We’ll create wow! moments

Reportage über die Batsheva Dance Company Tel Aviv und den israelischen Choreografen Ohad Naharin, der im Mai 2014 mit der Company des Leipziger Balletts sein Stück »Decadance« auf die Bühne der Oper Leipzig bringen wird. Ein Dossier von Olaf Bargheer für das »Dreiklang« Magazin und das Programmheft der Oper Leipzig.

2014 hat das Leipziger Ballett einen international anerkannten Gastchoreografen eingeladen: Im Sommer wird Ohad Naharin nach Leipzig kommen und mit Mario Schröders Company »Decadance« entwickeln. Einen intensiven und herausfordernden Ballettabend, der Tänzern und Zuschauern eine vollkommen neue Bewegungssprache nahebringen wird. Was ist dieser Ohad Naharin für ein Mann, von dem die New York Times schreibt, er sei »one of the most important choreographers in the world«, den das Dance Magazine als »today’s most widely worshiped guru of modern dance« bezeichnet?

Naharin, 1952 in einem israelischen Kibbutz geboren, studierte bei Martha Graham an der American Dance School in New York und führt seit 25 Jahren die Batsheva Dance Company in Tel Aviv. Der international arbeitende Globetrotter steht wie kein anderer für einen Bewegungsduktus, der die Tanzszene Israels ausmacht. Mit Basheva hat Naharin weltweite Erfolge gefeiert und eine unverwechselbare, ästhetisch revolutionäre choreographische Handschrift ausgeformt.

»Choreographing is having the privilege to be clear and articulate without the need to explain«

Dennoch begegnet Naharin jedem neuen Projekt mit Neugierde und einem geradezu jugendlichen Sinn für Abenteuer – Abenteuerreisen, zu denen er gemeinsam mit innovativen Musikern und zeitgenössischen Künstlern aufbricht und die ohne Berührungsängste Dean Martin und Marusha zusammenbringen, Vivaldi und Klezmer, Brian Eno und Tangomusik. Naharin macht in der Arbeit mit den Tänzern keinen Unterschied zwischen Bühne oder Straße, zwischen Modern oder Klassisch, zwischen Hip Hop oder Ballett. Er möchte diese Begriffe aufheben, wirft bei der Entwicklung eines neuen Stückes unterschiedlichste Formen, Ästhetiken und Themen in eine »Black Box« und lässt daraus Tanz entstehen.

»A happy moment is a moment of discovery«

»Ein glücklicher Moment ist immer ein Moment, in dem man etwas entdeckt« hat er in einem Interview mit seinem Freund, dem Filmemacher Tomer Heymann einmal erzählt. Heymann hat in diesem Jahr einen Dokumentarfilm über Naharin fertiggestellt, der mit Crowdfunding finanziert wurde und auf YouTube von vielen Weggefährten beworben wurde. Die Schauspielerin Natalie Portman erinnert sich im Making of an den Rat, den ihr Naharin vor Drehbeginn ihres Films »Black Swan« am Telefon gab: »Always keep remembering to find the pleasure in the pain«.

Man kann ihn sich gut vorstellen bei diesem nächtlichen Telefonat zwischen Tel Aviv und Los Angeles, diesen markanten Mann, der in diesem Jahr 62 wird und immer noch aussieht wie Mitte 40, der pointierte Sätze spricht mit einer einnehmenden Stimme und dabei seine kräftigen Hände in sehr feinen Bewegungen führt. Ein Macher, von dem eine quecksilbrige Nervosität ausgeht, der seiner Branche bisweilen meilenweit voraus ist. Seine zweite Ehefrau ist Tänzerin in der Batsheva Dance Company und 30 Jahre jünger als er. Er schlafe besser, wenn er an einer Choreografie arbeite, sagt er, es macht, dass er sich sexy fühlt.

»It’s about making the body listen«

Menschen und Tänzer könnten unglaubliche Dinge mit ihrem Körper anstellen, aber sie müssten zuerst in ihn hinein hören. Auf seinen Körper zu hören habe ihm immer sinnvoller erschienen als diesem vorzuschreiben, was er zu tun habe, schreibt Naharin in einem Essay für das Dance Magazine. Die tänzerische Qualität weniger aus der reinen Körperbeherrschung heraus zu erarbeiten denn aus der individuellen Bewegungserfahrung, diese Sichtweise gibt er seinen Tänzern weiter – und hat dafür die Spiegel im Ballettsaal zuhängen lassen und eine eigene Trainingsmethode entwickelt: Gaga.

»Nimm diese Idee und lass deinen Körper daraus die Bewegung machen, die aus ihm herauskommt.« Um die Individualität der Bewegung geht es bei Gaga. Um die Durchlässigkeit für Empfindungen, das Bewusstsein der Verletzlichkeit. Und um Freude. Die wird erlebbar in der Explosivität und ungeheuren Kraft von Ohad Naharins Choreografien, die mit der Spannung zwischen Dehnung und Ausbruch von körperlicher Energie arbeiten.

»We have to find a connection to our sensuality«

»Wenn wir Gaga trainieren, sind wir sind uns der Zusammengehörigkeit von Anstrengung und Glücksgefühl bewusst. Wir sind uns der Distanz zwischen einzelnen Körperteilen bewusst. Wir spüren das Gewicht unserer Körperteile, ahnen aber, dass sie nicht der Schwerkraft unterliegen müssen. Wir wissen um die Anspannung, die uns hemmt. Wir wissen, wir müssen loslassen um wirkliche Bewegung und wirkliches Leben zu spüren. Wir drehen die Lautstärke höher um in unseren Körper hinein zu hören. Wir wissen kleine Gesten zu schätzen, wir trauen uns albern zu sein, über uns selbst zu lachen. Wir lassen uns viel Zeit, gerade wenn wir uns schnell bewegen. Wir lernen unseren Schweiß zu lieben, unsere Leidenschaft zu entdecken, unsere Vorstellungskraft und das Tier, das versteckt in uns schlummert. Wir werden feinsinnig, wir fühlen einen Groove, geraten in einen Flow, bei dem wir gleichzeitig ruhig und wachsam sind, bereit für die nächste Explosion. Wir sind gemeinsam mit vielen im Raum und wissen: Wir müssen nicht das Zentrum sein. Wir sind verbunden mit einem Gespür für die Unendlichkeit der Möglichkeiten.«

Olaf Bargheer Editorial für das Programmheft

Als wir über die Inhalte dieses Programheftes berieten, schickte Ohad Naharin uns eine E-Mail aus Tel Aviv: »Dear Olaf. I have chosen not to write specifics about Decadance since it is part of a program people read just before they see the show. Best. Ohad.« Wir fanden das einleuchtend: Warum szenische Beschreibungen in ein Programmheft nehmen, das man liest, bevor die Vorstellung startet. Beschreibend über eine Choreografie zu schreiben verstellt bloß die Sichtweise. Interessanter erschien uns, herauszuarbeiten, aus welchem Erfahrungsschatz, aus welchem Selbstverständnis heraus Ohad Naharins sehr spezielle Art der Choreografie entspringt. Die Betrachtungen dieses Programmheftes finden Ergänzung durch eine Reportage über die Batsheva Dance Company, ihren Direktor Ohad Naharin und seine Gaga Trainingsmethode, erschienen im April 2014 in der siebten Ausgabe des »Dreiklang« Magazins der Oper Leipzig.

Ohad Naharin – Notationen zur bevorstehenden Premiere

Tel Aviv. Erster Mai. Zwei Wochen bis zur Leipziger Premiere von »Decadance«. Mario Schröders Tänzer arbeiten fieberhaft mit meinen Assistenten Rachael Osborne und Erez Zohar im Ballettsaal. Ich sitze unterdessen in meinem Arbeitszimmer in Tel Aviv, mein Flugticket auf dem Schreibtisch, und warte darauf, für die Hauptprobenwoche zur Company zu stoßen. Ich freue mich auf die Begegnung mit den Leipziger Tänzern, darauf, Zeit mit ihnen zu verbringen. Noch kenne ich keinen von ihnen. Ich kenne auch Leipzig und sein Opernhaus nicht, kenne nicht die Größe und die Anmutung des Ballettstudios, der Bühne, des Zuschauersaals. Dennoch teilen wir bereits jetzt etwas ungemein Großes: die gemeinsame Liebe zum Tanz. Die Reflektion darüber. Die Sichtweisen, Ideen, Entdeckungen und Überraschungen.

Die Tänzer müssen eine Menge neuer Schritte lernen für »Decadance«. Dennoch sind nicht die Schritte das Entscheidende. Das Entscheidende ist: Auf den Körper zu hören bevor man ihm sagt, was er tun soll. Wir brauchen dafür keine Spiegel im Ballettsaal. Um eine neue Sichtweise auf den Raum zu bekommen, müssen wir lernen, eine enge Verbindung mit den Möglichkeiten unseres Körpers einzugehen anstatt ihn im Spiegel abzugleichen. Ich habe noch mit keinem von ihnen gesprochen und weiß dennoch bereits hier in Tel Aviv ganz genau, dass wir in dieser Sache übereinstimmen: um ein Gespür für unsere explosive Kraft zu entwickeln, müssen wir zunächst ein Gespür für unsere Zartheit zulassen, müssen durchlässig werden, feinfühlig und verständnisvoll.

Wir müssen realisieren, dass es im Tanz um die kleinen Gesten geht. Dass es um Leichtigkeit geht, darum, über uns selber schmunzeln zu können. Als Tänzer müssen wir unsere Fähigkeiten mit Leidenschaft und Imaginationskraft kombinieren. Müssen eine Balance aus Überdrehtheit und Understatement finden. Schwächen zulassen. Bei aller Anstrengung die Freude nicht verlieren. Neue Verhaltensweisen annehmen und alte ablegen. Den Blick offen halten für bessere Methoden. Zufrieden damit sein, alte, nicht länger angebrachte Methoden ad acta zu legen. Die Tänzer des Leipziger Balletts und ich sind uns bewusst – obwohl wir uns kommende Woche erst kennenlernen – dass wir alle weit davon entfernt sind, perfekt zu sein – aber dennoch in der Lage sind, gemeinsam etwas ganz großartiges auf die Bühne zu bringen.

Tyler GalsterTänzer / USA

»Ohad Naharin’s style of movement is very unique, something very different to traditional ballet. There is less focus on lines and stretching feet and more on the quality of the movement. It is about feeling the space and being aware of how your body is moving through space.

Learning Ohad Naharin’s work a dancer must have an open mind and be completely comfortable in moving in different ways. Self confidence is very important for his work and I believe this is why all rehearsal and gaga trainings are done with no mirrors. This way a dancer can focus on how the movement feels and less on how it looks. The ballet masters from Batsheva are always telling us: Make your self available. To me this means connecting your body and mind. Being aware of your body makes it possible to move in any way, at any moment.

Rehearsing Ohad Naharin’s work and also gaga training has definitely changed the way I move and the way my body feels. I feel it has given me a more relaxed sensation in my movement, softer muscles and more fluid joints. What I have learned from this process I will bring with me in other ballets I dance.«

Robert PhillipsTänzer / Großbritannien

»Die Bewegung, die Kraft kommt in Ohad Naharins Choreografie immer aus der Mitte, aus dem Zentrum des Körpers. Die Gelenke, die Arme und die Beine folgen eher ihren natürlichen Bewegungen. Spannung und Explosivität kommen aus der Konzentration, der Geschwindigkeit und dem Moment der Überraschung. Wenn ich eine direkte, unmittelbare Beziehung zur Choreografie habe, spüre ich mehr, investiere ich automatisch mehr. Das kann ausgelöst sein von der Musik, vom Bewegungsvokabular, von Sinnlichkeit, Präzision oder von der Herausforderung, an meine physischen Grenzen zu gehen.«

Bjarte Emil Wedervang BrulandTänzer / Norwegen

»Ohad Naharin’s style is a very physical style. A challenging physical style. Everything is available. Be open for everything. That is the mantra of gaga training: Use every opportunities that you have. His choreographies don’t produce given, pre-defined pictures. They are open in a way that the result is achieved by the collaboration of individual dancers. We are in a way connecting and floating together. This has to a certain extend already been achieved during the rehearsals. Some other parts are for sure still under construction, ten days before the premiere.«

Ohad Naharin über seine Trainingsmethode Gaga

»Wenn wir Gaga trainieren, sind wir sind uns der Zusammengehörigkeit von Anstrengung und Glücksgefühl bewusst. Wir sind uns der Distanz zwischen einzelnen Körperteilen bewusst. Wir spüren das Gewicht unserer Körperteile, ahnen aber, dass sie nicht der Schwerkraft unterliegen müssen. Wir wissen um die Anspannung, die uns hemmt. Wir wissen, wir müssen loslassen um wirkliche Bewegung und wirkliches Leben zu spüren. Wir drehen die Lautstärke höher um in unseren Körper hinein zu hören. Wir wissen kleine Gesten zu schätzen, wir trauen uns albern zu sein, über uns selbst zu lachen. Wir lassen uns viel Zeit, gerade wenn wir uns schnell bewegen. Wir lernen unseren Schweiß zu lieben, unsere Leidenschaft zu entdecken, unsere Vorstellungskraft und das Tier, das versteckt in uns schlummert. Wir werden feinsinnig, wir fühlen einen Groove, geraten in einen Flow, bei dem wir gleichzeitig ruhig und wachsam sind, bereit für die nächste Explosion. Wir sind gemeinsam mit vielen im Raum und wissen: Wir müssen nicht das Zentrum sein. Wir sind verbunden mit einem Gespür für die Unendlichkeit der Möglichkeiten.«

»We are aware of the connection between effort and pleasure. We sense the weight of our body parts, yet, our form is not shaped by gravity. We are aware of where we hold unnecessary tension, we let go only to bring life and efficient movement to where we let go. We are turning on the volume of listening to our body, we appreciate small gestures, we are measuring and playing with the texture of our flesh and skin, we might be silly, we can laugh at ourselves. We learn to appreciate understatement and exaggeration. We become more delicate and we recognize the importance of the flow of energy and information through our body in all directions. We are aware of people in the room and we realize that we are not in the center of it all. We become more aware of our form since we never look at ourselves in a mirror. We connect to the sense of the endlessness of possibilities. We explore multi-dimensional movement, we enjoy the burning sensation in our muscles, we are aware of our explosive power and sometimes we use it. We change our movement habits by finding new ones, we can be calm and alert at once. We become available …«

Mario Schröder studiert seinen »Chaplin« an der Staatsoper Hannover ein, im Frühjahr 2014. Er castet Sänger und Schauspieler für die »West Side Story«. Bereitet Bauproben für »Rachmaninow« und »Othello« vor und plant die Spielzeit 2015/2016. Ein Gespräch darüber, wie es sich anfühlt, Ohad Naharin den Ballettsaal und die Company zu überlassen und selber am Schreibtisch zu sitzen während nebenan geprobt wird.

> Wie fühlt sich das an für einen Chefchoreografen?
< Ich spüre, dass sich für die Company und mich selber eine gewisse Balance einstellt. Für die Tänzer ist es ganz wichtig, mit unterschiedlichen Künstlern zusammen zu arbeiten, zumal der Tanz so viele Möglichkeiten, so viele Farben anzubieten hat. Je mehr ein Ensemble davon aufnimmt, desto besser. Ich merke, dass wir dabei sind, erneut einen Schritt nach vorne zu machen, uns weiter zu entwickeln, einen neuen Raum für das Leipziger Ballett zu öffnen.

> Ist ein bisschen so, als überließest du deine Kinder für eine Weile einem anderen.
< Ja, natürlich schaut man ob die Arbeit gut läuft und wie sich die Tänzer verhalten. Ob sie die Probenarbeit gut aufnehmen, mit dem Material umgehen können, Spaß daran haben, eine positive Energie entwickeln und das Stück zu ihrem eigenen zu machen. Die Entscheidung für einen Gastchoreografen ist auf beiden Seiten ein großer Vertrauensvorschuss. Die Hoffnung ist, dass sich die Qualität der Geschichten des Gastchoreografen auf die Company überträgt.

> Ist das Engagement von Ohad Naharin ein Coup für Leipzig und für die Leipziger Company?
< Mit der Einladung ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe begründet worden. Hier der international für seine Choreografien gefeierte Globetrotter und Companydirektor, dort das in den vergangenen Jahren technisch und charak- terlich gereifte Ensemble des Leipziger Balletts. Beide bringen ihre eigenen Geschichten mit, haben viel zu erzählen. Die Entscheidung, Ohad Naharin hierher nach Leipzig zu holen war mit einer klaren Absicht verbunden.

