nachwuchsförderung:
“Noch immer ist allerdings unklar, was genau ein Community Manager überhaupt macht. »Im Moment gelten wir in den Unternehmen noch als Exoten, als Online-Freaks oder Web-2.0-Typen«, sagt Karsten Wenzlaff. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie man digitale Jobs zu Lehrberufen machen kann. Der Community Manager vom Berliner Vorwärts-Verlag hat eine Agentur namens Ikosom gegründet, die sich wissenschaftlich mit sozialen Medien auseinandersetzt. »Ich glaube, dass der Social Media Bereich sehr profitieren könnte, wenn er als richtiges Berufsfeld etabliert würde«, sagt Wenzlaff. Auch die nötigen Wissensgrundlagen muss sich jeder Community Manager zurzeit noch selbst aneignen: Wie schnell sollte man auf Diskussionen im Netz reagieren? Wann muss man eingreifen? Welche juristischen Grenzen müssen beachtet werden? Bei den Medien sei man sich längst bewusst, wie wichtig die Einbindung der Leser in den redaktionellen Prozess sei. Doch es werde noch viel probiert und experimentiert. Von einem festen Anforderungsprofil an die Social Media Mitarbeiter könne nicht die Rede sein.”
Social Media Marketing made by Schwarzen Schafen: Wenn die Faktenlage sich als stichhaltig erweist, haben wir hier einen klassischen Fall, wie Unternehmen Soziale Netzwerke und Verbraucherforen nutzen, um mit verschleierter Absenderschaft Produkte zu lancieren. So wie sich die Sachlage liest, hat die Herstellerfirma des Tablet-Computers WeTab das Online-Forum von Amazon mit Produktbewertungen bestückt, die selbstredend lobende Kaufempfehlungen sind und so formuliert wurden, als seien sie unabhängige User-Bewertungen. Worst Case. Mit welch leicht durchschaubarer Verschleierung dies vorgenommen wurde und durch welchen Flüchtigkeitsfehler die Sache aufflog, beschreibt die Redaktion Netzkultur des Spiegel.
“Vermag das Theater noch Impulse zu geben?” Vorbereitender Auftaktartikel für das DARE Magazin Oktober 2010 mit einem Schwerpunktinterview zum Selbstverständnis des Theaters im digitalen Kommunikationsflow.
Ehrungen sind eigentlich ein ganz und gar unpassender Rahmen für das Lostreten einer kritischen Diskussion. Eine Preisverleihung an die große Schauspielerin Jutta Lampe geriet im Mai 2010 zum Anlass für eine leidenschaftlich geführte Generaldebatte zur Qualität und Bedeutung der heutigen Theaterlandschaft. Der Schriftsteller und Dramatiker Botho Strauß, der zu Beginn der 70er Jahre unter Peter Stein an der Berliner Schaubühne dramaturgische Meriten erwarb, veröffentlichte seine Laudatio an Jutta Lampe in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 17.05.2010. Der Text liest sich über einige Strecken als Laudatio, die meisten anderen Passagen, die Botho Strauß als eine Art Beweisführung für die Qualität der Schauspielerin dienen, lesen sich als generelle Abrechnung mit dem heutigen Theater.