> Was führte zu der Entscheidung für Ohad Naharin, bei der Planung deiner vierten Spielzeit an der Oper Leipzig?
< Die Idee war, einen hervorragenden Choreografen zu präsentieren, der eine ganz eigenständige Sprache entwickelt hat und in dieser Sprache ganz authentisch ist. Ohad Naharin repräsentiert wie kaum ein anderer die Kultur und die tänzerische Ästhetik Israels. Er ist in Leipzig bisher wenig bekannt, hat hier nie mit seiner Company gastiert. Wäre toll, wenn er jetzt gemeinsam mit dem Leipziger Ballett unser Publikum so begeistert, wie die Batsheva Dance Company mich mit seinen Arbeiten vor zwanzig Jahren begeistert hat.

> Wie kam es zu deiner ersten Begegnung mit Ohad Naharin und der Batsheva Dance Company?
< Mein erstes Erlebnis mit Batsheva hatte ich, da war ich ganz frisch als junger Tänzer in Leipzig engagiert. Ich bin nach Weimar gefahren und habe dort zum ersten Mal die Batsheva Dance Company mit einem Stück von Ohad Naharin gesehen, das hat mich unglaublich angefixt und berührt. Ich habe dort etwas entdeckt, das mich als Tänzer, als Choreograf und als selbstreflektierenden Künstler angesprochen hat: diese ganz eigene, kraftvolle Sprache und Intensität, die ich zuvor von meiner Ausbildung an der Palucca Schule her kannte. Es war ganz anders als der Palucca Stil, aber es ergaben sich auch ganz deutliche Parallelen: im Entwickeln einer eigenen Identität im Tanz, in dem in-sich-hineinhören, dem Spaß, der Möglichkeit, mit dem Tanz über das Leben zu erzählen.

> Tyler Galster hat davon erzählt, Naharins entscheidender Auftrag vor Beginn der Proben im Ballettstudio sei: »Make yourself available. Du musst dich der Choreografie und der Bewegung offen zur Verfügung stellen«.
< Das ist, worum es geht, bei Gret Palucca, später bei Martha Graham und auch bei Ohad Naharin: Es gibt für jede Bewegung eine Motivation, die kann emotional begründet sein oder aus einem Reflex heraus kommen oder aus dem Intellekt geführt sein. Dieses Gespür muss man entwickeln, für diese Motivation muss man offen sein.

> Das ist eine große choreografische Spannweite, die das Leipziger Ensemble in dieser Spielzeit ausbreitet: Einflüsse von Palucca, Scholz, Schröder und nun Ohad Naharin. Was zeigt diese Reichweite der tänzerischen Ausdrucksformen? Dass die Company dieses Niveau, diese Klaviatur mittlerweile beherrscht?
< Das steht außer Frage – man lernt aber auch nie aus. Es ist uns in allen Arbeiten ein Anliegen, dem Publikum trotz der großen stilistischen Bandbreite die Verbundenheit dieser Ausdrucksformen aufzuzeigen. Sie sind verbunden durch den Künstler, der sie auf der Bühne zeigt. Durch die Aneignung, durch das sich-zu-eigen-machen. Durch die eigene Tradition, die eigene Kultur und den eigenen Erfahrungshintergrund, den jeder unserer Tänzer mitbringt. Die Heterogenität der Company kommt hier voll zum Ausdruck. Der eine fühlt sich in dieser Sprache mehr zu Hause, der andere in jener. Durch die Auseinandersetzung mit ganz unterschiedlichen Choreografien kommt es im besten 14 Fall zu einer Rückkopplung, zu einer Befragung der eigenen Identität. Das Leipziger Ballett ist in seiner jetzigen Zusammensetzung prädestiniert für eine Splittung zwischen verschiedenen choreografischen Stilen. Ich bemerke da ganz deutlich eine Weiterentwicklung, eine Öffnung des Ensembles aus technisch sehr hohem Niveau.

> Ist das Leipziger Publikum bereit für Ohad Naharin?
< Die Offenheit ist da. Und auch eine gewisse Erwartungshaltung. Eine Erwartung, die ich immer habe wenn ich mit etwas neuem in Kontakt trete. Entscheidend ist: Wie frei bin ich, wie offen bin ich in meiner Erwartungshaltung? Wie weit lasse ich mich von dem, was ich vorab lese, was ich zur Premiere auf der Bühne sehe, inspirieren? Der erste Punkt bei einer Erwartung sollte sein, bereit zu sein für etwas Neues.

> Kann die Begegnung mit Ohad Naharins Stil für das Publikum ebenso eine Weiterentwicklung der Sehgewohnheiten sein wie für die Tänzer?
< Ohad Naharins Sprache ist eine sehr intensive, eine sehr von Emotionen gefüllte Sprache. Diese Emotion und Intensität wird sich auf das Publikum übertragen. Mir gefällt die Idee, über die Einladung eines Gastchoreografen auch gleichzeitig einen Kulturaustausch anzustoßen, einen Dialog zu starten. Speziell im Verhältnis Deutschland – Israel empfinde ich diesen Gedanken als etwas ganz Besonderes. Es ist schön zu sehen wie bei dieser Zusammenarbeit – über die gemeinsame Sprache des Tanzens – zwei unterschiedliche Kulturen zusammenkommen und zusammenfinden – und das Leipziger Ballett kann diesen Austausch, diese Botschaft anregen.

»Decadance«

»Blue Monday« am 14. April 2014
»Werkstatt« am 8. Mai 2014
Premiere am 17. Mai 2014
Aufführungen am 24. Mai / 30. Mai / 1. Juni / 13. Juni / 15. Juni 2014

Impressum: Redaktion Olaf Bargheer. Gestaltung Titelüberschriften Formdusche. Fotos von Toni Wilkinson und Gadi Dogon für die Batsheva Dance Company Tel Aviv und von Bettina Stöß für die Oper Leipzig. Produktion Videotrailer Agentur Lumalenscape.

Konzeption »Tanz in den Häusern der Stadt«

»Tanz in den Häusern der Stadt #7« am 15.03.2014 im Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig. Der siebte Teil der Projektreihe »Tanz in den Häusern der Stadt« führt das Leipziger Ballett durch einen Parcours aus einhundert Jahren Medien, Musikgeschichte und Tonträgertechnologien.

(Key Visual Collage von Ida Zenna www.ida.zenna.de)

Kaum vier Jahre alt und bislang wenig bekannt sind die Räume des Musikarchivs der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Das Archiv ist das musikalische Langzeitgedächtnis Deutschlands und dokumentiert die komplette deutsche Musik- und Notenproduktion seit dem Jahr 1913. Der 2010 eingeweihte Neubau ist ein architektonischer und kulturgeschichtlicher Leuchtturm für die Messestadt. Welche Schätze in den Archiven lagern und wie produktiv sich diese in einer Performance einsetzen lassen, das will die Company des Leipziger Balletts im »Tanz in den Häusern der Stadt« erlebbar machen.

Wie bewegen wir uns in öffentlichen und intimen akustischen Räumen? Musik, Klänge und Soundkulissen prägen das tägliche Leben. Sie schaffen Atmosphären, bieten Orientierung, liefern Information. Auf einem Parcours durch die Räume Musikarchivs tauchen die Tänzer und Tänzerinnen in Klangwelten ein: Ein wie von Geisterhand spielender historischer Konzertflügel, ein mit moderner Technologie ausgerüstetes Hörstudio, Grammophone, Tonbandgeräte und Kassettenrekorder – in diesen Kulissen und Requisiten zeigt die Inszenierung Beziehungen zu Hörwelten auf und behandelt die Auswirkungen des technischen Wandels akustischer Aufzeichnungstechnologien.

Die Projektreihe »Tanz in den Häusern der Stadt« des Leipziger Balletts führt die Company seit der Spielzeit 2010 / 2011 in architektonisch und geschichtlich spannende Räume im Leipziger Stadtraum. Tanz trifft dort auf Architektur, Choreografie nimmt Bezug auf die räumlichen, baugeschichtlichen und nutzungsspezifischen Eigenheiten der Partnerspielstätten. Seit der Spielzeit 2013 / 2014 wurde die Reihe ausgeweitet: Für jeden Projektraum sucht sich das Team um den Chefchoreografen Mario Schröder einen “featured Artist” aus dem Bereich bildende Kunst, der die Choreografie gleichberechtigt um installative oder multimediale Ausdrucksformen erweitert. Architektur, mediale Installation und das Live-Moment des Tanzes bilden so eine Dreiteiligkeit, die den »Tanz in den Häusern der Stadt« trotz des gewollten und bewusst offen gelassenen improvisatorischen Momentes zu einem intensiven, spartenübergreifenden Abend machen.

Programmheftbeitrag der Deutschen Nationalbibliothek

Großstadtgemurmel, Polizeisirenen, Vogelgesangklänge und Töne prägen unser Leben mehr, als wir häufig noch bewusst wahrnehmen. Haben Sie einmal genau hingehört, wenn im Großen Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek Nutzerinnen und Nutzer konzentriert arbeiten? Es klingt, als ob ein feiner Regen fällt, wenn Dutzende Menschen auf ihren Laptop-Tastaturen schweigend tippen.

Dass die Deutsche Nationalbibliothek der zentrale deutsche Sammlungsort nicht nur von Texten, sondern auch von Ton und Musik ist, ist bisher weniger bekannt. Bibliotheken sind Orte gelebter Öffentlichkeit. Es ist daher in doppelter Hinsicht passend, wenn das Leipziger Ballett hier seine Inszenierung Architekton präsentiert und zur Diskussion stellt.

Bald 30 Millionen Medieneinheiten, darunter 2 Millionen Musiktonträger und Notenwerke, bewahrt die Deutsche Nationalbibliothek. Die Geister dieser Werke wollen immer wieder wachgeschlagen sein. Gleich, ob Medienwerke digital auf den Bildschirm geladen oder aus den Magazinregalen herbeigeschafft werden: Stets müssen sie von Neuem an das Tageslicht geholt werden, um sie zu lesen, zu hören oder zu betrachten. Nur so bleiben sie ein aktiver Teil des kulturellen Gedächtnisses. Unsere Performance ist ein Beispiel für diesen Arbeitsprozess, unter Hinzuziehung von historischen und modernen Musikabspielgeräten der Deutschen Nationalbibliothek. Lassen Sie den Parcours als einen akustischen Dialog auf sich wirken, der von den Tänzerinnen und Tänzern in Bewegungen übersetzt wird, deren Teil auch wir sind.

Musiktitel | Tonbeispiele | Tonträger | Abspielgeräte

Die Besucher haben am Aufführungsabend Zugriff auf das gesamte digitale Archiv der Deutschen Nationalbibliothek und können sich für die Performance individuelle Playlists aus mehreren Millionen Musiktiteln zusammenstellen. Daneben werden die Tänzer des Leipziger Ballett eine Reihe antiquarischer Aufnahmen auf Schellackplatten, Vinyl-LPs, Lochplatten, Papierrollen, Tonbändern und Kassetten einsetzen:

Die Rede des deutschen Außenministers Gustav Stresemann zur Eröffnung der Photokina 1925. Generalfeldmarschall Paul von Hindenburgs Dank an die deutschen Truppen nach dem Sieg bei der Schlacht von Tannenberg 1914. Die Ansprache Papst Pius XII an die katholische Jugend 1937. Bertold Brechts Verteidigung vor dem Ausschuss für unamerikanische Tätigkeit 1947. Die Rede des Grafen Zeppelin nach dem Absturz seines Luftschiffes 1908. Ingeborg Bachmanns Hörspiel »Der gute Gott von Manhattan« von 1958. Schellackplatten aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts mit Johann Sebastian Bachs »Matthäuspassion« und Richard Wagners »Tristan und Isolde«. Papierrollen für den automatischen Edison-Flügel mit Sergej Prokofiews »Preludes« und George Gershwins »Rhapsodie in Blue«, 1925 vom Komponisten selber vierhändig eingespielt. Ein Schrankgrammophon. Ein Edison-Flügel. Lochplattenspieler. Phonographen. Ein Kindergrammophon und ein Koffergrammophon.

Formatentwicklung »Intershop Camp«

In der Galerie für Zeitgenössische Kunst richten junge Choreografen und Tänzer des Leipziger Balletts gemeinsam mit Medienkünstlern der Hochschule für Grafik und Buchkunst und Dramaturgen der Hochschule für Musik und Theater eine Woche lang ein Labor zur Erkundung neuer Produktionsformen ein.

(Key Visual Collage von Ida Zenna www.ida.zenna.de)

“So nah – so fern”. Eine Woche lang richten Choreografen, Tänzer, Videokünstler und Elektronikmusiker in der Galerie für Zeitgenössische Kunst ein Camp ein. Die “Artists in Residence” entwickeln gemeinsam ein Stück, das gleichermaßen als Installation, Sound Sculpture und Tanz Performance funktioniert – und die gängigen Produktionsweisen im Atelier oder Ballettstudio sprengt.

Zwei “Intershop” Abende mit Arbeiten junger Choreografen hat das Leipziger Ballett 2010 und 2012 an der Oper Leipzig gezeigt. Bei der Produktionsreihe, die ihren Namen dem vielfarbigen Angebot des “Intershop” Supermarktes der DDR entlehnt, stehen die oftmals rohen, nach Form, Handschrift und Erzählung suchende Arbeiten junger Choreografen im Mittelpunkt. Die einzelnen Produktionen werden üblicherweise in Form eines Reigens gezeigt. Die Aufführung setzt sich aus einer Compilation einzelner Stücke zusammen. Diese klassische Abfolge setzen die jungen Choreografen und Tänzer des Leipziger Balletts in den Galerieräumen der GfZK außer Kraft.

Denn Ausstellungen in der bildenden Kunst funktionieren nach gänzlich anderen Gesichtspunkten: die Zeitungebundenheit ist hier wesentlich. Eine Ausstellung ist nicht an den Moment gebunden. Der Betrachter flaniert. Die Ausstellung bleibt. Die Permanenz eines Ausstellungsaufbaus funktioniert genau entgegengesetzt zu einer Ballettaufführung. Hier die dauerhafte Installation, dort das Flüchtige der Performance (die nur durch die gemeinsame Live-Erfahrung mit dem Publikum vollständig wird).

Eine Woche lang werden beide Produktionsweisen in der quirligen und kollaborativen Camp-Atmosphäre der GfZK kombiniert und ausgetestet. Öffentlich. Unter Beobachtung. Mit Besuchern, die in den Ateliers herumstreifen und sich Einblicke in Arbeitsweisen und Zwischenstände verschaffen. Die in unserer Camp Bar Bier trinken, Filme schauen, twittern oder mit Künstlern ins Gespräch kommen möchten.

Die Produktionsteams verstehen das “Intershop Camp” als Trainingslager, als konsequente Versuchsanordnung, als sinnliche, vitale Laborsituation. Ein bewusst gewählter Hybrid, ein Crossover Projekt, das alle Parteien voneinander lernen lässt und gegenseitiges künstlerisches Verständnis fördert.

Zumal nach einer Woche ein sechzigminütiges Stück zur Aufführung gebracht werden soll: “So nah – so fern” wird am Samstag in den Ausstellungsräumen der GfZK gezeigt. Und am Sonntag in der “Residenz” Spielstätte des Schauspiel Leipzig in der Baumwollspinnerei. Ein Stück über die Stadt und den öffentlichen Raum. Über Gemeinschaft und Einanderfremdsein. Über Fortwollen und Dableiben. Über das, was unser Camp, unsere Kunst und unser Leben in der Stadt Leipzig ausmacht.

Kooperationsprojekt von Oper Leipzig, Leipziger Ballett, Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK), Schauspiel Leipzig, Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) und Hochschule für Musik und Theater (HMT). Choreografien von Tina Slabon, Emil Bruland, Robert Phillips (Leipziger Ballett). Video von Daniel Hengst. Installation von Kateřina Šedá. Arbeiten von Masterstudierenden der Medienkunstklasse der HGB. Dramaturgie von Laura Busch, Svea Haugwitz, Mareike Nebel, Anika Rutkofsky (HMT). Kuratiert und initiiert von Olaf Bargheer.

“Blue Monday”
Eröffnungsabend des “Intershop Camp” / Montag 06.01.2014 / 18 Uhr / GfZK
“Intershop Salon #1″
Meet the artists & open studios / Mittwoch 08.01.2014 / 19 Uhr / GfZK
“Intershop Salon #2″
Meet the artists & open studios / Donnerstag 09.01.2014 / 19 Uhr / GfZK
“So nah – so fern”
Samstag 11.01.2014 / 19 Uhr / GfZK
Sonntag 12.01.2014 / 19 Uhr / Residenz

»So nah – so fern« rankt sich um Widersprüche des Miteinanderlebens: Geborgenheit und Freiheit, Erwartung und Enttäuschung, Geheimnis und Banalität. Ein Episodenabend, der Höhen und Tiefen von Kleinstadtbewohnern thematisiert. Eine Gemeinschaft, die ihrem Alltag verfallen, von schöneren Zeiten und besseren Orten träumt und es doch nie schafft, ihrer Heimat den Rücken zu kehren.

Die tschechische Kleinstadt Zastávka, die als ein Modell für einen Ort ohne Perspektive gelten kann und deren Überreste an den Galeriewänden noch zu sehen sind, war Gegenstand von Kateriina Šedás Ausstellung »at sixes and sevens«. Während einer Woche wurde diese vermeintliche Einöde zum Hauptquartier, zum Camp, zum Labor und zum Recherchezentrum künstlerischen Schaffens, bei dem Gefühlszustände, menschliche Beziehungen und deren Dar- stellungsweisen vermessen und hinterfragt wurden.

Sich nah sein, einander erfahren, berühren, sich ineinander spiegeln und sich dennoch fern sein. Die Bewohner sind junge, alte, liebende, verbitterte oder einsame Menschen, Paare und Familien. Routine hat sich in das familiäre Frühstück, in die Liebe, in das einsame Leben eines alten Mannes, in die Nachmittage der Jugendlichen gedrängt. Das Leben kommt den Bewohnern abhanden und wird nur von den alltäglichen Handlungen, in Bewegungen festgehalten, vorangetrieben. Einander fremd geworden, ähneln sie sich in ihrer Verletzlichkeit, ihren Ängsten, ihren Sehnsüchten und Hoffnungen.

Wie die Bewohner dieser fiktiven Stadt mussten die Künstler, Choreografen, Tänzer und Dramaturgen während des »Intershop Camps« das Zusammenleben und Zusammenarbeiten erproben. Ein Versuch, eine gemeinsame Sprache zu finden trotz unterschiedlicher Arbeitsweisen, Ausdrucksmittel und Vorstellungen von Kunst.

Dreiteilige Podcast Serie des spanischen Filmemachers Pedro Carnicer (Medienkunstklasse HGB) zum “Intershop Camp”. Klick hier führt zu den Podcasts auf Vimeo.

06.12.2013
von scoop think tank

Kampagne »Pax 2013« Leipziger Ballett

Key Visual, Plakatmotive, Kommunikationsmaterialien, Magazin Schwerpunktthema und Blog mit digitalem Produktionstagebuch zur Ballettpremiere »Pax 2013« an der Oper Leipzig. Mit Fotos von Kirsten Nijhof (Key Visual www.kirstennijhof.de) und Ida Zenna (Magazin Bildstrecke und Portraits www.ida.zenna.de).

Produktionstrailer Leipziger Ballett

Videotrailer von drei Produktionen des Leipziger Balletts: “Mozart Requiem”. Premiere am 08.03.2014. “Das Nibelungenlied” mit Musik von Thomas Leboeg (Elektronik / “Kante” / Hamburg) und Andi Haberl (Percussion / “The Notwist” / Weilheim). Premiere am 14.06.2013. “Ein Liebestraum” mit Musik von Richard Wagner, Gustav Mahler, Magnus Lindberg. Premiere am 12.04.2013. Produktion: Videogruppe / Lumalenscape

Musik für Theater

Beitrag für das “Dreiklang” Magazin der Oper Leipzig im Mai 2013. Die beiden Indiepop- / Elektronik-Musiker Thomas Leboeg (Elektronik, “Kante”, Hamburg) und Andi Haberl (Percussion, “The Notwist”, Weilheim) begleiten Mario Schröders Ballettabend “Das Nibelungenlied” an der Oper Leipzig. Das wäre noch vor einigen Jahren höchst ungewöhnlich gewesen – findet sich heute aber an vielen Theaterbühnen und wird vom Publikum und den künstlerischen Produktionsteams gleichermaßen dankbar angenommen. Drei Beispiele aus Hamburg, Berlin und Leipzig.

Thomas Leboeg und Andi Haberl stehen im Instrumentenfundus der Oper Leipzig. Sie stöbern in den Regalen und befühlen Holz und Blech. Glanz in den Augen, wie bei einem Besuch in einem Antiquitätenladen oder auf dem Trödel. Daniel Richwien, Leiter des Orchesterbüros der Oper, steht im Türrahmen und erklärt mit ruhiger Stimme, welche Instrumente vom Gewandhausorchester nicht verliehen werden können und welche eindeutig ausgemustert und seit Jahren nicht gespielt sind. Haberl und Leboeg sind mit allem zufrieden. Sie sind es gewohnt, auf zusammengesuchtem Instrumentarium zu improvisieren. Es inspiriert sie geradezu, ein unvollständiges Vintage-Drum-Set und ein ausgedientes Vibrafon einzusetzen und aus eigenen Beständen zu ergänzen.

Später kommt man im Orchestergraben zusammen. Thomas Leboeg hat sein MacBook mit allerlei analogen Sequenzern und Effektgeräten verkabelt, Andi Haberl jammt auf dem angestaubten Schlagzeug. Es ist so etwas wie die erste Orchesterprobe für das “Nibelungenlied”. In dieser improvisatorischen Form wird Leboeg die Komposition des Ballettabends entwerfen. Wie im Aufnahmestudio. Wie in einem Jazzkeller. Ab Mai gemeinsam mit den Tänzern des Leipziger Balletts und mit der Berliner Hörspielautorin und Dramaturgin Beate Andres. Perkussion- und Elektronik-Instrumente werden dann zu einem szenischen Bestandteil der Bühnenproduktion, die Musiker zu Akteuren auf der Bühne. Das kennen Haberl und Leboeg von der Bühne der Berliner Schaubühne. Und von ihren Kollegen aus Hamburg.

#1 Erobique – Trip zwischen Welten – Soundtrack to Utopia

Dort, an der Alster, am Thalia Theater brachte der Theaterregisseur Stefan Pucher in den vergangenen Spielzeiten zwei Mal Produktionsteams zusammen, die man zuvor nicht auf einer Theaterbühne erwartet hatte. An Puchers Collage-Stücken “Andersen – Trip zwischen Welten” und “Quijote – Trip zwischen Welten” wirkten Autoren wie Juli Zeh, Roland Schimmelpfennig und Dietrich Diederichsen mit. Bildende Künstler wie Jonathan Meese oder Chris Kondek standen Barbara Ehnes bei der Konzeption des Bühnenbildes zur Seite. Und auf der von allerlei Spiegelkabinetten und Videoprojektionen dominierten Bühne sass, gemütlich und ein wenig launisch, Carsten “Erobique” Meyer. Mit gestärktem Kragen und Tressen (“Andersen”) oder Sombrero (“Quijote”). Verschanzt hinter einem Arsenal von analogen und digitalen Klangerzeugern und einem Mikro, in das Meyer seine Songs nuschelte.

Stefan Puchers assoziativen, sinnlichen Abend über den Ritter von der traurigen Gestalt untermalen Carsten Meyer und sein Begleiter Ben Schadow wie trashige Mariachi-Musiker. Mit Ukulelen, ironischen Kommentaren und amerikanischen Pop-Songs, die 1-zu-1 ins Deutsche übersetzt werden. Erobique schaffte mit seinem Engagement am Thalia Theater den Sprung aus der Kaschemme des “Golden Pudel Klub” an die großen Bühnen. Am Berliner Gorki Theater bekommt er zum Abschluss von Armin Petras’ Intendanz einen eigenen Abend: “Soundtrack to Utopia”. “Ein Konzert für Utopisten und Weltverbesserer mit fünf Klavieren, zahlreichen Luftballons und der festen Hoffnung, dass alles auch ganz anders sein könnte.”

#2 Apparat – Krieg und Frieden – Music for Theatre

Ähnlich entwickelte sich die Zusammenarbeit des Leipziger Centraltheaters mit dem Berliner Elektronik-Produzenten Sascha Ring / Apparat. Der bekam von Regisseur Sebastian Hartmann und Musikkurator Christoph Gurk das Angebot, die fünfstündige Inszenierung von Leo Tolstois “Krieg und Frieden” akustisch auszustatten – mit einem Soundtrack aus elegischen Streicherarrangements, atmosphärischem Rauschen und der hypnotisierenden, an Thom York (Radiohead) erinnernden Stimme Sascha Rings.

Der Produzent und seine drei Live-Musiker sind dabei ähnlich präsent wie die Musiker bei Stefan Pucher oder Mario Schröder: Der wuchtigen Bühne des bildenden Künstlers Tilo Baumgärtel vorgelagert, in der ersten Zuschauerreihe des Centraltheaters, verleihen sie der Inszenierung mit Frack und Kummerbund beträchtlichen Ernst. Ein Ernst, der durch die betörende, großflächig arrangierte Musik auf eine Ebene gehievt wird, dass Pink Floyd damit zufrieden wäre.

“Krieg und Frieden” wurde nach den Vorstellungen bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und am Leipziger Centraltheater im Mai 2013 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Sascha Ring hat das musikalische Verwertungsverfahren umgestellt und die Theaterkomposition zu einem “Apparat”-Album kompiliert: “Music for Theatre”, so der konsequente Untertitel seiner Platte, die in den Musikmagazinen dieses Frühjahres bisweilen hymnisch besprochen wurde.

#3 Kante – The Notwist – The Black Rider

Thomas Leboeg und Andi Haberl kommen mit der Referenz der Berliner Schaubühne zum Leipziger Ballett. Dem hiesigen Produktionsteam sind die “Nibelungenlied”-Musiker über ihre Bands gut bekannt: Leboeg lebt trotz deutschlandweiter Engagements nach wie vor in Hamburg Altona – Heimat einer Reihe deutschsprachiger Bands, die in den Neunzigern unter dem Begriff der “Hamburger Schule” firmierten. “Kante” ist eine davon. Andi Haberl kommt aus dem wesentlich ländlicher geprägten Weilheim. Die oberbayerische Stadt ist in der Topografie der Independent- und Elektropop-Szene gleichwohl ein Zentrum: Hier frickeln “Console”, “The Notwist” oder “Lali Puna” an ihren stilbildenden Synthesizer-Pop-Klängen. Im vergangenen Jahr fanden die Musiker von “Kante” und “The Notwist” an der Berliner Schaubühne zusammen – in einem Line-up, das sich wie eine Schlagwortwolke diverser Pop-Diskurse liest: Bill Burroughs, Tom Waits, Bob Wilson. Die 1974 geborene Regisseurin Friederike Heller inszenierte “The Black Rider” als einen Teufelskreis aus Versagensangst, Erfolg und der Sucht nach mehr.

#4 Das Nibelungenlied

In Mario Schröders und Beate Andres’ “Nibelungenlied” an der Oper Leipzig wird die Arbeitsweise des Elektropop und des Jazz mit der des Balletts kurzgeschlossen. Choreografie und Komposition entstehen zeitgleich. Eine Rhytmusangabe muss dem Choreografen Mario Schröder ausreichen bei seinen vorbereitenden Notationen: 110 bpm. 4/4. Perkussion. Eine Basslinie. Keybord-Sounds wie von einer Hammond-Orgel. Thomas Leboeg und Andi Haberl werden anders mit der 40-köpfigen Ballett-Company arbeiten als die Dirigenten Ulf Schirmer oder William Lacey. Kein Gewandhausorchester im Graben, kaum Partituren. Aber ein feiner Blick auf den Tanz, auf Rhythmus und Körperspannung und auf eine Erzählsprache, die ohne Worte auskommt und die im Zusammenspiel mit den jazzigen Improvisationen und den Loops aus Fritz Langs Stummfilm ein düsteres mittelalterliches Epos erfrischend neu erzählt.

Bildstrecke von der ersten Live-Musik-Probe mit der Company des Leipziger Balletts am 23.05.2013 im Uwe-Scholz-Ballettstudio der Oper Leipzig.

Oper Leipzig Spielzeit 2013 / 2014

Beiträge für das Leipziger Ballett im Spielzeitbuch 2013 / 2014 der Oper Leipzig. Release zur Jahrespressekonferenz und Vorstellung der neuen Saison am 30.05.2013.

Gedanken zur Spielzeit 2013 / 2014 des Leipziger Balletts

Erleben – Bewegen – Fliegen. Mit diesem Anspruch sind wir angetreten vor drei Jahren bei unserem Neustart in Leipzig. Seit drei Spielzeiten sind wir gemeinsam mit unserem Leipziger Publikum auf dieser langen Reise, auf diesem erlebnisreichen Flug. Wir haben sozusagen unsere Reisehöhe erreicht. Die Begegnungen und Dialoge der ersten Spielzeiten wollen weitergeführt werden, neue Sichtweisen und Blickrichtungen entwickelt werden: Recherche, Engagement und Kooperation – alles dieses ist selbstverständlich für die künstlerische Arbeit, und es sind die bestimmenden Eigenschaften unserer Ballettkreationen und Projekte für die Spielzeit 2013 / 2014.

In unserer ersten Premiere spüren wir der Wirkungskraft und unerhörten Modernität von Uwe Scholz’ Schlüsselwerk »Pax questuosa« (1992) nach. Der zweiteilige Abend »Pax 2013« mit Kompositionen von Udo Zimmermann und Johann Sebastian Bach ist eines der größten von rund 30 in diesem Jahr geförderten Tanzfonds Erbe Projekten der Kulturstiftung des Bundes – und wird gemeinsam mit dem Institut für Theaterwissenschaften der Universität Leipzig, dem Tanzarchiv und vielen Zeitzeugen realisiert. Auch unsere zweite Premiere steht in der Musiktradition Leipzigs und widmet sich einer beeindruckenden und berührenden Komposition: Mozarts unvollendetem Requiem.

Jenseits der Großen Bühne des Opernhauses erforschen wir zusammen mit Ihnen und einer Reihe Leipziger Künstler neue Wege und Ausdrucksformen für den Tanz (»Intershop Camp«, »Tanz in den Häusern der Stadt«). Und begeben uns gemeinsam mit dem Gewandhausorchester und dem Haus Steinstraße auf neues Terrain: Unser Engagement für Kinder und Jugendliche führt uns über zwei Spielzeiten hinweg von Leipzig bis nach Bosnien-Herzegowina (Sarajevo Projekt »Grenzenlos«). 2014 laden wir erneut einen international anerkannten Gastchoreografen ein: Ohad Naharin (Batsheva Dance Company Tel Aviv) wird mit dem Ensemble des Leipziger Balletts eine ganz eigene Bewegungssprache entwickeln, eine für Leipzig ganz neue choreografische Farbe »anrühren« (»Deca Dance«).

Für alle diese Projekte braucht es Neugierde und Mut, immer wieder neue Türen aufzustoßen um zu schauen, was sich dahinter verbirgt. Leipzig ist voll von diesen unentdeckten Räumen. Die Stadt und ihre Menschen, die uns vor drei Jahren so herzlich Willkommen geheißen haben, inspirieren uns immer wieder aufs Neue. Neugierde und Mut, beides erfahren und erzeugen wir in unserer täglichen Arbeit: bei jedem unserer 40 Tänzer, die ihren Körper als ein Instrument einsetzen, das Geschichten erzählt und Räume zu öffnen vermag – und bei jedem unserer treuen Zuschauer, die eine Herausforderung immer als Begeisterung aufnehmen. Der Dialog, die Begegnung und die gemeinsame Reise mit der Stadt Leipzig hat für unsere Company gerade erst richtig begonnen.

»Pax 2013«

2-teiliger Ballettabend von Mario Schröder und Uwe Scholz / Tanzfonds Erbe Projekt / 1. Teil / »Blühende Landschaft« / Uraufführung / Musik von Udo Zimmermann und Johann Sebastian Bach / Choreografie Mario Schröder / 2. Teil / »Pax questuosa« / Musik von Udo Zimmermann »Pax questuosa (Der klagende Friede)« für Soli, drei Kammerchöre und Orchester nach Dichtungen von Franz von Assisi, Czesław Miłosz und deutschsprachiger Autoren des 20. Jahrhunderts (1982) / Choreografie Uwe Scholz

Uwe Scholz’ Ballett »Pax questuosa« ist ein Meilenstein in der Geschichte des Musiktheaters und des Tanzes ­ und gilt heute als Schlüsselwerk: Es war 1992 Scholz’ erste Produktion für das Ballett der Oper Leipzig ­ und es war sein erstes Stück, das sowohl einen neuen choreografischen Ansatz verfolgt als auch eine direkte, seismografische Reaktion auf seine konkrete Entstehungszeit darstellt. Das Ballettstück spiegelt direkt die gesellschaftspolitischen und weltgeschichtlichen Umstände der ersten Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges ­ mit genuinen künstlerischen Ausdrucksmitteln, zeitgenössischer Musik und einer choreografischen Formensprache, die Uwe Scholz’ spätere Handschrift begründet.

21 Jahre später begibt sich Mario Schröder mit der Neuinterpretation von »Pax questuosa« auf eine Spurensuche: Der ehemalige Solotänzer und jetzige Ballettdirektor und Chefchoreograf spürt einerseits seinem 2004 gestorbenen Mentor und Freund nach. Andererseits sind die Fußabdrücke, denen er nachgeht, auch seine eigenen. Die Recherche zu den Produktionsbedingungen und Zeitumständen des Jahres 1992 bringen Mario Schröder 21 Jahre später zurück in eine Zeit, die er selber als Erster Solist erlebte. Mario Schröders erster Teil “Blühende Landschaft” funktioniert so als Kommentar auf “Pax questuosa” und erforscht, welchen gesellschaftspolitischen Fragestellungen die Kunst in unserer heutigen, globalisierten Welt nachspüren muss.

»Intershop Camp«

Zwei »Intershop« Abende mit experimentellen Arbeiten junger Choreografen hat das Leipziger Ballett in den vergangenen beiden Spielzeiten gezeigt. 2014 erweitern wir die Projektreihe und laden zeitgenössische Künstler ein, gemeinsam mit der Company in einem einwöchigen Camp Stücke zu entwickeln, die gleichermaßen als Tanz-Performance, Installation, Medienkunst, Bühnenarchitektur und Film-Set funktionieren. Im Mittelpunkt des Camps steht die gemeinsame Artist-in-Residence Arbeitsweise: Die vier Ateliers stehen eine Woche lang für unsere Zuschauer offen, Workshops und Künstlergespräche öffnen den Produktionsprozess und schaffen eine kollaborative Projektatmosphäre.

Das »Intershop Camp« entsteht in Zusammenarbeit mit der Galerie für zeitgenössische Kunst (GFZK), dem Schauspiel Leipzig, der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und der Trans Media Akademie Hellerau (TMA).

Redaktion für Leipziger Ballett und Oper Leipzig

Sammlung von ausgewählten Textbeiträgen für die Oper Leipzig in der Spielzeit 2012 / 2013. Premierenankündigungen, Stückbeschreibungen, Monatsspielpläne mit zwischengesetzten “Hinter den Kulissen” Texten, Facebook Beiträge und Pressemitteilungen.

“Tanz in den Häusern der Stadt #6 – Picturesque”

Der sechste Teil der Reihe “Tanz in den Häusern der Stadt” führt das Leipziger Ballett in das geschichtsträchtige UT Connewitz – Deutschlands ältestes erhaltenes Lichtspieltheater feiert am ersten Weihnachtstag 2012 seinen 100. Geburtstag. Unsere Produktion greift die bewegte Geschichte und die spezifische Architektur des Filmtheaters auf. Projektionen und Bewegtbilder, das Festhalten flüchtiger Momente auf Zelluloid – alle Elemente, die den Film in seiner Frühzeit zu einem revolutionären Medium machten, werden einer intensiven choreografischen Untersuchung unterzogen. Das konservieren des Augenblicks und das Außerkraftsetzen der Vergänglichkeit steht oberflächlich betrachtet in krassem Gegensatz zum Tanz, der nur auf auf den Moment abzielt. Wie ähnlich oder einander ergänzend die beiden Medien sein können, lässt sich an zwei hochspannenden Abenden erleben.

“Eine Weihnachtsgeschichte” – Ballett von Mario Schräder – Premiere am 17.11.2012

Ein besinnliches Märchen ist Charles Dickens’ “A Christmas Carol”, aber auch ein Lehrstück über Gier, Profitdenken und Kaltherzigkeit. Mario Schröder bringt Dickens’ berühmtes Weihnachtsmärchen von der Wandlung des Geizkragens Scrooge zum warmherzigen Wohltäter in farbigen und fantasievollen Bildern auf die Bühne, die den Ballettabend zu einem Erlebnis für die ganze Familie machen.

Kaum zu Bett gegangen, wird der skrupellose Geschäftsmann Scrooge am Weihnachtsabend von unheilvollen Visionen heimgesucht, die ihn in seine Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft führen. In der Vergangenheit erlebt er Szenen seiner Kindheit, einer Zeit der Einsamkeit und Demütigung, die Scrooges späteren Charakter geprägt hat. Dann führt ihn der Traum zu den Weihnachstfesten der Reichen und der Armen, und Scrooge erkennt die kraft- und freudespendene Macht des Festes, das er so verachtet. Schließlich träumt er seine Zukunft und sieht die Folgen seiner rücksichtslosen, von der Gier getriebenen Lebensweise: Sie stürzt Menschen ins Unglück, er selbst wird einsam und unbetrauert sterben. Tief bewegt erwacht Scrooge aus seinem Traum und beschließt, sein Leben zu ändern.

Dazu will auch Dickens die Menschen bewegen, damit sich endlich “all das Gute, das auf Erden möglich ist, entfalten kann”. So entwickelt sich die Weihnachtsgeschichte zu einem Appell an die gute Seite jedes Menschen, die vielleicht verschüttet liegt, aber wieder zutage gebracht werden kann. Angesichts der wachsenden sozialen Spannungen in unserer Gesellschaft durch das immer größere Gefälle zwischen Arm und Reich ist Dickens’ Appell an die soziale Verantwortung jedes Einzelnen heute vielleicht aktueller denn je.

Mario Schröder hat diese Aktualität im Blick, bringt mit seinem Ballett zur “Weihnachtsgeschichte” aber vor allem ein großes Familienstück auf die Bühne, das mit seiner farbenfrohen Ausstattung und den großen symphonischen Werken von Claude Debussy, Maurice Ravel, Edvard Grieg und vielen anderen Komponisten ein Erlebnis für Groß und Klein wird.

“Das Nibelungenlied” – Ballett von Mario Schröder – Premiere am 14.06.2013

Die Wucht der Nibelungensaga erscheint von heute aus gesehen wie ein fernes Relikt aus einer archaischen, mittelalterlichen Vorzeit. Immerhin: Die mittelhochdeutschen Verse des Nibelungenliedes gelten als eine der ältesten Epen eines deutschsprachigen Mitteleuropa – und wurden seit der Wiederentdeckung in der Romantik für allerlei patriotische Identitätstümelei herangezogen und verfremdet. Zuallererst ist das Epos ein erstaunlich staubfreies Dokument einer vergangenen Kultur, ein gesamteuropäisches Volksmärchen, ein Mythos und große Dichtkunst. Im Nibelungenlied wird die Selbstzerstörung einer Hochkultur beschrieben, der Zerfall einer Ordnung, deren Systematik und Werte niemand mehr für zukunftsfähig hält. Welche Ordnung sich als Nächste etablieren wird, ist am Ende der Sage ebenso ungewiss, wie wir heute “Wege aus der Krise” benennen können. Die Zeitenwende ist der Leitgedanke und der Aktualitätsbezug bei unserer Neuadaption des Stoffes. Gemeinsam mit der Hörspielautorin und Regisseurin Beate Andres entwirft Mario Schröder einen szenischen Bogen, der die Geschichte vom Fall der Burgunder dorthin zurückbringt, woher sie kam, bevor sie Dichtung wurde: in die Welt der körperlich-sinnlichen Erfahrung.

Diese erlebnisreiche Reise unternehmen die Mitglieder des Produktionsteams mit ihren ganz eigenen künstlerischen Ausdrucksformen: Beate Andres greift auf Versatzstücke aus ihrem Hörspiel “Das Nibelungenlied” (SWR 2007) zurück. Paul Zoller und Andreas Auerbach setzen auf Fritz Langs bildgewaltigen Stummfilm (1924), der über großflächige Projektionen das Bühnenbild bestimmen wird. Auch nach neunzig Jahren überzeugt der Urgroßvater aller Fantasy-Blockbuster durch seine perfekte, malerische Bildkomposition, seine aufwendige Ausstattung, innovative Tricks und visuelle Effekte. Aus Hamburg, Berlin und Weilheim stoßen zwei Musiker dazu: Thomas Leboeg (“Kante”) und Andi Haberl (“The Notwist”) werden für den Ballettabend nicht nur einen neunzigminütigen “Scope” komponieren – die beiden Musiker werden samt Ihrem umfangreichen analogen und elektronischen Instrumentarium auch szenischer Bestandteil der Bühnenaufführung sein.

Mit dem “Nibelungenlied” feiert Leipzig seinen zweiten großen Ballettabend zum Wagner-Jahr 2013 – und erlebt, wie sinnlich und kraftvoll die großen Stoffe der Geschichte mit der Sprache des Tanzes erzählt werden können.

“Hinter den Kulissen” – ausgewählte Beiträge Monatsspielpläne Spielzeit 2012 / 2013

Die renommierten Bühnenbildner Andreas Auerbach und Paul Zoller sind seit vielen Jahren Garanten für Mario Schröders intensive Inszenierungen. Ihre Kostüm- und Bühnenentwürfe für “Morrison”, die “Mörderballaden” und jüngst die “Weihnachtsgeschichte” setzen Zeichen und mitunter Maßstäbe. Wie eine Zusammenarbeit zwischen Choreografie und Bühnenbild in den Vorbereitungen einer neuen Produktion aussieht und wie entscheidend dabei die langjährige Freundschaft zwischen den dreien ist – darüber berichten Paul Zoller, Andreas Auerbach und Mario Schröder in einem Gespräch, das wir für die Facebook Fanpage des Leipziger Balletts geführt haben.

Mit 38-köpfigem Ensemble reist das Leipziger Ballett im Februar nach Spanien – aber das allein macht nicht die umfangreiche Logistik und Vorbereitung der “Großen Messe” aus. 12 Techniker begleiten die Company 3 Wochen lang. Licht, Ton, Kostüme, Bühnenbild, alles muss mit dem LKW 2.300 Kilometer weit nach Madrid gefahren werden. Tänzer und Ballettmeister fliegen gemeinsam von Berlin – allzu viel privates Gepäck muss dabei nicht mitgeführt werden: die Trainingskleidung kann an den Theatern von Madrid, Valladolid, Pamplona und Bilbao in die Waschmaschine gesteckt werden.

Drei Premieren, das Erbe Uwe Scholz’, “Intershop” und “Tanz in den Häusern der Stadt” – das Leipziger Ballett schnürt das Programm für die Spielzeit 2013 / 2014. Große Neuproduktionen werden neben Repertoirestücken und Veranstaltungen im Leipziger Stadtraum stehen. Die Company konzentriert sich dabei auf ihren künstlerischen Kern – und sucht die Vernetzung mit den innovativen Institutionen und den Protagonisten aus Kunst, Theater, Performance und Subkultur. Einmal in Leipzig angekommen, ist die Zusammenführung mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen und Genres ein folgerichtiger Feinschliff von Mario Schröders Handschrift. Und ein Weg, auf dem wir die Fans des Leipziger Balletts in der kommenden Spielzeit gerne mitnehmen möchten.

Wer unser Training und unsere Proben im Ballettsaal erlebt, erkennt klare Parallelen zum Leistungssport. Dennoch geht es in einer Ballettcompany anders zu als in einer Fußballmannschaft: Denn wer einen durchgeschwitzten Mittelfeldspieler nach dem Abpfiff um eine Spielanalyse bittet, wird im besten Fall Phrasen zu hören bekommen, im schlechtesten Fall irgendetwas Verkorkstes mit “Vom Feeling her hatte ich ein gutes Gefühl”. Wir versprechen an dieser Stelle: Tänzer des Leipziger Balletts sind bei einer Opernplauderei nicht nur höchst angenehme und umgängliche Künstler ohne Berührungsängste – sie erzählen auch stichhaltig, leidenschaftlich und eindringlich von ihrer täglichen Probenarbeit, von dem “Es muss immer weitergehen” und von der Glut, die in ihnen lodert vor jeder Aufführung auf der Bühne der Oper Leipzig.

Pressemitteilung zum Abschluss der Spanien-Tournee des Leipziger Balletts im Februar 2013

Das Leipziger Ballett begeistert Spanien mit Uwe Scholz’ Choreografie “Die Grosse Messe”. Drei Wochen lang war die Company von Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder auf Gastspiel in Madrid, Bilbao, Pamplona und Valladolid. Zur Rückkehr an das Leipziger Opernhaus zeigt das Leipziger Ballett am Freitag den 1. März Meryl Tankards Ballettstück “Cinderella”.

Uwe Scholz’ Ballett “Die Grosse Messe”, uraufgeführt 1998, mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Arvo Pärt und György Kurtàg hatte der spanische Tour-Agent Enrique Muknik auf dem Wunschzettel, als er das 40-köpfige Ensemble des Leipziger Balletts im vorigen Jahr zu einer dreiwöchige Gastspielreise nach Spanien einlud. Aufführungsorte im Februar 2013 waren die großen Theaterhäuser und Konzerthallen von Madrid (Teatros del Canal, 1.300 Plätze, 8., 9., 10. Februar), Bilbao (Teatro Arriaga Antzokia, 800 Plätze, 15., 16. Februar), Pamplona (Auditorio Baluarte, 1.500 Plätze, 19. Februar) und Valladolid (Teatro Calderon, 1.000 Plätze, 22., 23., 24. Februar). Über 10.000 Zuschauer kamen zu den 9 Vorstellungen und der öffentlichen Generalprobe in Madrid, wo das Leipziger Ballett musikalisch unterstützt wurde vom Joven Orquesta y Coro de la Comunidad de Madrid (JORCAM), unter der Leitung des Dirigenten Andreas Schüller.

Mario Schröder zeigte sich nach jeder der Vorstellungen beeindruckt von der Fachkenntnis und Begeisterungsfähigkeit des spanischen Publikums: “Mozarts Messe in c-Moll ist ein grossartiges Werk der Musikgeschichte, das mit seiner Wucht und mit seiner würdevollen Eleganz jeden in den Bann zu ziehen vermag. Dass unsere Arbeit gerade hier in Spanien so viel Wertschätzung erfährt, hat uns alle sehr berührt. Uwe Scholz und das Leipziger Ballett sind jedem Tanzinteressiertem in Madrid, Bilbao, Pamplona und Valladolid ein Begriff. Bei Tourneen bekommen wir immer wieder gespiegelt, dass die Qualität und das Renommee der Oper Leipzig, des Leipziger Balletts und des Gewandhausorchesters weit über Leipzig und Deutschland hinausreicht.”

Vier Tage nach seiner Rückkehr begrüsst das Leipziger Ballett sein heimisches Publikum am Freitag den 1. März mit der Wiederaufnahme von Meryl Tankards Ballettabend “Cinderella”. Im Anschluss an die Vorstellung veranstaltet die Company auf der Terrasse des Operncafés ein “Welcome Home Barbecue” – passend zum meteorologischen Frühlingsanfang.

Facebok Beitrag Spanien-Tournee 21.02.2013

Wenn alles zusammenpasst, sind Konzerte, Opernaufführungen oder Ballettabende in der Lage, einen ganz besonderen Moment zu erzeugen. Unsere Vorstellung im Auditorio Baluarte in Pamplona war so ein Augenblick von geradezu berückender Schönheit, in dem die Company, die Bühne und die über 1.300 Zuschauer zu einem gemeinsamen Körper verschmolzen. Das lag an der Architektur des Zuschauerraumes, der alles Licht schluckte und Michael Rögers fein nuancierten Lichtstimmungen auf der Bühne unterstützte. Das lag an der Wucht von Arvo Pärts “Credo” und der Präzision der Formationen. Selbst in den hintersten Reihen des riesigen Parketts war zu spüren, dass Uwe Scholz’ Choreografie wie eine Notation von Mozarts Messe funktioniert. Dass Mohamed, Tyler, Yoojin und Isis bei “Benedictus” die Sopran- und Baritonstimmen nicht nur in Tanz umsetzen, sondern dass die beiden Tänzerpaare diese Stimmen sind. Dass “Die Grosse Messe” eine sakrales Werk ist, das (wenn der Aufführungsort und die Qualität des Ensembles wie in Pamplona ideal sind) Gänsehaut erzeugt und einen aus dem Zuschauerraum des Baluarte entlässt mit einer regelrecht würdevollen Stimmung. Dis Zuschauer waren so ergriffen, dass der Applaus wie eine Befreiung und Rückkehr in die normale Umgebung für sie wirkte. Die Company stand noch eine halbe Stunde später staunend auf der Hinterbühne. Wir wussten gar nicht so recht, wie die Wucht dieser Aufführung sich zusammen setzte. Aber dass da etwas passiert war, was unseren Beruf definiert und belohnt, das war zu spüren.

Facebook Beitrag Spanien Tournee 23.02.2013

Unsere erste Vorstellung im Teatro Calderon endete ein wenig wie eine Dekonstruktivismus-Fluxus-Performance-Theater-Aufführung in den 60er Jahren. Das Schlussbild der “Grossen Messe” funktioniert üblicherweise seit 70 Vorstellungen so: Die Tänzer legen ihr Kostüm ab, tragen Alltagskleidung, schminken sich ab und setzen sich locker gruppiert auf den Bühnenboden, von dem die Techniker zuvor den Tanzboden aufgerollt haben. Dann folgt Mozarts “Kyrie”, viereinhalb Minuten lang, dazu bewegungslose Tänzer, die in den Zuschauerraum blicken. Vorhang. Applaus. Verbeugung.

In Valladolid interpretierten unsere Zuschauer das irgendwie anders: Als alle Tänzer sich abgeschminkt hatten und sassen, empfanden unsere Gäste das als Schluss, begannen sie zu applaudieren, die Saaltüren wurden geöffnet, der eine und andere erhob sich und zog bereits die Jacke an. Allgemeine Unschlüssigkeit darüber, dass die Musik noch lief und die Tänzer sich nicht erhoben und stoisch das in Auflösung begriffene applaudierende Publikum anstarrten. Das ging konsequenterweise viereinhalb Minuten lang so. Mozart faded man nicht einfach aus. Alle, die auf dem Bühnenboden sassen, dachten sich: Fein, sollen die mal vier Minuten lang weiter klatschen, wir ziehen das so durch und rühren uns nicht von der Stelle. Hat auch funktioniert, aber vermutlich denkt jetzt halb Valladolid, diese Deutschen haben eine merkwürdige Art, sich ihren Applaus abzuholen.

Hamburger Theaternacht 2012

Dreiteilige Dokumentarfilmreihe in Zusammenarbeit mit der Agentur »netzkino.tv« zur 9. Hamburger Theaternacht am Samstag 08.09.2012. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Norbert Aust, der Intendantin Isabella Vertès-Schütter, einem Busfahrer der HVV, dem Vorderhauschef und einer Garderobenmeisterin der Staatsoper Hamburg, jungen Schauspielern des Jugendclubs am Ernst Deutsch Theater, Theaternacht-Besuchern, Fans und einem Zither-Spieler an Bord eines Alsterausflugsbootes.

Hamburger Theaternacht Issuu Page: www.issuu.com/hamburgertheaternacht

Hamburger Theaternacht Facebook Fanpage: www.facebook.com/hamburgertheaternacht

DARE Skepsis & Applaus

DARE #7 Frühjahresausgabe mit dem Themenschwerpunkt »Skepsis & Applaus« im gutsortierten Zeitschriftenhandel. 114 Seiten Offsetdruck auf Galaxy Ceramic. Copypreis 9,80 Euro. Zeitgleich Website Relaunch und iPad App zum Einstiegspreis von 4,99 Euro.

27.06.2012
von scoop think tank

SunExpress Redaktion Reiseratgeber

Reportageserie SunExpress »Highlight« Reisetipps: »Reitausflüge im Nationalpark, Helikopter-Ski im Hochgebirge, Yoga an Bord einer Segeljacht – Wer Reisetipps aus erster Hand bekommen möchte, braucht das Wissen der Menschen vor Ort. SunExpress hat in der ganzen Türkei Travel-Scouts – für Empfehlungen und Anregungen, die in keinem Reiseführer aufgelistet sind. Unsere »Highlight« Korrespondenten sind unsere Mitarbeiter in Istanbul, Izmir, Antalya und vielen anderen Städten der Türkei. Sie kennen Land und Leute und lassen uns teilhaben an ihren Lieblingsorten. Nicht das alleinige, aber das für Sie sichtbarste Zeichen der engen Beziehungen innerhalb des deutsch-türkischen Unternehmens SunExpress.«

weiterlesen auf der SunExpress Website >>

27.06.2012
von scoop think tank

Website Deutsche Oper Berlin 2012/2013

Zum Jahreswechsel eine perspektivisch hochinteressante Zusammenarbeit: Die Stiftung Kulturserver in Berlin funktioniert als Full Service Online Agentur für Kulturinstitutionen – und als mitgliederstarkes Netzwerk für Kulturschaffende. Kulturserver entwickelt Datenbanken, Tools und Kommunikations- plattformen für Kulturportale, Opernhäuser und Staatstheater. Unterstützte Projekte im Frühjahr 2012 sind die Neubauten der Websites für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg und die Deutsche Oper Berlin, gemeinsam mit der Agentur für Markenstrategie und Gestaltung Stan Hema.



Website Deutsche Oper Berlin: Startseite mit Medienfenster und eingeklappten Akkordeon-Feldern

Website Deutsche Oper Berlin: Kalendarium mit zweispaltig angeordneten Spielplandaten

Website Deutsche Oper Berlin: Kalendarium mit geöfnetem Medienfenster und eingeklappten Monat-Feldern

Website Deutsche Oper Berlin: Detailseite einer Einzelveranstaltung

Website Deutsche Oper Berlin: Abonnement Seite mit statischen Textinhalten

Website Deutsche Oper Berlin: Ensemble Übersichtsseite mit verlinkten Biografien

Pressetext zur neuen Website des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg – Februar 2012

Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg hat im Februar 2012 eine überarbeitete moderne Website bekommen. Das fällt jedem sofort ins Auge – immerhin hat sich Kulturserver bei der Startseite stark auf Informations- gestaltung und Medieneinsatz fokussiert. Großformatige Diashows und Mediaplayer, Programmhighlights, Kalender, dynamische Newsfelder und eingebettete Beiträge aus Sozialen Netzwerken schaffen eine Wallpaper-Anmutung, wie man sie für ein Theater kaum konsequenter entwickeln kann.

Der User gelangt umweglos zu den besucherrelevanten Inhalten: Detailreiche Stückinformationen mit Produktionsfotos, Videotrailer, Besetzungslisten, Biografien und direkten Ticketlinks für einzelne Aufführungstermine. News-Artikel zu Preisverleihungen, Gastspielen, Abo-Aktionen und Programmtipps. Anstehende Premieren, Highlights und Tagesaktuelles.

Für den neuen Auftritt hat Kulturserver verschiedene Redaktionsbausteine komplett überarbeitet und den Funktionsumfang wesentlich erweitert. Die Ressorts auf der Startseite können in Funktion und Anzahl von der Online-Redaktion rasch bestückt und via drag & drop neu angeordnet werden. Dabei wird gezielt eine Mischung von bestehenden redaktionellen Seiteninhalten und neu eingesetzten Teasern verwendet.

Seitenaufbau und Hintergrundgestaltung können je nach Anlass und Kommunikationsfokus wechseln. Zudem unterstützt nicht zuletzt die schlanke gestalterische Linie die adaptiven Ausspielung auf mobile Endgeräte wie iPhones, iPads und Android-Smartphones.

Der magazinorientierte Aufbau der Startseite des Deutschen Schauspielhauses setzt eine Linie fort, die mit den Relaunches der Websites für die Deutsche Oper Berlin und die Theater in Bremen und Düsseldorf eingeschlagen wurde.

Pressetext zu den neuen Apps für das Staatsballett Berlin, die Berliner Bühnen und die Lange Nacht der Opern und Theater – April 2012

»Mobil ausspielen – aber bitte hybrid anlegen«

Die Anforderungen an die Online-Kommunikation von Kulturinstitutionen sind in den vergangenen Jahren stark angewachsen – und haben sich in eine erstaunliche Breite ausdifferenziert. Eine solide gebaute und betriebene statische Website ist nur mehr ein Knotenpunkt innerhalb eines verzahnten Geflechts aus Redaktionstools, Bild- und Film-Datenbanken, Fanpages, sozialen Netzwerken und mobilen Applikationen.

Kulturserver begreift sich in diesem Anforderungsprofil zunehmend als Berater und Anbieter von hybriden Lösungen, die einen Großteil dieser Online-Kanäle auf Spur bringen, synchronisieren, technologisch verknüpfen und redaktionsfreundlich gestalten.

Drei Applications, die in diesem Frühjahr in die Regale der App-Stores aufgenommen wurden, sind augenscheinliche Erzeugnisse unserer hybriden Verfahrensweise: Das Staatsballett Berlin war im Januar unser erster Partner bei der Neuentwicklung einer Application, die die unflexible Funktionalität und das variantenarme Erscheinungsbild nativer Baukasten-Apps verlässt.

Das Berlin-Bühnen-Portal und die Lange Nacht der Opern und Theater sind nun ebenfalls verfügbar. Alle drei Kulturinstitutionen spielen so ihre Datenbankinhalte automatisiert zugleich ohne zusätzlichen Pflegeaufwand auf stationäre wie auf mobile Plattformen aus. Mit einem Erscheinungsbild und einer Navigation, die auf Linie liegen, aber auf die spezifischen Bedürfnisse des Nutzers wie die gewünschte Marketingleistung abgestimmt und angepasst sind.

Warum also nicht auf einen preiswerteren App-Baukasten zurückgreifen? Aus demselben Grund, warum man als Stadttheater oder Opernhaus kein Blog-Content-Management-System für seine Website nutzt: Die Navigation und die Funktionalität sind stark vorgeprägt und kaum variierbar. Klick-Buttons, Text-Felder und Media-Player haben ein standardisiertes, nicht anpassbares Erscheinungsbild. Und kein Online-Redakteur strebt danach, Content für jede Kommunikationsplattform gesondert einzupflegen.

Warum überhaupt eine inhaltlich zugeschnittene App? Aus dem einfachen Grund, weil User auf mobilen Endgeräten nicht mit übermäßig vielen Hintergrundinformationen aufgehalten werden möchten. Gut bewertete Apps haben sich durch drei Merkmale ausgezeichnet: Klarheit und Sicherheit in Navigation und Funktion. Reduktion auf die angebrachten und wesentlichen Inhalte. Spielerische und haptische Lösungen komplexer Vorgänge. Eine einfache mobile Version der Website ist nicht mehr als eine Kopie sämtlicher Inhalte, die für stationäre Rechner mit entsprechend großen Bildschirmen erstellt wurden. Außerdem wird sie nicht von den App-Stores der Smart-Phone-Hersteller akzeptiert und verpasst so den hauptsächlich interessanten Vertriebsweg.

Drei Linien sind es also, denen man nachspüren sollte bei der Konzeption einer mobilen Applikation: Reduktion auf schlank gegliederte Kerninhalte. Aktualität, also Spielplan- oder Ausstellungsdaten mit angeschlossenem Online-Vertrieb. Intuitive und haptisch angenehme Menüführung.

In den kommenden Wochen werden weitere Apps folgen. Die bestehenden Apps werden um Informationen, Bilderstrecken und Videooptionen erweitert. Bei Anregungen oder Fragen zu den Möglichkeiten solcher Produktionen freuen wir uns über Ihre Nachricht unter app@kultuserver.de.

Website Maxim Gorki Theater Berlin

Website Schaubühne Berlin

Website Düsseldorfer Schauspielhaus (Gestaltung BOROS)

Website Theater Bremen (Gestaltung MUTABOR)

München Bühnen

Hamburg Bühnen

Berlin Bühnen

Classic Card

Website Forum Neues Musiktheater 2004/2005

A short look back into history: Die zeitlos gestaltete und akkurat navigierbare Website des Forum Neues Musiktheater an der Staatsoper Stuttgart 2003 – 2006. Intendanz: Klaus Zehelein. Scripting und Gestaltung: Sebastian Zimmermann. Projektsteuerung und Redaktion: Olaf Bargheer.


Startseite Website Forum Neues Musiktheater 2005

Editorial mit Rückblick Forum Neues Musiktheater 2003 – 2006

Veranstaltungsseite mit gelisteten Kurzanzeigen der Produktionen

Veranstaltungsseite mit Langanzeige einer Einzelproduktion – Kategorie “Workshops”

Veranstaltungsseite mit Langanzeige einer Einzelproduktion – Kategorie “Projekte”

Liste der Künstlerbiographien, hier die Langanzeige des Komponisten Yannis Kyriakides

Pressestimmen, gelistet nach Produktionen, hier die Langanzeige des Abschlusskonzertes 2006

Liste der Bildstrecken zu den einzelnen Produktionen mit Pop-up-Fenster und Foto-Übersicht

Liste der Bildstrecken zu den einzelnen Produktionen mit Pop-up-Fenster und Foto-Einzelanzeige

16.11.2011
von scoop think tank

PR & Markenkommunikation Velotaxi

A short look back in history: Leitung Unternehmenskommunikation für das Velotaxi Netzwerk 2005/2006. Die 1996 in Berlin gegründete Velotaxi GmbH ist Vorreiter für ein mittlerweile in 40 Städten in 17 Ländern eingesetztes urbanes Transportsystem und Werbemittel. Ein eigeninitiatives Start Up und “eine Innovation, die wir gern von der Hauptstadt Deutschlands aus in andere Metropolen weitergeben.” (Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister). PR-Kampagnen und Events in Zusammenarbeit mit Save the Children, Puma, Hertha BSC, Designmai, Berlin Partner, Semperoper Dresden, Hans Otto Theater Potsdam, Berlinizer, FIFA Fussball WM 2006. Messeauftritte, Produktentwicklung, Lizenzgeschäft, Kooperationspartnertage und Saisonstarts in Berlin, Potsdam und Dresden.

Pressemitteilung vom 22. März 2006

10 Jahre erfolgreiches Stadtmarketing – Velotaxi startet in die Weltmeisterschaftssaison – Hertha-Spieler treffen im Velotaxi auf ihre jüngsten Fans

Velotaxi trotzt der Märzkälte: gemeinsam mit der Hertha startet die Flotte am 22. März 2006 in den Frühling. Unternehmensgründer Ludger Matuszewski, Roland Engels und Michael Preetz läuten zusammen mit der Hertha-Mannschaft vor dem Olympiastadion die Weltmeisterschafts-Saison ein. Die Kinder aus der Heinrich-Roller-Grundschule sind eingeladen, ihre Spieler-Idole hautnah zu erleben und in den stahlblauen Hertha-Taxen eine Stadionrunde zu fahren.

Velotaxi versteht sich als vorrangiger Bestandteil des Stadtmarketings: Die mobilen Werbeträger unterstützen neben Berlin Partner bis zum Ende der Saison Hertha BSC. Eine Gruppe Velotaxen in den Hertha-Farben supportet den Verein beim Sprung auf einen UEFA-Cup-Platz.

Pressefoto-Termin zum Saisonstart am Mittwoch, 22. März 2006 um 13 Uhr am Berliner Olympiastadion, gemeinsam mit dem WM-Botschafter der Stadt Berlin Michael Preetz, dem Geschäftsführer der Berlin Partner GmbH Roland Engels, Falko Götz und den Spielern von Hertha BSC.

Für das 1997 gegründete Unternehmen ist das WM-Jahr zugleich Jubiläum: bereits im 10. Sommer prägen die umweltfreundlichen Fahrradtaxen das Straßenbild der Hauptstadt. Ab dem 24. März rollt die Veloflotte jeden Morgen aus den Hallen um der Stadt ein innovatives Verkehrs-, und Tourismuskonzept zu bieten.

Die Unternehmensstrategie zielt im 10. Jahr ganz auf Unterstützung: als umweltbewusste Shuttles bilden die Velotaxen das verbindende Glied im städtischen Nahverkehr. Die CityCruiser bringen ihre Passagiere ab 2 Euro bis direkt vor das Olympiastadion, die Kiezmeile oder die Parkwiese. Transparente günstige Tarife, kosmopolitisches Auftreten und Gastfreundschaft prägen unsere Vorstellung davon, die Welt zu Gast bei Freunden zu haben.

Das Großevent Weltmeisterschaft wird im Sommer Gäste und Touristen aus aller Welt in die Host Cities und die loungigen Fonds der CityCruiser ziehen. Velotaxi begrüßt die Klarstellung des Organisationskomittees der Fußballweltmeisterschaft, dass es während der WM im Umfeld der Stadien wie auch der Protokollstrecken insbesondere für mobile Werbeträger keine Werbebeschränkungen geben wird. Damit schließt sich das OK der von uns seit längerer Zeit vertretenen Rechtsauffassung an.

Pressemitteilung vom 17. Mai 2006

Velotaxi präsentiert CityCruiser II & DeliveryCruiser – Weltpremiere auf dem internationalen Designmai-Festival 2006 in Berlin

Mit dem CityCruiser II und dem DeliveryCruiser stellt Velotaxi in einer Weltpremiere seine neuen Fahrzeuge in Berlin vor. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, übernahm gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Velotaxi GmbH, Ludger Matuszewski, die Enthüllung.

Am 17. Mai enthüllte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, während seines Rundgangs auf der DesignCity offiziell die neuen Fahrzeuge CityCruiser II und DeliveryCruiser. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Velotaxi GmbH, Ludger Matuszewski, stellte er die neuen Fahrzeuge der Weltöffentlichkeit und der anwesenden Presse vor.

Pünktlich zum 10-jährigen Bestehen bringt Velotaxi zwei neue Fahrzeuge auf die Straße, die die Idee des Fahrradtaxis revolutionieren werden. Gemeinsam mit seinen renommierten Partnern gewerk und Veloform wurden die beiden Fahrzeuge nach zweijähriger Entwicklungszeit fertig gestellt. Die Berliner Agentur gewerk bekam den Auftrag für das Design. Für Entwicklung, Finanzierung und Produktion zeichnet die Firma Veloform verantwortlich.

Als Berliner Unternehmen hat es Velotaxi geschafft, durch seine unverwechselbaren Fahrzeuge und eine ungewöhnliche Geschäftsidee weltweit den Markt der modernen Fahrradtaxen zu erobern. Velotaxen genießen als mobile Werbeträger viel Flexibilität und hohe Sympathie- und Aufmerksamkeitswerte. Die bunten Fahrzeuge prägen seit nunmehr 10 Jahren nicht nur das Stadtbild der deutschen Hauptstadt.

Die neuen Fahrzeuge sind konsequente Weiterentwicklungen des originären Velotaxis. Die Konstruktion basiert nun auf dem so genannten “Flex-Frame-System”, das es ermöglicht, durch einen unkomplizierten Tausch des Fahrzeughecks das Fahrzeug in seiner Funktion zu verändern – vom Fahrgasttransport zum Lieferfahrzeug in wenigen Schritten.

Das Fahrradtaxi CityCruiser II – als Metapher für Flexibilität, Ökologie, Kommunikation sowie Individualität und Fun – verkörpert wie kaum ein anderes Objekt in der Stadt die Nutzfähigkeit von Design sowie dessen Potential für eine konkrete Lebensverbesserung innerhalb von Stadträumen. Der CityCruiser II ist zudem als Technologieträger für alternative Antriebssysteme wie Brennstoffzellen konstruiert worden.

Der neu entwickelte Delivery Cruiser ist eine Weltneuheit. Als Auslieferungs-, Promotion- oder Transportfahrzeug ist es mit allen Features eines CityCruisers ausgestattet und verkörpert geradezu idealtypisch die Vision einer Vernetzung von Arbeit und Freizeit im urbanen Kontext.

Durch die Überarbeitung der Form wurde das Fahrzeug in sich kompakter und dynamischer. Außerdem wurden die Fahrzeugmaße den weltweiten Standards angepasst was Abmessungen wie Breite und Höhe angeht. Ebenso wurde der Komfort für Fahrer und Fahrgäste durch ein neues Federungssystem verbessert. Die Kabinen sind zudem mit Anschlüssen für Multimedia und Flachbildschirmen versehen und können so vielseitig genutzt werden.

Presseinformation vom 4. September 2006

Velotaxi fährt für Save the Children – Berliner Unternehmen macht sich stark für die größte unabhängige Kinderhilfsorganisation der Welt

Am 7. September startet die erste gemeinsame Aktionskampagne von Velotaxi und Save the Children im Rahmen einer Spendenoffensive zum Velotaxi-Danke-Tag. Schirmherr ist Berlins Senator und Bürgermeister Harald Wolf.

Der Danke-Tag zum Saisonende steht bei Velotaxi stets unter einem karitativen Motto. Traditionell fahren am letzten Tag alle Fahrer und Mitarbeiter einen ganzen Tag lang unbezahlt für eine gute Sache. Dem Danke-Tag geht in diesem Jahr eine gemeinsame Aktionskampagne von Velotaxi und Save the Children voraus. Vom 7. September bis 21. Oktober fahren fünf Save the Children Velotaxis durch Berlin.

“Kinder brauchen unsere Unterstützung und Förderung, denn Kinder sind hilfsbedürftig, überall in der Welt. Wir unterstützen Save the Children aus dem Bewusstsein heraus, dass es uns und unseren Kindern hier in Deutschland gut geht, weil wir in einem sozialen Gefüge und Umfeld leben, das Kinder fördert. Wir freuen uns, etwas an Kinder, die Hilfe dringend benötigen, zurückgeben zu können. Und wir möchten andere Firmen aufrufen, sich unserer Aktion anzuschließen und an der Spendeninitiative teilzunehmen,” erläutert Ludger Matuszewski, Inhaber der Velotaxi GmbH Berlin, das Engagement seines Unternehmens.

Als Schirmherr für die sechswöchige Kampagne konnte Harald Wolf, Bürgermeister von Berlin und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen gewonnen werden. “Wieder einmal geht ein entscheidender Impuls von Berlin aus. Diese Aktion von Velotaxi ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Berliner Unternehmen durchaus ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Persönlich wünsche ich mir, dass sich noch mehr Unternehmen dieser Spendenoffensive anschließen”, so Harald Wolf.

Save the Children ist die größte unabhängige Kinderhilfsorganisation der Welt. Save the Children Deutschland bildet mit 28 weiteren nationalen Organisationen die International Save the Children Alliance. Diese ist seit 1919 und heute in über 110 Ländern aktiv, um Kinder vor Hunger, Krankheit und Ausbeutung zu schützen und die Rechte der Kinder zu stärken.

“Wir freuen uns sehr über die Unterstützung von Velotaxi. Für uns ist dies eine kreative Art, den Menschen in Berlin unsere Organisation sowie die Inhalte unserer Arbeit vorzustellen. Der innovative Ansatz von Velotaxi passt sehr gut zu uns”, so Manuela Kikillus, Geschäftsleiterin von Save the Children Deutschland

Mit den gesammelten Spenden wird die globale Bildungsinitiative von Save the Children unterstützt. Die im September startende Initiative wird im Rahmen einer Pressekonferenz am 12. September um 11 Uhr im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt.

Zum Auftakt der Velotaxi Spendenoffensive für Save the Children findet am 5. September um 18 Uhr ein Fototermin mit Senator Wolf und den fünf gebrandeten Velotaxen vor dem Roten Rathaus statt, wo anschließend das Hoffest des Regierenden Bürgermeisters beginnt.

Velotaxi Vision 2010 – Konzeptpapier 2006

42 Städte in 17 Ländern nutzen 1000 Velotaxen als modernes Mobilitätsangebot für Städter und Touristen. Die 1997 in Berlin gegründete Velotaxi GmbH hat 2006 ein internationales Wachstum durch permanente Innovation am Fahrzeug und Entwicklung von Betrieben erreicht. Velotaxi gilt in vielen Ländern bereits als Gattungsbegriff für auffällige Werbung und Ergänzung zum Individual- und Nahverkehr.

Velotaxi setzt neue Ziele. Gemeinsam mit den Stadtregierungen plant Velotaxi ein neues Stadtmarketing-Projekt. In Zukunft soll den Bürgern und Besuchern der Städte kostenfreie Mobilitäts-und Serviceleistungen angeboten werden. Finanziert wird diese Leistung durch Social Sponsoring. Unternehmen bringen ihr Engagement für die Region zum Ausdruck, indem sie die Attraktivität ihrer Stadt und die Lebensqualität für die Bürger und Besucher spürbar erhöhen und damit der Stadt einen großen Mehrwert bieten. Realisiert wird dieses neue System in einer strategischen Partnerschaft zwischen der Velotaxi GmbH, dem Sponsor und der jeweiligen Stadtregierung. Velotaxi stellt die Fahrzeuge, und wickelt als “One Stop Shop” alle operativen Tätigkeiten wie Wartung, Service, Schulung der Fahrer, etc. ab. Der Sponsor prägt mit seinem guten Namen das Bild der Stadt. Die Bürgermeister der Städte übernehmen Patenschaften für das neue Public-Private-Partnership.

Vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 findet in Deutschland die FIFA Fußball WM 2006 statt. Die Velotaxi GmbH nutzt das außergewöhnliche Ereignis, um in allen 12 Host-Cities gemeinsam mit strategischen Werbepartnern und Sponsoren verstärkt ihr Freizeit- und Verkehrsangebot anzubieten. Einen Monat lang machen insgesamt 540 freundliche City-Guides deutsche Innenstädte attraktiver. Ein Service für “Die Welt zu Gast bei Freunden” und eine einmalige Gelegenheit für Unternehmen, ihrer Stadt ein Gesicht zu geben.

Gute Nachrichten Nr. 61 – Informationsdienst der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen vom 14.02.2006

Erfolgreiche Unternehmer in Berlin – Das Portrait
Fragen an Ludger Matuszewski / CEO der Velotaxi GmbH Berlin

Wer hatte die Idee zu Velotaxi und wie funktioniert es?

Entstanden ist die Idee, als ich meinen festen Job bei Daimler aufgab, um mich selbstständig zu machen. Ich wollte etwas Neues und Ungewöhnliches für mich und Berlin schaffen, war mein Plan. Daraus entstand Velotaxi. Nach einigen Unwägbarkeiten – zum Beispiel musste geklärt werden, als welcher Fahrzeugtyp die Räder zugelassen werden konnten – startete Velotaxi 1997 mit 30 Rädern in Berlin und hat heute ein internationales Netzwerk mit über 1000 Fahrzeugen. Velotaxi Berlin transportiert pro Jahr mehr als 360000 Fahrgäste. Die dreirädrigen Fahrzeuge dienen nicht nur dem Transport – sie sind auch Werbefläche. Nur so geht das Konzept auf: Wir sind zwar ein Verkehrsunternehmen, aber nebenbei eben auch eine Agentur für Werbung und Marketing. Die rollenden Werbeflächen sind ein Hingucker und damit ein ganz besonderes Werbemittel für Unternehmen. Und: sie tragen dazu bei, den Velotaxi-Betrieb zu finanzieren, so dass die Fahrpreise erschwinglich bleiben. Der Fahrgast bezahlt 2,50 Euro für den ersten Kilometer und 1,00 Euro für jeden weiteren Kilometer. Eine halbe Stunde Velotour kostet 7,50 Euro. Mit Muskelkraft und Elektromotor-Unterstützung bei Steigungen und Gegenwind kutschieren die Fahrer ihre Passagiere auf Strassen, Fahrradwegen, durch Parkanlagen und über Busspuren.

Ihr habt es geschafft, Euch nicht nur in Berlin als Marke zu etablieren, was sind die wichtigsten Entscheidungen gewesen, die zu dem Erfolg geführt haben?

Allein in 14 deutschen Städten sind die Drahtesel unterwegs, auch international ist das Konzept erfolgreich. In 17 Ländern gibt es Velotaxi-Lizenznehmer, beispielsweise in Amsterdam, Barcelona, Warschau und Tokio. In neun japanischen Städten rollen die Räder – das Land ist der größte Auslandsmarkt von Velotaxi. Die Japaner legen viel Wert auf Umweltschutz und sind Innovationen gegenüber aufgeschlossen. Sie sind vom Velotaxi-Konzept so begeistert, dass es sogar Merchandising-Produkte gibt. Zum Beispiel ein Monopoly-Spiel, bei dem der Südbahnhof durch eine Velotaxi-Station ersetzt wurde. Dass Velotaxi ins Ausland expandiert, war jedoch keinesfalls geplant. Vielmehr kamen die internationalen Interessenten auf die Berliner zu. Anstoß war die Präsenz in Berlin und auf Veranstaltungen – zum Beispiel 2000 auf der Expo in Hannover und ein Jahr später auf der Bundesgartenschau in Potsdam. Vor allem dort war die Resonanz der Besucher sehr positiv. Seit 2002 wurde das gesamte technische Geschäft an eine zweite Berliner Firma, die Veloform GmbH, übertragen. Die Veloform entwickelt, produziert und verkauft weltweit die Fahrzeuge des Velotaxi-Systems. Ich halte persönlich 50% Anteile an der Veloform GmbH. Die Velotaxi GmbH hat die Markenrechte, erhält Lizenzen für jedes verkaufte Fahrzeug und verkauft Know-How und Support an die weltweiten Lizenznehmer. So wurde ein wichtiger neuer Umsatzbereich kreieren, der heute 50% des Jahresumsatzes ausmacht. Die Internationalisierung und das Anbieten von Netzwerk-Dienstleistungen macht das Berliner Unternehmen heute interessanter für große Marken und Media-Agenturen. Wenn wir uns nicht aus Berlin heraus entwickelt hätten, wäre das Velotaxi heute eine “langweilige Lokalnummer” und allerhöchstens ein ungewöhnliches regionales Medium.

Zur Fussball WM wird es sicher auch von Velotaxi zusätzliche Dienstleistungen geben, welche sind das und wie ist die Branche Deiner Meinung nach auf die Herausforderung vorbereitet?

Das Berliner Unternehmen Velotaxi ist zwar kein offizieller FIFA-Partner aber darf seine Fahrgäste auf öffentlichen Strassen oder Fahrradwegen bis an den Stadioneingang chauffieren. Und das egal ob die Werbepartner FIFA-Hauptsponsoren oder deren Wettbewerber sind. Um dies zu erreichen, haben wir ebenfalls einen enormen bürokratischen Aufwand betrieben, der uns heute einen echten Vorteil und eine Sonderstellung unter den Sonderwerbeformen sichert, die unter der restriktiven Haltung der FIFA und der so genannten “Bannmeile” leiden. Velotaxi kutschiert die Besucher der Fussball WM nicht nur in Berlin. Wir bieten unseren Service in den acht wichtigsten WM Städten (Host-Cities) an. Ein ganz besonderer Service für WM-Besucher: Fahrradttaxen bringen die Fußballfans überall dorthin, wo die WM ist – bis an die Stadien, zu den TV-Übertragungsorten, den WM-Partys und zum Sightseeing zwischen den Spielen.

Wir sind im Wahljahr und alle Parteien werden sich um Ideen für Arbeitsplätze und Wirtschaftsentwicklung bemühen: was würdest Du vorschlagen was wäre aus Deiner Sicht am dringendsten?

Die Zukunftsvision: Der Verkehr in den Innenstädten soll kostenlos werden. Vielleicht bereits 2007 sollen Velotaxi-Fahrten in Berlin keinen oder maximal 1 Euro kosten. Die Stadt Berlin zeigt sich von der Idee begeistert. Jetzt müssen wir nur noch berlinbegeisterte Werbepartner finden, die sich finanziell engagieren, um mit dem von ihnen gesponserten Velotaxi-System ihre Stadt attraktiver zu machen. Wir nennen das Stadtmarketing.

Velotaxi GmbH Berlin
Olaf Bargheer
Presse und PR (2005/2006)
T +49 30 443 194 19
F +49 30 443 194 20
presse@velotaxi.de
www.velotaxi.com

07.11.2011
von scoop think tank

Reportage Compilation

Textsammlung und Readtrough durch Reportagen, Interviews und Blogbeiträge aus den Jahren 2007-2011. Für DARE Magazin, ZEIT Online, art Magazin.

Knistern, Klicks und Rauschen
Auf dem Dresdener CYNETART Festival schaffen Künstler digitale Parallelwelten. Die Besucher geraten darin an die Grenzen ihrer Wahrnehmung. Eine Galerie in Wort und Bild. ZEIT Online im November 2007. weiterlesen

Es ist einfach Rockmusik
Das Hamburger Dockville Festival setzt auf Kunst- und Musikszene als Katalysatoren der Stadtentwicklung. Wer diese Ausrichtung außer Acht lässt und wie Daniel Richter die Tücken des Geländes toleriert, erlebt ein charmantes Wochenende zwischen aufgegebenen Hafenanlagen und Elbdeich. ART Magazin im August 2007. weiterlesen

Medienmix Fünfzehnternovemberzweitausendelf
DARE hat schöne, schlimme und in jedem Fall interessante Dinge zusammen gestellt, auf die man gerne hingewiesen wird. Heute zugegeben etwas burschikose Themen: Ikonen der Kriegsfotografie im LIFE Magazine / schöne Exponate aus achtzig Jahren Automobildesign / Messenger-Bags / sportliche Möbel / Snooker für Fortgeschrittene. weiterlesen

Medienmix Ersternovemberzweitausendelf
Vier DARE Redakteure wollen in dieser Rubrik in loser Zeitabfolge Linkempfehlungen aussprechen – zu den Ressorts, die wir verfolgen und zu den Themen, die uns verfolgen: Index / Friends and Lovers in Underground / Birgit Minichmayr / Avantgarde Diaries / Armin Petras / Nachtkritik / Stadttheater Debatte. weiterlesen

Produktionsgespräch im Labor für pathologische Versuchsanordnungen
Hauptprobe zu Clemens Mädges Interpretation von Émile Zola’s “Bestie Mensch” auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses. weiterlesen

Sensitive to Frustration
Sonia Cillaris Installationsperformance “Sensitive to Pleasure” auf dem CYNETART Festival will nicht so recht aufgehen. Im Videopodcast spricht die Künstlerin ihre Frustration über die nicht eben interaktiv agierenden Besucher aus. Ein Interpretationsversuch, beim gemeinsamen Abendessen mit der Tänzerin Johanna Roggan am CYNETART Redaktionstisch. weiterlesen

Alles Lüge
Apple, Autos, Aufmerksamkeitsökonomie. Ein Gespräch mit der Kuratorin Ina Grätz und dem Architekten und Designprofessor Friedrich von Borries zur “Stylectrical” Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Leitartikel zur DARE Ausgabe “Apocalypse Green”. weiterlesen

Independent Magazine Publishing
In der Medienlandschaft findet ein Strukturwandel statt, der eine Fülle von Magazinneuerscheinungen im Eigenvertrieb hervorbringt. weiterlesen

Der Panic Room der digitalen Kommunikationsgesellschaft
Leitartikel zum Theater-Ressort DARE Magazin “Multitasking Overflow”. weiterlesen

Phantom Vibration Syndrome
Editorial zur DARE Ausgabe “Multitasking Overflow”. weiterlesen

Nachtschicht an der Madison Avenue
Zum lange erwarteten Start der ersten “Mad Men” Staffel auf ZDF neo. weiterlesen

Reportage, Installation, Medienverschnitt, Entertainment
Vermag das Stadttheater noch Impulse zu geben? weiterlesen

Saisonstart Hamburg
Veranstaltungs- und Ausstellungstipps zum Abschluss der Sommerferien. weiterlesen

Lisboa Arte Contemporanea
Ein erlebnisbasierter Überblick über die zeitgenössische Kunstszene der portugiesischen Hauptstadt. weiterlesen

Hypertechnology
Titelstory für die erste Ausgabe des CYNETART MAGAZINS: Historische Fassaden bilden in Dresden die Kulisse für Veranstaltungen, die konsequent die Frage nach den Technologien der Zukunft stellen. Es werden viele sein, sie kommen schnell, und sie führen uns aus dem virtuellen zurück in das reale Leben. weiterlesen

Rehearsing Andersen
Wie der Regisseur Stefan Pucher sein Theaterprojekt “Andersen. Trip zwischen Welten” am Hamburger Thalia Theater visuell umsetzt. weiterlesen

Kongress für Anders
Eine Gruppe Hamburger Designer hat die Schlüssel für ein leerstehendes ehemalige Krankenhaus bekommen und will die Flure, Operationssäle und Krankenzimmer für ein Kunst-, Design- und Musik-Fesival zur Verfügung stellen. Ein Location-Scouting. weiterlesen

Virtual Encounters
Eine Gesprächsrunde auf dem Dresdener CYNETART Festival 2008 kartografiert die europäische Medienkunstszene. weiterlesen

Wir können die Wahrheit mit Worten nur umstellen
Maxim Biller, Angela Richter und der Fall Esra – Rezeptionsdrama eines Romans. weiterlesen

Rückzugsgefechte der Kreativen Klasse
Not In Our Name, Marke Hamburg – Ein Künstlermanifest erschüttert das Selbstverständnis des Hamburger Stadtmarketings. weiterlesen

Tenten Cuttings
Ein gesichtsloser Hamburger Street Art Künstler gestaltet Ströers Großflächenwände. weiterlesen

Kubik
Eine aufsehenerregende Club-Installation am Hamburger Brandshof. weiterlesen

Wider die falsch verstandene Zurückgenommenheit der digitalen Kunst
Die Hamburger Kunsthalle wollte Carsten Nicolai als Electronic-Musiker vorstellen. Der Versuch zeigte die Grenzen der Kompetenz eines Museumbetriebes auf. weiterlesen

White Cash Contemporary
Die Galerie White Trash Contemporary lädt mit exklusiven Fake-Kreditkarten zu seinen Ausstellungen ein. weiterlesen

Relax it’s only video
Review “Stile der Stadt” Videokunstausstellung 2008. weiterlesen

Menschen interessieren sich am stärksten für Kunst, wenn sie die Option haben, ein Werk auch zu kaufen
Ein Gespräch mit der Galeristin und Ausstellungsmacherin Elena Winkel zur Eröffnung der Index 2008 im Hamburger Kunsthaus. weiterlesen

Ein Künstler beantwortet nichts. Aber er hat vielleicht dieselbe Fragestellung wie ich
Ein Gespräch mit dem Hamburger Sammler und Kurator Rik Reinking, der mit dem britischen Street-Art Künstlers Boxi eine lang angelegte Ausstellungsreihe eröffnet. weiterlesen

Die Präsentation einer Sammlung ist immer eine Visitenkarte
Ein Portrait des Hamburger Sammlers und Kurators Rik Reinking, der im September 2008 seine “Reinkingprojekte” startet. weiterlesen

Clownfish Kunst Cluster
Zwei Jahre bevor die Region die Kulturhauptstadt 2010 stellt, rüstet sich eine Industriebrache in Wuppertal zum Hot Spot der Kreativwirtschaft. weiterlesen

Die Unruhe der Buchfinken
Eine Versuchsanordnung der Creative Industries für die erste Ausgabe des DARE Magazins “Hype”. weiterlesen

04.11.2011
von scoop think tank

Podcast Serie Rolf-Mares-Theaterpreis

Pressearbeit und Markenberatung zum Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater. Preisverleihung und Gala am 24.10.2011 im Altonaer Theater. Konzeption einer Podcast-Serie zur Vorstellung der zwölf Preisträger in den Kategorien “Herausragende Inszenierung”, “Bühenbild”, “Herausragender Darsteller”, “Herausragende Darstellerin”.

Related: Trailer des Jungen Schauspielhauses zur Spielzeit 2011/2012. Produktion: Julian Struck.

Pressemitteilung vom 19.09.2011 – Rolf-Mares-Preisträger 2011

Direkt im Anschluss an die 8. Hamburger Theaternacht am vergangenen Wochenende gab die Jury die Preisträger des diesjährigen Rolf-Mares-Preises der Hamburger Theater bekannt.

Der Preis wird seit 2006 jährlich ausgelobt und soll einen Spot werfen auf außergewöhnliche künstlerische Leistungen auf Hamburgs Bühnen. In vier Kategorien werden jeweils drei gleichwertige Preise vergeben. Die unterschiedlichen finanziellen, personellen und räumlichen Möglichkeiten der über 40 Hamburger Bühnen finden bei der Auswahl der unabhängigen Jury Berücksichtigung.

Herausragende Inszenierung Spielzeit 2010/2011
Jette Steckel »Don Carlos« Thalia Theater
Roger Vontobel »Penthesilea« Deutsches Schauspielhaus
Clifford Dean »This is how it goes« English Theatre

Herausragende Darstellerin Spielzeit 2010/2011
Claudia Amm als Violet Weston in »Eine Familie« Ernst Deutsch Theater
Vanessa Czapla als Jenny in »Atmen« Monsun Theater
Yvonne Disqué als Lola Blau in »Heute abend – Lola Blau« Engelsaal

Herausragender Darsteller Spielzeit 2010/2011
Oskar Ketelhut als Fritz in »Slagsiet« Ohnsorg-Theater
Nicki v. Tempelhoff als Jeffrey Skilling in »Enron« Hamburger Kammerspiele
Sven Fricke als Frank Lehmann in »Neue Vahr Süd« Altonaer Theater

Herausragendes Bühnenbild Spielzeit 2010/2011
Andre Barbé »La Cenerentola« Hamburgische Staatsoper
Katrin Plötzky »Der goldene Drache« Deutsches Schauspielhaus
Kathrin Kegler »Vom Fischer und seiner Frau« Theater für Kinder

Der Sonderpreis für langjähriges außergewöhnliches Engagement für das Hamburger Theaterleben geht in diesem Jahr an den Hamburger Autor und Künstler Michael Batz (»Jedermann«, »Portalspiele« am Hamburger Michel, »Geschichtswerkstatt«).

»Für eine Jury ist es in jedem Jahr eine große Herausforderung, aus geschätzten 300 Premieren herausragende Leistungen auszuwählen – nicht, weil es zu wenige, sondern weil es mehr als drei Namen pro Kategorie gäbe. Hamburgs Theaterlandschaft ist so vielfältig, so gegensätzlich, so wunderbar – hier einen Preis auszuloben, ist eine freudvolle Qual.« (Dr. Inge Volk, Jury-Vorsitzende Rolf-Mares-Preis)

Die Rolf-Mares-Preisverleihung und die Auszeichnungen finanzieren sich wie in den Vorjahren aus den Überschüssen der Hamburger Theaternacht: Von jeder verkauften Eintrittskarte zur Hamburger Theaternacht am 10. September 2011 floss ein Euro in den Preistopf.

Der Namensgeber des Theaterpreises ist der 2002 verstorbene Professor Rolf Mares, der zuletzt Vorsitzender des Kulturausschusses der Bürgerschaft war und davor in vier verschiedenen Theatern auf Direktionsebene wirkte (Thalia Theater, Deutsches Schauspielhaus, Hamburgische Staatsoper, Komödie Winterhuder Fährhaus).

Rolf Mares war bekannt für seine erfolgreiche, unabhängige, überparteiliche und theaterverbindende Arbeit im Sinne einer starken Kulturszene. Der Preis, der seinen Namen trägt, soll die Kraft, die Bedeutung und die Vielfalt der Hamburger Theater nachhaltig in Szene setzen – und Lust machen auf noch mehr Kultur.

Die Rolf-Mares-Preisverleihung 2011 findet am Abend des 24. Oktober 2011 im Altonaer Theater statt.

»Hawaii« Magazin Deutsches Schauspielhaus

Zum Spielzeitstart im September 2011 erscheint das neu aufgelegte Magazin des Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Es nennt sich »Hawaii«. Aus dem Editorial: »Hawaii liegt knapp 4.000 Kilometer vom amerikanischen Festland entfernt, ein abgelegener, fantastisch aufgeladener Ort, der geografisch der Inselwelt Australiens zugeordnet wird und dennoch der 50. Bundesstaat der USA ist. Irgendwie und irgendwo – eine reale Projektionsfläche. In diesem Spannungsfeld sucht sich das neue Magazin zu verankern: Große theatrale Stoffe der Weltliteratur stehen neben großen lokalen, stadtrelevanten Themen.« Redaktion: Christoph Twickel. Gestaltung: Andreas Hohmann. Format: Planopak A2 zweifach gefalzt auf A4.

»Hawaii 02« Dezember 2011

»Hawaii 03« Februar 2012

»Hawaii 04« Mai 2012

02.09.2011
von scoop think tank

Hamburger Theaternacht Facebook Community

Redaktion und Formatentwicklung für die Facebook Fanpage der Hamburger Theaternacht: Gewinnspiele, User-Einbindung, Interviews, Bildstrecken, Podcasts und Special Info, die im Vorfeld der Veranstaltung exklusiv über die Facebook Gruppe kommuniziert wurde.


Mobile Application Hamburger Theaternacht

Stärker als jede einzelne Bühne der Hansestadt setzt die Hamburger Theaternacht auf digitale Medien, um ihren Besuchern auf dem Parcours durch 40 Theater den größtmöglichen Service an die Seite zu stellen. Folgerichtig launchen die Veranstalter eine Woche vor der Hamburger Theaternacht 2011 eine eigene App – und sprachen vorab mit Felix Pace von der Hamburger Guerilla- & Online-Marketing Agentur Subliminal Society, die gemeinsam mit den Programmierern von YU:AR die Application auf den Weg gebracht hat.

Hallo Felix. Was habt ihr für einen Hintergrund und wie ist die Zusammenarbeit mit der Hamburger Theaternacht zustande gekommen?

Felix Pace: Die “Subliminal Society” ist eine Guerilla- & Online-Marketing Agentur. Wir entwerfen und betreuen Konzepte für die unterschiedlichsten Kunden, von Warner Music bis Sony Pictures, von Sony Ericsson bis Daimler-Benz. Für die Hamburger Theaternacht produzieren wir gerade wieder die Podcast-Reihe. Im letzten Jahr hatte die einen Rekordzugriff von 13.000 Views in nur einem Monat. Da wir auf der Theaternacht im vergangenen Jahr auch den Abschlussfilm gedreht haben, ist uns aufgefallen, dass es gar nicht so einfach war, die einzelnen Theater und Bushaltestellen zu finden. Um das zu vereinfachen, haben wir in diesem Sommer eine mobile App entworfen.

Vor welche Herausforderungen sieht man sich gestellt bei einem Projekt aus dem Kultursektor?

Felix Pace: Die spannende Aufgabe war, so viele unterschiedliche Theater und so unterschiedliche User unter einen Hut zu kriegen. Die App sollte einfach gestaltet und für alle Nutzer leicht zugänglich sein, gleichzeitig wollten wir aber so komplexe Strukturen wie das große Programm und die Navigation während der Theaternacht gut abbilden.

Auf was habt ihr bei der Konzeption der App den Fokus gelegt, wie arbeitet sie?

Felix Pace: Die App vereinfacht in erster Linie die Navigation während der Theaternacht. Mit der zentralen GPS-Navigation findet der Theaternachtbesucher jederzeit das nächstliegende Theater oder die angrenzende Busstation – inklusive aller Veranstaltungs- und Abfahrtszeiten. Über Programmänderungen oder Warteschlangen informiert ein eingebetteter Newsticker.

Was ist der Mehrwert der mobilen App für den Theaternacht-Besucher?

Felix Pace: Mit der neuen Application spart man wertvolle Zeit und kann am 10. September mindestens ein Theater mehr besuchen. Die Shuttlebuslinien und Alsterschiffe können viel ökonomischer genutzt werden, so lässt sich die Hamburger Theaternacht mit Übersicht und ohne Stress und Zeitdruck genießen.

Wie und wo kann ich die neue App bekommen?

Felix Pace: Die Hamburger Theaternacht Application ist seit heute früh freigeschaltet und kann kostenfrei im iTunes Store oder auf www.hamburger-theaternacht.de heruntergeladen werden.

»Live und direkt« Hamburger Theaternacht

Pressemitteilung vom 28.06.2011 zur Hamburger Theaternacht am Samstag 10.09.2011

Gleich zum Auftakt der neuen Spielzeit bündeln 40 Hamburger Theater ihr Programm und veranstalten am Samstag, 10. September 2011, die 8. Hamburger Theaternacht. Nach 7 erfolg- und ereignisreichen Jahren verspricht das künstlerische Programm und das ausgeklügelte, besucherfreundliche System aus 50 Shuttlebussen und 8 Alsterschiffen ein Erlebnis für die Besucher der Hamburger Theaternacht 2011 zu werden – und ein früher Höhepunkt der neuen Kultursaison kurz nach der Sommerpause.

Pressemitteilung vom 28.06.2011 zum Download (PDF 300 KB)
Pressebereich mit Pressefotos auf www.hamburger-theaternacht.de

Mit einer Theaternachtkarte für 11,00 EUR (VVK) / 14,00 EUR (AK) in der Tasche begibt sich seit 2004 ein wachsendes kulturinteressiertes Publikum auf einen Parcours quer durch die Hansestadt und verschafft sich einen Überblick über die Programmhöhepunkte des Repertoirs und die Produktionen der kommenden Spielzeit.

Den Auftakt zur Theaternacht macht um 19.00 Uhr die Eröffnungsfeier auf der zentralen Bühne am Jungfernstieg, die bis 23.00 Uhr von NDR 90,3 bespielt wird. Auf der anderen Seite der Innenstadt, vis-à-vis zum Millerntor, rüsten sich die Veranstalter für die große Abschlussparty in den Fliegenden Bauten. 6 Busshuttle-Linien, 8 zur schwimmenden Bühne ausgestattete Alsterschiffe und das komplette Netz der HVV Busse, U- und S-Bahnen verknüpfen die Bühnen der Stadt – und stehen den
Theaternachtbesuchern kostenfrei zur Verfügung.

»Live und direkt«

Das gemeinsame Erlebnis, die Gespräche und der Austausch über das vielfältige Programm sind der Kern der Hamburger Theaternacht – und der Grund, warum Jahr für Jahr am zweiten Septemberwochenende über 16.000 Besucher eine Nacht lang mit dem Kombiticket in den Theatersälen, den Opern- und Balletthäusern, den Kabaretts und Comedy-Clubs unterwegs sind.

Unmittelbarkeit, Partizipation und Austausch charakterisieren auch die überwiegende Zahl der 300 gezeigten Produktionen. Theater als Live-Medium zielt immer auf die Mitte der Gesellschaft und wirkt direkt und unmittelbar in die Stadt hinein. In unterschiedlichsten Projekten – auch jenseits des Repertoires auf der großen Bühne – zeigen Regisseure, Kuratoren und Theaterpädagogen, dass das Zusammenspiel mit dem Zuschauer einen Erlebnisraum schafft, den kein anderes Medium und kaum eine andere Kunstform zu öffnen in der Lage ist.

Über die Kernthemen und Veranstaltungsdetails der 8. Hamburger Theaternacht berichten die Vorstandsmitglieder Isabella Vértes-Schütter (Intendantin Ernst Deutsch Theater), Jack F. Kurfess (Geschäftsführender Intendant Deutsches Schauspielhaus), Florian Lienkamp (Kaufmännische Leitung Imperial Theater) und Christian Seeler (Intendant Ohnsorg-Theater)

»Der Austausch zwischen Bühne und Publikum, und vor allem zwischen den Zuschauern selber, die gemeinsam eine Nacht lang unterwegs sind – das schafft einen ganz eigenen Erlebnisraum und ist die besondere Qualität der Hamburger Theaternacht.« (Christian Seeler beim Pressegespräch am 28. Juni 2011)

Zentrale Bühne am Jungfernstieg

(17.00 – 19.00 Uhr Vorprogramm // 19.00 Uhr Eröffnung // 19.20 – 23.00 Unterhaltungsprogramm //
18.00 – 01.00 Busshuttle Junfernstieg – Spielstätten // 23.30 – 04.00 Uhr Party-Busshuttle Jungfernstieg – Fliegende Bauten)

Am Jungfernstieg, dem zentralen Knotenpunkt der Hamburger Theaternacht, laufen alle Fäden zusammen. Besucher können hier ab 17.00 Uhr Tickets kaufen und Informationen über Programm und Busshuttles einholen. Alle Shuttle-Linien und Alsterschiffe haben hier ihren Start. NDR 90,3 präsentiert auf der Bühne am Jungfernstieg das Programm. Um 19.00 Uhr wird die 8. Hamburger Theaternacht eröffnet, NDR 90,3 Moderator Christian Buhk führt im Anschlss Gespräche mit Hamburger Theaterschauspielern und Intendanten.

Abschlussparty in den Fliegenden Bauten

(24.00 – 04.00 Uhr // DJ Jim Sonic vom Imperial Theater)

Das Programm in den Theatern klingt langsam aus – doch damit ist der Abend noch lange nicht zu Ende. In den Fliegenden Bauten am Heiligengeistfeld kann noch bis zum Morgengrauen stimmungsvoll gefeiert werden. DJ Jim Sonic, der hauptberuflich für den Krimi-Sound im Imperial Theater zuständig ist, lädt alle Besucher und Theatermacher ab 24.00 Uhr zur großen Abschlussparty ein – für die Inhaber des Theaternachts-Tickets ist der Eintritt frei. Spontane Partygäste zahlen 5,00 EUR Eintritt an der Abendkasse der Fliegenden Bauten.

Party-Busshuttle Linie 400

(23.30 – 04.00 Uhr // Jungfernstieg – Fliegende Bauten)

Von 23.30 bis 04.00 Uhr pendelt der Party-Busshuttle zwischen der zentralen Bühne am Jungfernstieg und der Location für die Abschlussparty in den Fliegenden Bauten.

Programm auf den 8 Alsterschiffen

(18.00 – 23.00 Uhr // Anleger Jungfernstieg // Kampnagel // Winterhuder Fährhaus)

Hamburgs Poetry Slam Star Jenny Dorothea // Ensemble »bemerkensWort« mit Alexander Losekrug und dem Duo Damenbart // Diercks-Grischek-Trio // Jochen Wiegandt // Natalie Böttcher »Mit dem Akkordeon einmal um die Welt« // »Die 2 Clowns«

Hamburger Theaterbecher

(9,00 EUR // limitierte Auflage 700 Stück // gestaltet von Peter Schmidt)

Damit die Besucher frisch und munter durch die Hamburger Theaternacht kommen, gestaltet ein Künstler aus einem der beteiligten Theatern jedes Jahr den Theaterbecher: Mit dem Sammlerstück erhält man in jeder der teilnehmenden Spielstätten kostenfrei die ganze Nacht über frisch aufgebrühten Kaffee. Der Theaterbecher ist für 9,00 EUR an den Kassen der Theater erhältlich und wurde in diesem Jahr von Peter Schmidt gestaltet, der für das Corporate Design der Hamburgischen Staatsoper verantwortlich zeichnet und alljährlich Bühnenbilder für das Schleswig Holstein Musik Festival entwirft. 2007 wurde Peter Schmidt mit dem Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater für die Ausstattung des Theaterstücks »Nathan der Weise« am Ernst Deutsch Theater ausgezeichnet.

Der aktuelle, auf eine Auflage von 700 Exemplaren limitierte, und alle bisherigen Theaterbecher der vergangenen Jahre sind als Sammlerstücke über www.hamburger-theaternacht.de erhältlich. Mit dem Kauf unterstützt der Theaterinteressierte jedes Jahr die Finanzierung des Rolf-Mares-Preises.

Theaternacht Tickets

(Vorverkauf ab 1. August 2011 // 11,00 EUR VVK // 14,00 EUR AK)

Mit dem Ticket zur Hamburger Theaternacht hat der Besucher freien Eintritt in allen 40 teilnehmenden Theatern und zur Abschlussparty in den Fliegenden Bauten. 8 Alsterschiffe, die Busshuttle-Linien 400 – 405 und das gesamte HVV-Netz mit U-Bahn, S-Bahn und Bus stehen eine Nacht lang kostenfrei zur Verfügung.

Tickets zur 8. Hamburger Theaternacht können ab 1. August 2011 im Vorverkauf zu 11,00 EUR zzgl. Vorverkaufsgebühren erworben werden: an den bekannten Vorverkaufsstellen, auf www.hamburger-theaternacht.de oder unter der Telefon-Hotline 040-69650578. Gebührenfreie Tickets sind an den Theaterkassen aller teilnehmenden Spielstätten erhältlich. Zur Theaternacht am 10. September 2011 liegt der Ticketpreis an den Abendkassen bei 14,00 EUR.

Theaternacht Infoservice

(Programm online ab 1. August 2011 // Application // Podcast // SMS-Service // Newsticker)

Theaternacht App: Brandneu in diesem Jahr: die kostenlose Theaternacht App. Sie bietet überall schnellen und bequemen Zugriff auf das komplette Programm und die Standorte der Spielstätten und Bushaltestellen. Erhältlich im App Store oder unter www.hamburger-theaternacht.de

Theaternacht Podcast: Hier bekommen Besucher Informationen aus erster Hand. Einfach kostenlos abonnieren unter www.hamburger-theaternacht.de.

Theaternacht SMS-Service: Hält Besucher stets auf dem neuesten Stand und versorgt sie die ganze Nacht über mit aktuellen Informationen. Auf www.hamburger-theaternacht.de die Mobilnummer eingeben und der SMS-Abonnent bekommt kostenfrei alle wichtigen Meldungen aus den Theatern, den Bussen oder vom Jungfernstieg sofort auf das Mobiltelefon.

Theaternacht Newsticker: Alle Programmänderungen und Theaternacht-Updates meldet unser Newsticker auf www.hamburger-theaternacht.de

»Die Theaternacht bietet nicht nur die Vielfalt der Theaterkünste, sondern ist auch ein Vorreiter für die Theater in Sachen neuer Kommunikationsmittel und Werbung.« (Christian Seeler beim Pressegespräch am 28. Juni 2011)

Teilnehmende Theater 2011

Allee Theater // Alma Hoppes Lustspielhaus // Altonaer Theater // Das Kleine Hoftheater // Das Schiff // Delphi Showpalast // Deutsches Schauspielhaus // Die 2te Heimat // Ernst Deutsch Theater // Fliegende Bauten // Hamburg Ballett // Hamburger Engelsaal // Hamburger Kammerspiele // Hamburger Sprechwerk // Hamburgische Staatsoper // Imperial Theater // Kampnagel // Komödie Winterhuder Fährhaus // Kulturhaus 73 // Lichthof Theater // Monsun Theater // MUT Theater // Ohnsorg-Theater im Bieberhaus // Opernloft // Schmidt Theater // Schmidts Tivoli // St. Pauli Theater // Thalia in der Gaußstraße // Thalia Theater // The English Theatre of Hamburg // Theater in der Basilika // Theater in der Washingtonallee // Theater Klabauter // Theater N.N. // Weisser Rausch

Gasttheater 2011

Echtzeit Studio // Kellertheater Hamburg // Krimi-Salon im Reichshof // The Rover Rep Theatre // Theater an der Marschnerstraße

Themenschwerpunkt »Live und direkt«

»Live und direkt« – Das gemeinsame Erlebnis, die Gespräche und der Austausch über das vielfältige Programm sind der Kern der Hamburger Theaternacht. Unmittelbarkeit, Partizipation und Austausch charakterisieren auch die überwiegende Zahl der 300 gezeigten Veranstaltungen. 4 Projekte, die beispielhaft aufzeigen, in welche Richtungen Regisseure, Kuratoren und Theaterpädagogen arbeiten und welche Erlebnisräume sie zur Theaternacht gemeinsam mit dem Zuschauer auftun:

Ulrich Raatz
Leiter der Mediengruppe »INPERSPEKT« am Ernst Deutsch Theater – Programm zur Hamburger Theaternacht: Live VJ- und DJ-Set auf der Plattform-Bühne des Ernst Deutsch Theaters):

Zehn junge Menschen zwischen 17 und 25 Jahren arbeiten am Ernst Deutsch Theater zusammen mit dem Filmemacher Ulrich Raatz an räumlich-musikalisch-visuellen Installationen. Die Medien-Jugendgruppe »INPERSPEKT« beschäftigt sich mit der spezifischen Atmosphäre von Orten. Die Gruppe bedient sich auf medialer und auf realer Ebene vielfältiger impulsgebender Methoden und sucht die aktive Auseinandersetzung mit dem Environment.

Andreas Löher
(Geschäftsführer Theatersalon »Die 2te Heimat« zum Programm bei der Hamburger Theaternacht):

Die Idee des Theaters »Die 2te Heimat« geht über das bloße Theaterspiel hinaus – Vorbilder sind vielmehr die privaten Kultursalons der 1920er und 1930er Jahre. Publikumsnahe Stücke und Situationen, in denen sich die Gäste wiedererkennen, prägen die künstlerische Handschrift und das Programm. Die Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum ist aufgehoben, der Zuschauerraum wird teilweise zum Spielort für Interaktion und Improvisation. Das Publikum übernimmt während jeder Aufführung seine eigene Rolle.

Michael Lang
(Künstlerischer Leiter der Komödie Winterhuder Fährhaus über das Projekt »1+«)

»Alleine mit mehreren ins Theater« – Die Idee des Projekts »1+« im Winterhuder Fährhaus ist, Menschen, die keine Partner zum gemeinsamen Theaterbesuch haben, zu kleinen Gruppen zu vernetzen, in denen gemeinsam Kultur erlebt werden kann. Die
Teilnehmer treffen sich zu Führungen hinter die Kulissen, führen Bühnengespräche mit Schauspielern oder Regisseuren und tauschen sich im Anschluss an die gemeinsam besuchten Stücke über ihre individuell gewonnenen Erfahrungen aus.

Christopher Weiß
(Regisseur am Hamburger Sprechwerk über den Theaterparcours »Treffpunkt Borgfelde«. Das Projekt wird zur Theaternacht in Ausschnitten am Hamburger Sprechwerk und an unterschiedlichen Aufführungsorten in Borgfelde präsentiert.)

»Treffpunkt Borgfelde« führte im Mai 2010 ein vierköpfiges Künstlerteam, Besucher aus ganz Hamburg und die Bewohner des Hamburger Stadtteils Borgfelde zusammen: zwei Monate lang hatten die Theatermacher außergewöhnliche wie ganz alltägliche Aspekte des Zusammenlebens recherchiert, die sie mit den Einwohnern direkt im Stadtteil künstlerisch umsetzten. Durch Szenen, Videoinstallationen, Lieder oder einen mal ganz anderen Besuch beim Bäcker um die Ecke entstand ein Theaterparcours, der den Besuchern die Seele des Stadtteils wie auch die ganz persönlichen Anliegen seiner Bewohner näher bringt – und ganz alltägliche Orte für einen Tag in Kunsträume umwandelt.

Rolf-Mares-Preis 2011

Save the date: Am 24. Oktober 2011 wird der Rolf-Mares-Preis zum 6. Mal vergeben. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr im Altonaer Theater statt: www.rolf-mares.preis.de

Herzlichen Dank für Interesse und Aufmerksamkeit. Über eine Ankündigung der Hamburger Theaternacht freuen wir uns. Für alle Fragen rund um die Hamburger Theaternacht stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Pressekontakt
Olaf Bargheer

Telefon 0177-4157401
presse-theaternacht@infernoevents.com

hamburger-theaternacht.de
facebook.com/hamburgertheaternacht

Schauspielhaus Blog & Theaterscout Redaktion

Konzeption und Launch eines eigenständigen Schauspielhaus Blog, der parallel zur statischen Website Einblicke in die Produktionen und Sichtweisen des Stadttheaters vermittelt: produktionsbegleitende Essays und Interviews, Einmischungen in aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Fragestellungen der Stadt, Kampagnendokumentation, Bildstrecken und Podcasts aus dem Produktionsbetrieb Theater. Neben einer festen Redaktion aus Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit publizieren die “Theaterscouts” eigenständige Beiträge: eine Gruppe von unabhängig operierenden Journalismus- und Kulturwissenschafts-Studenten. Launch des WordPress-CMS-Blogs im März 2011. Permanente Verzahnung mit der statischen Website des Schauspielhauses und der mitgliederstarken Facebook-Fanpage.


Der Grosse Schauspielhaus Publikumspreis

Schauspielhaus Case Study “Publikumspreis” Just wenn sich eine Spielzeit dem Ende nähert und die Mediaplanung für die Produktionen abgeschlossen ist, funktionieren Publikumseinbindungen wie diese beiden Facebook-Awards: “Der Große Schauspielhaus Publikumspreis” sucht die beliebtesten und vielbesprochendsten Produktionen der Spielzeit 2010/2011 in fünf Kategorien. Eine Woche später stehen die prägendsten Plakatmotive der Spielzeit zur Wahl.

Planet Schauspielhaus

Schauspielhaus Case Study “Planet Schauspielhaus – Ein Fest für das Junge Schauspielhaus” am 23.01.2011 Postkartenedition mit 6 Motiven. Distribution über Displays und Guerilla Platzierung im öffentlichen Raum. Stencils mit wasserlöslicher Farbe.  Online-Dokumentation mit Bildstrecken über Facebook und Blog. Like-Buttons wählen das beliebteste der 6 Motive und kommentieren die Platzierung auf der Strasse. 4 Virals à 3 Minuten mit dem “Haifisch-Miniclub” zur Bewerbung der “Planet Schauspielhaus” Veranstaltung: “Was ist eigentlich ein Regisseur?”, “Was macht eigentlich ein Schauspieler?”, “Woher kommt der Applaus?”, “Was ist eigentlich ein Bühnenbild?”.

Postkarten Edition “Planet Schauspielhaus” mit verrätselten Fragen und Bildmotiven: