Buchrelease tesla medien > kunst < labor

Ein Basislager für Exploration, Recherche und gelassenen Austausch war das Berliner medien > kunst < labor tesla. Die Süddeutsche Zeitung nannte das 2007 abgeschlossene Projekt “eine Insel entspannter Ernsthaftigkeit.” Im Alexander Verlag ist nun eine 224 Seiten starke Dokumentation über die dreijährige Arbeit am tesla erschienen. Dazu gibt es eine CD von signal’s (Olaf Bender, Frank Bretschneider, Carsten Nicolai) tesla Produktion “The Wardenclyffe Project” 2006, die auch beim raster-noton Archiv für Ton und Nichtton downloaded werden kann.

“Künstlerische Praxis in den Medienwelten ist eine Angelegenheit der Verschwendung. Ihre privilegierten Orte sind nicht Paläste, sondern offene Laboratorien”, schreibt der Medienphilosoph Siegfried Zielinski. Das tesla medien > kunst < labor hatte einen Palast zum Laboratorium gemacht – drei Jahre lang war das Podewilssche Palais nahe dem Berliner Alexanderplatz zentraler Ort für mediale Künste.

Das Haus wurde zum offenen Treffpunkt für etablierte und junge Künstler. Es war Plattform für die Entwicklung von Produktionsprozessen, Kooperationen und Partnerschaften und bot einen Diskussionsraum für öffentliches Nachdenken und künstlerische Reflexion über Gegenwartskunst. In Forschungsprojekten und einem umfangreichen Residenzprogramm wurde die Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen alten und neuen, analogen und digitalen Medien untersucht und erörtert.

Das Buch dokumentiert die Arbeit des medien > kunst < labors tesla in den Jahren 2005 bis 2007. Es legt resümierende Überlegungen der beteiligten Kuratoren, Künstler und Begleiter vor und wird so zu einem Streifzug durch die Formen und Formate aktueller künstlerischer Praxis jenseits abgezirkelter Disziplinen und eingehegter Diskursfelder.

Mit dokumentierten Projekten von Sam Ashley, Sam Auinger & Hannes Strobl, Andres Bosshard, Paul Demarinis, Dumb Type, Jo Fabian, Frauke Havemann, Edwin van der Heide, Shelley Hirsch, Chris Kondek, Hans Peter Kuhn & Junko Wada, Ulf Langheinrich & Akemi Takeya, Lillevan & Zeitblom, NEUER TANZ/VA Wölfl, Carsten Nicolai, Martin Riches, Chris Salter, Jan Peter E.R. Sonntag, Pablo Ventura, Penelope Wehrli und vielen anderen.

Dr. Andreas Broeckmann ist Kunstwissenschaftler und Kurator. Er studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Medienwissenschaft in Bochum, Berlin und Norwich/UK. Tätigkeit am Rotterdamer Institut für instabile Medien, V2_Organisatie (1995-2000), Künstlerischer Leiter der ‘transmediale – Festival für Kunst und digitale Kultur’ in Berlin (bis 2007), Mitglied der künstlerischen Leitung des medien > kunst < labors tesla. Seit 2009 Gründungsdirektor des U – Zentrum für Kunst und Kreativität in Dortmund. Mitglied des mikro e.V. für die Pflege von Medienkulturen in Berlin und Mitbegründer von Les Jardins des Pilotes.

Detlev Schneider ist Theater- und Kulturwissenschaftler und Kurator. Studium in Leipzig und Berlin, danach theaterpublizistische Tätigkeit, speziell über Szenografie und theatrale Grenzbereiche, Kuratierung von Ausstellungen, 1989 Mit-Initiator der Wiederbelebung des Festspielhauses Hellerau in Dresden, 1990 bis 2000 Vorsitzender von dessen internationaler Trägergesellschaft und bis 2002 künstlerischer Leiter. 2004 bis 2007 Mitglied der künstlerischen Leitung des medien > kunst < labors tesla. Derzeit Studien und Projekte zu den Schnittflächen von medialer Performance und Musiktheater. Lebt in Berlin.

Carsten Seiffarth studierte Orchestermusik, Musikwissenschaft und Soziologie in Weimar und Berlin. Seit 1991 kuratiert und produziert er Projekte im Bereich zeitgenössischer Musik, Klangkunst und Medienkunst im In- und Ausland. Von 2005 bis 2007 war er Mitglied der künstlerischen Leitung des medien > kunst < labors tesla.

Broeckmann, Andreas; Schneider, Detlev; Seiffarth, Carsten
tesla berlin. medien > kunst < labor

Alexander Verlag Berlin, 2010
224 Seiten, 210 Abbildungen
Fadenheftung, Hardcover
ISBN 978-3-89581-224-8
19,90 EUR

03.09.2010
von Olaf Bargheer

CYNETART MAGAZIN #1 Hypertechnology

Titelstory für die erste Ausgabe des CYNETART MAGAZINS im August 2010. Vom Zukunftsforum im gläsernen Kongresszentrum aus blickt man hinüber auf das barocke Gebäudeensemble der Dresdner Altstadt. Das CYNETART Festival für computergestützte Kunst ist in einem Festspielhaus aus der Gründerzeit untergebracht. Historische Fassaden bilden in Dresden die Kulisse für Veranstaltungen, die konsequent die Frage nach den Technologien der Zukunft stellen. Es werden viele sein, sie kommen schnell, und sie führen uns aus dem virtuellen zurück in das reale Leben.

In den ersten Jahren des verheißungsvoll gestarteten zwanzigsten Jahrhunderts verfasste der italienische Avantgarde-Künstler Filippo Tommaso Marinetti einen Essay, der als Futuristisches Manifest in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Die Futuristen verfolgten einen damals wie heute waghalsigen Ansatz: die Verknüpfung von Technologie mit Kunst. Auf ihren in die Abstraktion gleitenden Bildern wimmelt es von Automobilen, Dampfeisenbahnen und Doppeldeckerflugzeugen, in Szene gesetzt mit schnellem Pinselstrich und dynamischer Linienführung. Alle Welt war gebannt von der Geschwindigkeit und Kraftentfaltung der neuen Verkehrsmittel. Man muss sich das vor Augen führen: Das Paradigma von Postkutsche und berittenem Boten hatte jahrhundertelang das Zeitempfinden bestimmt. Nun also, in rascher Abfolge, die bahnbrechenden Erfindungen von Telegrafem, Telefon, Daguerreotypie, Fotografie, Dampfmaschine, Verbrennungsmotor. Elektrisches Licht und Trams auf den Straßen von Berlin und Paris. Die ersten Wochenschauen in den Lichtspielhäusern. Zeppeline über dem Atlantik. Um diese Zeit herum wurde der Takt angeschlagen, der auch heute noch den Rhytmus der technologisierten Welt antreibt.

Download PDF auf der Website der CYNETART Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges machte beidem – der international vernetzten Avantgarde und dem technologisch infizierten Aufbruchsgeist – einen Strich durch die Rechnung. Die zwanziger Jahre brachten eine gehörige Portion Verunsicherung und Skeptizismus: Die Verarbeitung von Krupp- und Thyssen-Stahl hatte vor allem zur Produktion von großkalibrigen Kanonen und Panzern geführt. Die bürgerliche Epoche war durch die Kriegsschäden an Gesellschaft und Individuum zerrüttet. Dadaismus und Surrealismus spiegelten besser die Stimmung als der vor viriler Kraft strotzende Aufbruchsgeist der Futuristen.

Aber man muss vorsichtig sein bei der Entwicklung dieses Gedankens: Er entspringt der Sichtweise eines Europäers. Verunsicherung und Technikskepsis sind Eigenschaften, die in den USA nahezu unverständlich aufgenommen werden. Die Goldenen Zwanziger brachten diese Verschiebung des Machtgefüges nach Amerika. Seitdem werden dort die Trends gesetzt und die Technologien entwickelt – in der Populärkultur, in der Wirtschaft und in den Wissenschaften. Dass dieser nahezu unhinterfragte technologische Fortschritt so viel Wumms entwicken konnte, liegt an einer ungeheuer dynamischen Vermengung von Erfindungsreichtum und Markt: neue Techniktools werden nicht um ihrer selbst willen entwickelt, sondern dazu, eine kaufkräftige und konsumfreudige Massengesellschaft zu bedienen. Adorno oder Walter Benjamin haben dicke Schwarten zu dieser Melange geschrieben. “Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” wird heute noch in jeder Power Point Präsentation und in jedem ordentlichen Feuilleton Artikel zitiert.

Ganz in der Tradition dieses US-amerkanischen Wissenschaftsglaubens steht der angesehene MIT Forscher Ray Kurzweil, der einen zentralen Vortrag auf dem Dresdner Zukunftsforum am 10. Juni 2010 gehalten hat. Kurzweils auflagenstarke Bücher und Präsentationen wurden vom Moderator der Veranstaltung, dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar immerhin als “etwas ganz fundamentales” angekündigt. Ray Kurzweils hochinteressante und gewohnt streitbare Position: Die Entwicklung neuer Technologien verlaufe nicht bloß linear und daher überschaubar – sondern exponentiell und daher in so großen Schritten, dass eine gehörige Portion Fantasie und Wagemut von Nöten ist, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie wir in 30 oder 50 Jahren leben werden.

Mit einem Feuerwerk eindrücklicher Beispiele belegt der Think Tank Vorsitzende seine These: Während Gutenbergs Buchdruck noch einige Jahrhunderte brauchte, bis er den Massenmarkt und also ein breites Publikum erreichte, waren es von der Erfindung des Telefons noch 50 Jahre. Vom ersten Mobiltelefon über die Weiterentwicklung des Smart Phones bis zu den Sozialen Netzwerken im Internet schrumpfte diese Zeitspanne immer mehr zusammen.

Neue Online-Kommunikationstools ploppen heute innerhalb kürzester Zeit auf – eine konsequente Folge der Demokratisierung dieser “Tools of Creativity”, die institutionsunabhängig erfunden und mit geringen Kosten für den Verbraucher angeboten werden.

Als Motor für diesen wirtschaftlichen Aspekt des technologischen Fortschritts sieht Ray Kurzweil das “Law of accelerating returns”: Weiterentwicklungen führten nicht nur zu besseren Technologien, sondern auch zu geringeren Produktionskosten und Endpreisen. Das neue iPhone ist doppelt so gut wie sein Vorgänger, werde aber von Apple zur Hälfte des Preises angeboten. Hier entsteht ein unwiderstehlicher Drive und eine enge Verkoppelung von Improvement und Markt.

So weit so gut. Jeder, der Ray Kurzweils Ausführungen lauscht, nickt zustimmend mit dem Kopf, wenn es um Beispiele aus der Kommunikationstechnologie, der Rechnerkapazitäten und der Automobilbranche geht. Unbehagen stellt sich ein, wenn das offensichtlich geltende exponentielle Wachstum auf den Menschen selber zurückführt:

Der Schlüsselbegriff der “Intelligence” sei nicht länger an die behäbig verlaufende Evolution gebunden. Nichtbiologische Nanotechnologien stünden kurz davor, in der Medizin Einzug zu finden. Und warum sollten nur Computer und Smart Phones automatische Updates vornehmen? Der suboptimal gestaltete weil krankheitsanfällige und alternde Körper lässt sich durch Implementierung digitaler Intelligenz von den Unzulänglichkeiten, die ihm jahrtausendelang zu schaffen gemacht haben, befreien und optimieren.

Ein Gedankengang, so folgerichtig wie beängstigend. Er zielt auf die Ressentiments gegenüber den ungebremsten, unreflektierten Entwicklungen in der Biotechnologie. Aber: Kein Ethik-Rat weit und breit. Ranga Yogeshwar, in den achtziger Jahren selber am CERN in Genf, streut leise Zweifel, indem er nach dem Sättigungsgrad und der systemimmanenten Begrenzung des Wachstums fragt. Außerdem: Liegt nicht unsere Identität ganz woanders, dort, wo wir sie mit Gencodes und kognitiven Vorgängen nicht mehr beschreiben oder gar beeinflussen können?

Think Tank Vordenker wie Ray Kurzweil und der Begründer des World Wide Web, Sir Tim Berners-Lee, entgegnen, wir seien schon vor dem Einzug der digitalen Technologien ein Produkt aus der Summe von angeeigneten Eigenschaften gewesen – ein Ansatz, der sich schon in der Philosphie und Psychologie des späten 19. Jahrhunderts findet. Beide scheren sich schlichtweg nicht um die vermeintliche Auflösung des Ich-Begriffs – erst recht machen sie diesen nicht am Körper fest.

Ray Kurzweils – wenn man so will – europäischer Counterpart, der auf der Bühne des Zukunftsforums fehlte, ist der französische Medienkritiker und Philosoph Paul Virilio. Auch bei ihm spielt die Geschwindigkeit der Informationsgesellschaft eine zentrale Rolle – wenngleich eine ambivalente.

Dadurch, dass die Informationstechnologien heute schneller sind als der Mensch, entstehen erhebliche Gefahren für das soziale und politische Gefüge. Die Moderne steckt voller Brüche. Unseren vermeintlichen Fortschritt sieht Virilio als ein Scheitern: Die Geschwindigkeit und globale Gleichzeitigkeit führe letztlich zu künstlich erzeugten Katastrophen wie Tschernobyl, 9/11 und dem nur mehr medial vermittelten Irak-Krieg. Ein aschespuckender isländischer Vulkan ist zunächst einmal ein verhältnismäßig kleines Übel. Erst seine Position inmitten eines hochfrequenten und entsprechend sensiblen Luftraums führt zum Chaos.

Wenn wir unsere vermeintliche Wirklichkeit nur mehr über moderne Kommunikationsmittel gefiltert und verstärkt wahrnehmen, führt das zu einer Synchronisierung und Gleichschaltung der Gefühle: wir reagieren perplex aber ohnmächtig auf die Fernsehbilder. Virilio attestiert uns eine permanente “audiovisuelle Belastung”. Unser Planet – so sein Statement – sei zu klein geworden für den Fortschritt. Weil die Geschwindigkeit dafür sorgt, dass uns die Konstanten abhanden kommen. Weil sie den Raum vernichtet und die Zeit verdichtet. Sein bekanntestes Buch nannte Paul Virilio: Rasender Stillstand.

Für die Entwicklung der Medienkunst wirken beide Positionen enorm impulsgebend. Paul Virilio unterfüttert den Skeptizismus und die systemkritische Stoßrichtung, die den Kunstwerken innewohnt. Ray Kurzweil teilt mit den Künstlern das Gespür für Fantasie und Neugierde. Eine Schleife zurück zu den Futuristen zu ziehen, würde diesen Text arg konstruiert erscheinen lassen – dass am Beginn des technologieorientierten zwanzigsten Jahrhunderts aber der Takt angeschlagen wurde, der einhundert Jahre später die Arbeit in den Labs der Medienkunstzentren bestimmt – diese Traditionslinie kommt nicht von ungefähr.

Das ideenstiftende Zusammenwirken von Kunst und Technologie inspirierte auch die Panelmitglieder des Dresdner Zukunftsforums. In einer “Breakout Session” gab eine Performance der Trans Media Akademie Hellerau einen Ausblick darauf, wohin die Reise gehen kann. Die Steuerung von Sound und Videoprojektionen wird nicht notwendigerweise an Tastaturen, Bildschirme und Touch Pads gebunden sein. Camera-Motion-Sensoring ist eine Technik, bei der Körperbewegungen erfasst werden und interaktive Tools direkt ansteuern. Wie man diese völlig neuen Räume der sinnlichen, körperlichen Wahrnehmung und Interaktion ausreizen kann, davon wollte sich der Moderator der Performance überzeugen: Ranga Yogeshwar krempelte sich kurzerhand die blauen Hemdsärmel hoch, konzentrierte sich einen Moment lang auf die animierte Klaviatur – und schlug erstaunlich athletisch ein Rad.

Abbildungen v. o. n. u. Performance der Trans-Media-Akademie Hellerau mit dem Moderator Ranga Yogeshwar. Ray Kurzweil während seines Vortrages beim Dresdner Zukunftsforum. Klaus Nicolai (weißes Hemd), Ranga Yogeshwar (blaues Hemd) und Olaf Bargheer (schwarzes Hemd) zwischen zwei Veranstaltungen. Jakob Korn, Sven Dämmig, Thomas Dumke, Klaus Nicolai und Olaf Bargheer vor dem Congress Center.

25.08.2010
von Olaf Bargheer

CYNETART MAGAZIN #1 Editorial

Editorial zur ersten Ausgabe des Magazins. Release am 20.08.2010. Willkommen – Sie halten die erste Ausgabe des CYNETART MAGAZINS in Händen. Ein weiteres Magazin zum aktuellen Stand der Medienkultur – braucht es das? Wir meinen ja – denn gerade unsere feinteilige und verstreute Öffentlichkeit legt es nahe, den eigenen Standpunkt, die eigene Idee mit Herzblut und Verve nach Außen zu tragen. Das Magazin zum anstehenden 14. CYNETART Festival für computergestützte Kunst will unserer gelebten elektronischen Bewusstseinskultur ein Bild zu geben und die Protagonisten des Festivals und der Trans Media Akademie Hellerau vorstellen. Medienkünstler verstehen sich zusehends als Seismographen und kritisch beobachtende Scouts für Trends und Lebensweisen innerhalb und mit Medien.

Download PDF auf der Website der CYNETART Wer die CYNETART in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat, wird feststellen, dass auf dem Festival nicht weniger verhandelt wurde als grundsätzliche Fragen nach unserer raum-zeitlichen Wahrnehmung – und nach dem menschlichen Element dazwischen. Diesen Gedanken will das Magazin aufgreifen. Es stehen die Menschen im Vordergrund. Die Macher. Ihre Ideen, Denkansätze, Produktionsweisen und Erlebnisse.

Das CYNETART MAGAZIN richtet sich an die Protagonisten unserer Digital Culture. Nicht unbedingt an den blassen Geek, sondern an die junge Ingenieurin, die wir Sonntags früh noch bei der After Hour im Club antreffen – und mit der wir am darauffolgenden Montagmorgen Fragen der Vorteile von vertikalen gegenüber horizontalen Flächen unter dem Einsatz von Fiducials besprechen.

Es richtet sich an Menschen, geladen mit zehn, fünfzehn Jahren Technologie- und Interneterfahrung, mit der Lust am Medienhacking, dem Trieb nach elektronischer Tanzmusik, mit dem Verständnis für den Nutzen des Digital Cocaine, mit Sinn für Neuro-Enhancer-Lifestyle und Medienkunst-Jet-Set als Mittel der kulturellen Reflexion. Protagonisten einer gelebten kulturellen Verschiebung – von der bloßen Netzkultur in Richtung einer lust- und körperbezogenen Populärkultur.

Thomas Dumke, Olaf Bargheer und die Redaktion im Juli 2010

Es sind zwei weitere Ausgaben des CYNETART MAGAZINS in Arbeit. Die zweite wird voraussichtlich Anfang Oktober erscheinen und versteht sich in erster Linie als ein Leitfaden zum diesjährigen Festival. Die dritte Ausgabe soll kurz vor dem Festivalauftakt Anfang November vorliegen. Die Edition aus drei Magazinen soll als gebundene Katalogcompilation während der CYNETART im Festspielhaus Hellerau sowie über den Online-Shop der TMA Hellerau angeboten werden.

25.08.2010
von Olaf Bargheer

Die neuen Gründer

Süddeutsche-Redakteur Simon Feldmer nimmt in seinem Medienressortartikel Die neuen Gründer eine ganze Reihe von ambitionierten Magazinneuerscheinungen unter die Lupe – nebst den dazugehörigen, oft wagemutigen Geschäftsmodellen. Dem DARE Kunstmagazin spricht er anerkennend zu, sich um Leser zu bemühen, “die den etwas elitären Blick auf die Gesellschaft schätzen”: “Trotz Krise entstehen wieder Magazine, oft abseits der großen Verlage. Wer dauerhaft Erfolg haben will, braucht eine Nische, Geduld und Geld.” Weiterlesen auf Süddeutsche Online.

25.08.2010
von Olaf Bargheer

Flow. Control.

Flow.Control. – sagt Peter Wippermann – ist der neue Quellcode des Wandels und daher der suggestive Titel des 15. Deutschen Trendtags am 15.09.2010 in Hamburg. In seinem Editorial schreibt der Gründer des Trendbüros und gestandene Marketeer über Digital Visitors und Digital Residents, über Netzwerk- ökonomie und über die unübersehbare Tatsache, dass nicht mehr nur die Qualität der Information, sondern die Qualität der Kommunikation zum Erfolg führt.

Eine andere Sache, die sich aus der Beobachtung der Kommunikation im sozialen Netz feststellen lässt: Die Technologie entwickelt sich schneller als die Gesellschaft. Dreißig Jahre werde es sicherlich dauern, bis sich unsere Denk- und Verhaltensweisen den digitalen Möglichkeiten angepasst haben und die Kommunikationsform des Internets mit all ihren Möglichkeiten in der gesamten Gesellschaft angekommen ist. Denn “die Medien, die man in der Kindheit lernt, sind Umwelt. Die anderen bleiben einem von der Grundidee her fremd.“

(aus “Die Presse” Printausgabe vom 17.07.2010 zum Wiener Digitalmarketing-Kongress 2010)

Flow.Control. Der neue Quellcode des Wandels

Von Peter Wippermann

Customer-Lifetime-Value heißt die Währung des Erfolges für Unternehmen in der Netzwerkökonomie und nicht mehr Mass-Market wie in der Industriekultur. Für Unternehmen ist es wichtig zu erkennen, dass die permanente Beziehung zum Kunden zum alles entscheidenden Wirtschaftsfaktor wird. Wer hier ein ermutigendes Beispiel aus der globalen Wirtschaft sucht, sollte sich den Siegeszug von Apple oder Amazon genauer ansehen. Medien haben ihren Charakter geändert. Sie helfen nicht mehr in erster Linie, Produkte zu verkaufen, sondern entwickeln sich zum Zentralnervensystem eines Unternehmens. Aus der Strategie des Abverkaufs von Produkten wird ein Beziehungsmanagement der gemeinsamen Interessen. Die neuen Prozesse zielen auf individuelle Dialoge mit jedem einzelnen Kunden, und das weltweit. Nicht die Quantität der Information, sondern die Qualität der Kommunikation führt zum Erfolg.

Der anschwellende Datenstrom ist über die Ufer der traditionellen Medienkanäle getreten. Die Deiche zwischen Kommunikation, Transaktion und Produktion sind unter den Bedingungen des Internets gebrochen. Die Grenzen von Arbeit und Freizeit verschmelzen zu einem einzigen Flow. Ein virtuelles Doppelleben zwischen Work-Flow und Life-Flow bietet unbekannte Chancen und Risiken. Für die nächsten Jahre wird es besonders darauf ankommen, dass man sich nicht nur für die neuen Technologien begeistert, sondern vor allem ihre kulturelle Akzeptanz analysiert. Unternehmen können von der neuen digitalen Real-Time-Analyse des Life-Flows ihrer Kunden enorm profitieren: Geoinformationen, Bewegungsbilder, hoch individualisierte Bedürfnis- und Konsumprofile und das steigende Involvement der Konsumenten mit ihren Marken im Social Web unterstützen allesamt das Beziehungsmanagement zwischen Unternehmen und souveränen Konsumenten. Auf der anderen Seite entwickeln Arbeitnehmer und Konsumenten neue Abwehrformen gegen die Übergriffe des Work Flow auf ihr privates Leben. Die Vorbehalte gegen den gläsernen Kunden und den digital völlig verfügbar gemachten Mitarbeiter wachsen. Mit der Angst vor dem Kontrollverlust verstärkt sich der Wunsch nach Privacy. Gleichzeitig stehen die Früchte der Digitalisierung und der neue Komfort der Vernetzung immer noch nur wenigen zur Verfügung.

Die Gesellschaft wird sich weiter polarisieren: Aus den Digital Immigrants haben sich in den letzten Jahren die Digital Visitors entwickelt, und aus den jungen Digital Natives sind heute erwachsene Digital Residents geworden.

Digital Visitors

Die Digital Visitors suchen noch immer nach Control und orientieren sich an den rettenden Ufern der langsam virtuell überschwemmten realen Welt. Digital Visitors sind mit Massenmedien aufgewachsen und gelegentliche Besucher der neuen Netzwerkwelt. Sie müssen umlernen auf Personal Media, von Monolog auf Dialog, von Hierarchie auf Netzwerk. Kontrollverlust macht ihnen Angst. Ihre Erfahrungen und Erfolge in der Industriekultur verlieren in der Netzwerkökonomie rapide an Wert. Deshalb lieben sie Gruselgeschichten vom Burn-out, und Horrormeldungen über Multitasking als Körperverletzung verschaffen ihnen Angstgenuss. Sie verstehen schwer, dass man Netzwerke nicht kontrollieren kann. Sie sind der Flaschenhals des technologischen Fortschritts. Der Rückzug in die analoge Privatsphäre wird für sie zur Insel der Glückseligkeit. Der sensationelle Verkaufserfolg der Zeitschrift „Landlust“ spricht Bände. Control heißt hier Ausstieg.

Digital Residents

Die Digital Residents baden im Datenmeer. Sie lieben den Flow, das Gefühl des völligen Aufgehens im Networking. Sie sind mit interaktiven Medien aufgewachsen und erleben die virtuelle Welt als zweite Natur. Sie erwarten die richtige Botschaft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die erste Wirklichkeit der realen Welt kombinieren sie in Echtzeit mit der virtuellen zweiten Wirklichkeit, der Augmented Reality. Das ist für sie nicht mehr Science-Fiction, sondern Alltag. Spontan handeln zu können und ein unmittelbares Feedback zu bekommen gibt ihnen ein Gefühl, die Kontrolle über ihre Aktivitäten zu behalten. Control bedeutet bei ihnen Mitgestaltung, nicht mehr Meinungsmacht. Sie sind Mitspieler und nicht mehr Leser, Hörer oder Zuschauer und wandeln sich vom Konsumenten zum Prosumenten – dem neuen freien Mitarbeiter der Unternehmen. Sie sind die Pioniere der Netzwerkökonomie. Sie lieben Cherrypicking statt Fleißarbeit und praktizieren Selbstkontrolle statt Systemkontrolle. Flow.Control. ist ihre Lebensphilosphie.

Flow.Control. ist ein mehrdeutiger Arbeitsbegriff. Der bei der Steuerung von komplexen, schnell ablaufenden Systemen entstehende Flow greift auf unser Leben über: Control steht für den Versuch, zwischen Über- und Unterforderung die Balance zu halten. Das Ziel ist ein persönlicher Life Flow, den man anschwellen (verlinken), eindeichen (filtern), aber auch versickern lassen (unsichtbar machen) kann. Flow.Control. ist ein Trend, der in einer dynamischen und flexiblen Gesellschaft geschäftlich zum Wettbewerbsvorteil und privat zum Glück führen kann.

23.07.2010
von Olaf Bargheer

brand eins Beziehungswirtschaft

Hochaufschlussreicher Themenschwerpunkt der Juli 2010 Ausgabe der brand eins: Beziehungswirtschaft. Kooperieren oder verlieren. Wie verändern die neuen sozialen Medien Wirtschaft und Gesellschaft? Was nützen sie Menschen und Unternehmen? Und: Muss man das wirklich alles lesen? Antworten geben in einem der Schwerpunktartikel fünf Online-Pioniere: Michael Domsalla, Klaus-Peter Frahm, Oliver Gassner, Inés Gutiérrez und Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach. Kennengelernt haben wir sie durch eine brand eins E-Mail-Diskussionsliste, die 1999 als Reaktion auf das Cluetrain-Manifest entstand. Diese Liste war eine der Keimzellen sozialer Netze, wie sie heute allgegenwärtig sind. Zehn Jahre danach ein Gespräch über effiziente Kommunikation, Shit Storms und andere bewegende Momente. Ein Schlüsseltext auch der Artikel von Wolf Lotter mit dem auffordernden Titel: Beziehungen für Erwachsene

brand eins Juli 2010 Beziehungswirtschaft Wolf Lotter Download PDF 0,3 MB

Beziehungen für Erwachsene

Sind wir nicht alle irgendwie Netzwerker? Kooperiert nicht längst jeder mit jedem? Und kann man das Beziehung nennen – oder doch nur ein schlampiges Verhältnis?

1. Das schlampige Verhältnis

Früher war nicht alles besser, aber manches klarer. Und Klarheit ist heutzutage ein knappes Gut. Nehmen wir das Wort Beziehung. Das stand vor einigen Jahrzehnten noch für etwas sehr Klares. Eine Beziehung hatten zwei Menschen, wenn sie miteinander was hatten, sich mochten oder gar liebten. Dieser Zustand war, auch wenn man nicht verlobt oder verheiratet war, verbindlich gedacht, nicht vage. Eine Beziehung war eine klare Sache mit klaren Regeln und einem klaren Ziel, nämlich das, was man hat, noch besser zu machen. Am Anfang dieser Beziehungen “erklärte” man sich. Man sagte einander, was Sache ist – und umgekehrt. Daneben gab es auch früher andere Beziehungskisten. Da hatten Menschen was miteinander, aber unverbindlich, mit vielen Hintertüren. Da wollte sich niemand erklären. Keine Verpflichtungen eingehen. Das nannte man ein schlampiges Verhältnis.

Das kennen wir gut. Heute nennen wir es Netzwerk.

Rein oberflächlich betrachtet treibt es jeder mit jedem, und das fängt früher an, als man denkt. Haben Marketing-Leute wirklich eine “tiefe Beziehung” zu ihren Kunden? Warum duzen uns Unternehmen, als ob wir ihre Kumpels wären? Kennen wir uns? Und warum bietet eigentlich niemand Ikea das Sie an? Wer so etwas fragt, gilt schnell als Spießer. Von minimalem Benimm und etwas Distanz, die auch dabei helfen könnten, gewollte und echte Nähe besser zu erkennen, redet keiner. Und sonst? Die Netzwerke aller Art, ohne die man heute angeblich nicht mehr leben kann, pflegen soziale Promiskuität. Das führt zu vielen billigen Gelegenheiten, aber selten zu etwas Festem.

2. Globale Beziehungskiste

Das Wort Netzwerk ist erst in den vergangenen Jahren zur Worthülse geworden. Für Techniker war das Netzwerk stets eine eindeutige und verbindliche Sache, ein nachvollziehbares System, dessen Teile klar identifiziert werden können und jeweils eine bestimmte Funktion haben. Der systemtheoretische Ansatz förderte zutage, dass starre, hierarchische Organisationen, die sich als abgeschlossene Welten verstanden, in einer komplexen, arbeitsteiligen Welt mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Bedürfnissen und Funktionen zu nichts mehr taugten. Alte Unternehmen waren erfolgreich, weil sie alles im Griff hatten – und zwar hundertprozentig. Neue Unternehmen sind erfolgreich, weil sie wissen, mit wem sie zusammenarbeiten sollten, damit sie ein Problem lösen.

Die Erfahrung gibt den neuen Organisationen recht. Ob Energie, Informationstechnik, Forschung und Innovation: Ohne Kooperation geht nichts mehr. Die Grenzen der alten Organisation sind gesprengt. Die alte Kontrollwirtschaft wird durch Beziehungswirtschaft ersetzt. Sind wir darauf vorbereitet?

3. Freunde suchen

Anders gefragt: Sind wir verbindlich genug? Lassen wir uns auf Zusammenarbeit wirklich ein? Sind wir beziehungsfähig? Tatsächlich ist das Wort Netzwerk für die meisten Leute eine Phrase, mit der man den Antworten auf diese Fragen prima ausweichen kann. Nie ging das leichter als im Web. Da ist so viel Interaktivität, so viel Gelegenheit, dass man gar nicht mehr zum Schuss kommen muss.

Suchen wir in den Social Networks wirklich Freunde? Wer Freunde hat, der hat auch ihre Telefonnummer, weiß, wo sie wohnen, und geht gelegentlich mit ihnen in die Kneipe. Freunde bestätigen nicht vor der Kontaktaufnahme, dass sie welche sind. Solche Beziehungen sind transparent, nicht nur, was das Adressmaterial angeht.

Bei Freunden kennen wir Stärken und Schwächen, Vorlieben und Interessen, Richtung und Kurs. Man investiert Vertrauen und hat Respekt vor dem anderen. Das ist ein erhebliches Risiko. Es interessiert mehr als eine Fähigkeit; der Mensch besteht nicht nur aus Eigenschaften. Solche persönlichen Beziehungen erkennt man auch daran, dass man vortrefflich miteinander streiten kann, um letztlich gemeinsam voranzukommen.

Diese ganze Aufstellung kennt kein “Vielleicht” und “Möglicherweise”, keine soziale Schonhaltung und auch nicht den Wahn, man könne Beziehungen in ihre Bestandteile und Kate gorien zerlegen, also gerade so, wie sich Teilnehmer in Social Networks heute präsentieren. Wie immer, wenn etwas nicht echt ist, gibt es dazu Formulare. Immerhin haben fast 500 Millionen Menschen auf Facebook so ein Formular ausgefüllt, um sich zu präsentieren. Dabei kommt heraus, was auch beim Amt rauskommt: nichts oder wenig. Statt Beziehungswirtschaft haben wir eine neue Form von Sozialbürokratie, diesmal eine freiwillige, Pro Forma 2.0 sozusagen.

4. Quid pro quo

Nur damit es keine Missverständnisse gibt: Nicht alle Menschen in Social Networks machen es sich so leicht. Und es genügt auch nicht, dass man sich nun schnurstracks von der Beliebigkeit der Netzwerkbeziehung gleich in den nächsten Irrtum flüchtet, die berüchtigte Beziehungsarbeit zum Beispiel. Mit diesem Wort belegten 68er-Sozialpsychologen jenen Eiertanz, bei dem man so lange über menschliche Verhältnisse redet, bis man sich nichts mehr zu sagen hat. Sozialingenieure doktern an ihren Verhältnissen so lange herum, bis sie zum Totalschaden werden. Das liegt an der leicht irren Idee, man könne menschliche Beziehungen allgemein und verbindlich planen, steuern, konstruieren und nach Bedarf zusammenschrauben – so lange, bis sie dem eigenen, meist völlig verkorksten Weltbild entsprechen. Das hat wenig mit Beziehungsfähigkeit zu tun, aber jede Menge mit Manipulation.

Genau das will Kooperation eben nicht. Denn die Frage dabei lautet immer: Was könnt ihr denn anbieten? Was können wir für euch tun? Wie kommt dabei etwas heraus, das wir – jeder für sich – nicht so gut schaffen würden? Kooperation ist ein evolutionäres Prinzip. Man legt zusammen, und aus 1+1 wird 3. Das gilt in den neuen Netzwerken, wie es in den ältesten galt, die wir kennen. Die alten Lateiner haben den Sinn der Sache in der Phrase quid pro quo zusammengefasst. Dieses für jenes. Eine Beziehung ist kein Selbstbedienungsladen, kein Wunschkonzert. Eine Beziehung ist kein Geschenk. Eine Beziehung ist ein Geschäft. Ein Deal. Quid pro quo.

Mag sein, dass das Wohlstandskinder mit Internetanschluss empört – das wäre jedenfalls zu hoffen. Vielleicht fragt sich dann mal jemand, was es denn eigentlich bringen soll, 120 000 Freunde von Freunden in der ganzen Welt zu haben, aber im engeren Umfeld die Beziehungen schleifen zu lassen? Kommen dabei mehr Friede, Gerechtigkeit oder auch nur bessere Geräte heraus? Nichts von alldem. Es ist Drückebergertum im digitalen Zeitalter. Statt zu handeln, zu machen und zusammenzuarbeiten, bastelt man sich einen Fetisch. Das ist leichter. Es bedeutet nichts.

5. Quickies und Wikis

Das heißt noch lange nicht, dass mit Netzwerken und Web nichts geht. Denn diese Welt wird allmählich erwachsen. Das merkt man an den klareren Konturen der zwei großen Gruppen, die in Netzwerken arbeiten: die Facebook-Welt und die Wiki-Welt. Man könnte auch sagen: Auf der einen Seite die meist schlampigen Verhältnisse (Quickies), auf der anderen die Welt der konstruktiven Zusammenarbeit. Hier Selbstbefriedigung, dort Kooperation.

Die Wiki-Welt arbeitet zusammen, weil es ihr nutzt. Auch in vielen Organisationen beginnen Leute, mit anderen Abteilungen zu kooperieren und dadurch gemeinsam mehr zu erreichen als in der Nische. Das ist nicht das alte Team, in dem sich jeder hinter dem anderen zu verstecken suchte. Die Wiki-Welt geht weiter: Projekte entstehen, weil alte Kontrollvorstellungen über Bord geworfen werden. Der andere ist nicht der Feind, sondern der Partner. Quid pro quo also. Das Netzwerk wird erwachsen.

Vielleicht hat das auch mit einer Konstante menschlichen Verhaltens zu tun: Wo es Menschen gut geht, ohne dass sie die Gründe dafür klar erfassen – also den Kontext zu ihrem Wohlstand verloren haben -, blüht der Eigennutz, auch wenn der heute vielfach unter dem Tarnmantel der Solidarität daherkommt. In solchen Kümmerergesellschaften, das hat Paul Watzlawick schon in den siebziger Jahren gezeigt, ist die Bereitschaft zur echten Kooperation gering. Der vorherrschende Typ ist der Nörgler, Neider, Misanthrop, einer, der sich – und andere – nicht leiden kann. Kooperation ist in dieser Welt wie Kapitulation. Eine Niederlage.

Man kann andere besiegen – etwa in Form eines Zukaufs, einer Fusion. Aber gleichberechtigt zusammenarbeiten? In Zeiten der Krise hingegen erfahren echte Kooperationen einen Schub. Es wird vielen klar, dass es gemeinsam besser geht und dass das nicht nur eine Worthülse ist. Nun sind einige bereit, dafür auch etwas aufzugeben, einen Konsens mit anderen zu finden.

Dieses für jenes. “Die Kooperationen nehmen spürbar zu, das ist ein großes Thema geworden”, sagt Theresia Theurl, Professorin für Volkswirtschaftslehre und Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen in Münster. Und das, ergänzt sie, liege eben nicht allein an klammen Kassen und schweren Zeiten: “Es gibt immer mehr Unternehmen, Konzerne ebenso wie Mittelständler, denen klar geworden ist, dass sie nicht alles allein machen müssen. Und die den Sinn von Kooperationen verstehen – nämlich wettbewerbsfähiger und besser zu werden”, sagt Theurl. “Früher musste man kooperieren. Heute will man das. Das ist ein anderes, ein höheres Level der Erkenntnis.”

6. Erklärungen

Rein theoretisch ist diese Entwicklung nicht neu. Kooperation als Grundelement wirtschaftlichen Handelns beschäftigt die Wissen schaft seit Langem – etwa die Spieltheorie. Der Homo coope rativus als legitimer, überlegener Nachfolger des Homo oeconomicus ist aber ein neues Modell. Die Kooperation wird erwachsen, wird praktisch, alltäglich und normal. Ein gutes Zeichen. Doch solange über Netzwerke mit quasireligiöser Verehrung geredet wird, ist etwas faul. Der Homo cooperativus ist kein edler Gutmensch, sondern kennt seine Interessen – und wahrt sie durch die Kooperation. Der alte Beziehungsbegriff ist moralingetränkt er tut immer so, als ob es keine Interessen gäbe. Deshalb wuchert auch die Heuchelei überall dort, wo es um Zusammenarbeit, Kooperationen, Netzwerke geht, so stark. Man darf einfach nicht sagen, was Sache ist: Ich kooperiere, weil es mir nützt.

Diese Kooperationsromantik, sagt Theurl, sei gefährlich – und habe lange die Sicht vernebelt. Abseits vom wohlfeilen Netzwerkbegriff der vergangenen Jahre arbeiteten Forscher wie sie an neuen Konzepten des Kooperationsmanagements: “Man muss wissen, auch methodisch wissen, wie man Zusammenarbeit anpackt. Und es hat jahrelang nicht an guten Worten gefehlt, aber an Wissen und Erfahrungen.”

Miteinander arbeiten – das hieß in der Sprache der Organisationen noch vor einigen Jahren vor allem: übereinander herfallen (man kann das auch Fusionen nennen). Und Fusionen bedeuteten, dass man Marktanteile “eroberte”, nicht etwa, dass man versuchte, neue Märkte zu schaffen, indem die Kraft auf Innovationen gelenkt wurde. Als gelungene Fusionen galten diejenigen, bei denen alle Reste der Kultur des gekaperten Unternehmens beseitigt worden waren. Da ging es nur gelegentlich ums Geschäft, weit öfter um alte Rechnungen.

Das funktioniert nicht mehr. Die Strukturen sind zu komplex. Die Mitarbeiter zu selbstbewusst. Die Märkte zu gesättigt. Statt zur Zwangsheirat kommt es heute zur Vernunftehe. Das ist nicht das Schlechteste.

Dazu müssen sich Kooperationswillige auch auf die Kultur des anderen einlassen. “Man muss verhandeln wollen, einen Konsens finden und sich überlegen: Was kriege ich dazu? Und wie viel von meiner Identität muss ich in einer Kooperation auch aufgeben?”, sagt Theurl. Das sind interessante neue Formen der Beziehungsarbeit. Sie bringen vor allen Dingen eins: “Klarere Regeln, klarere Rechte und Pflichten und Verbindlichkeit”, so die Kooperationsforscherin. Wer Beziehungen sucht, muss sich erklären – klar und deutlich. Das muss zum Alltag werden.

7. Resultate

Das bestätigt auch Felix Benecke, in Düsseldorf ansässiger Berater der Züricher Hostettler & Partner AG: “Unternehmen überschreiten überall die Grenzen ihrer klassischen Strukturen und Aufgaben, das geht seit Jahren so. Und es ist logisch, dass diese Organisationen nun auch in Beziehungsfragen eine Erweiterung suchen – Kooperationen werden zum unternehmerischen Normalzustand.”

Für Leute wie Benecke ist das leichter zu sehen als für andere Berufsgruppen. Unternehmensberater kennen die Beziehungswirtschaft aus eigenem Erleben. Viele von ihnen verbringen mehr Zeit in der Organisation ihrer Kunden als in der Firma, auf deren Gehaltsliste sie stehen. Sind sie jetzt Teil des Unternehmens, das sie bezahlt, oder eigentlich schon längst in die Kultur des Auftraggebers integriert? Die Praxis beantwortet diese Frage: Statt hohler Loyalität zum Boss gibt es eine Loyalität zur eigenen Arbeit. Wie bei jeder guten Beziehung geht es um Inhalte. Nicht um Formen. Und es geht um Unterscheidbarkeit.

Warum aber sollten Spezialisten und Experten tun, was in Kooperationen unerlässlich ist – ihr Wissen teilen? War nicht die alte Ordnung so, dass man das, was man konnte, möglichst sorgsam vor dem Zugriff anderer – einschließlich der eigenen Organisation – bewahren musste, um zu überleben?

Jeder kennt sie, die kleinen Haie in der eigenen Firma, die Neider, die Abstauber und Quertreiber. Warum sollte es draußen, bei den alten Konkurrenten und nun potenziellen Kooperations partnern, besser aussehen? Haben wir nicht alle gelernt, dass Kooperation eher bestraft wird als belohnt? Und sind Begriffe wie Team und Gruppe in der Realität nicht meist heuchlerische Umschreibungen von Kumpanei und organisiertem Nichtstun?

Doch es geht eben nicht um Seilschaften, um den Betriebsklüngel, der allenthalben regiert und bestimmt, “was Sache ist”. Wer wirkliche Kooperation will, muss gerade diese Spielchen abschaffen, empfiehlt Benecke: “Da müssen Führungskräfte ran -und energisch und verbindlich dazwischengehen. Wer zulässt, dass die Kooperationsfähigkeit im Unternehmen leidet, schadet dem Geschäft. So einfach ist das” – sagt Benecke.

Tja, so einfach und so schwer. Denn die schlampigen Verhältnisse, die heute vielfach als Beziehung verkauft werden, sind noch weitverbreitet. In Sachen Beziehung stecken die meisten in der Pubertät. Und deshalb funktioniert sie so oft noch nicht, die richtige Beziehung, bei der aus eins plus eins drei werden könnte. Das ist aber das einzige Resultat, das zählt.

Eine Beziehung für Erwachsene eben.

01.07.2010
von Olaf Bargheer

Relaunch scoop Website

Welcome to our all new designed scoop site. Die Gestaltung der Agentur-Website wurde in den letzten Wochen vom Designbüro Persch einer gründlichen Bearbeitung unterzogen. Wir haben uns bemüht, die umtriebigen Engagements des scoop think tank im Kultur,- Medien- und Agenturbetrieb schlüssig in kurzen Reportagen zu dokumentieren. Diesem Verständnis entspricht unsere unaufgeregte Darstellung der News, Referenzen und Portfolios auf dem recht slick gehaltenen Blog scoopthinktank.de

Diesem Artikel als Illustration zur Seite gestellt wurde – weil es gut was hermacht und nicht unpassend ist – ein Produktionsfoto vom Theater der Welt Festival 2010 in Mühlheim an der Ruhr.

25.06.2010
von Olaf Bargheer

Social Media Marketing für Clevergy

Im Frühjahr 2008 setzten sich Robert Krause und Hannes Ley von der Hamburger Kommunikationsagentur “This gun is for hire” mit Olaf Bargheer als externem Berater in den Gunners-Agenturräumen am Hohen- zollernring zusammen, um für den Kunden Clevergy GmbH eine Social Media Kampagne zu entwickeln. Beide Begriffe – “Social Media” und “entwickeln” – können nur rückblickend mit Überzeugung verwendet werden: im Sommer 2008 war die Bezeichnung “Social Media” in Kommunikationsagenturen weder bekannt noch gebräuchlich. Wir sprachen von Community Marketing. Eine strukturierte Kampagne in diesem Umfeld entwickeln zu wollen hieß Neuland zu betreten. Die Clevergy GmbH gab – für Unternehmenskunden mutig und alles andere als üblich – carte blanche für den schwer zu kalkulierenden Arbeitsaufwand. Das anschließende Halbjahr brachte intensives learning by doing, reichlich Fettnäpfe und manchen Communication Breakdown.

Zwei Dinge ploppten im Verlauf der Kampagne auf, die einigermaßen erstaunlich waren: Die kommunikative Kompetenz und Unbestechlichkeit der Blogger, Forenmitglieder und Verbraucherschützer im Umfeld des liberalisierten Strommarktes beeindruckte die am Meinungsaustausch interessierten Agenturplaner. Außerdem zeigte sich, dass sich genau die Plattformen und Kanäle, bei denen die Clevergy-Berater hohe Performance erwartet hatten, als unergiebig erwiesen, während kleine, unscheinbar wirkende Verbraucherforen eine substanzielle Kommunikation mit hoher Reichweite entwickelten. Das Feedback der User entpuppte sich als feinster qualitativer Market Research. Barrieren beim Stromanbieterwechsel, Tariffreiheit, unklare Gesetzteslagen, Kundenunsicherheit, Ökostrom – die Themen, über die gesprochen und zu denen recherchiert wurde, lagen fernab von Marketing und Online-PR. Und von “low interest” Produkten, als die Energie und Telekommunikation oft eingestuft werden, konnte keine Rede sein.

Wer heute zu den Schlagworten “Stromanbieterwechsel” oder “individueller Stromtarif” googled, wird auf viele Pfade, Kommentare und Service-Texte stoßen, die im Zuge der Clevergy-Kommunikation entstanden sind. Akteure aus dem Agenturbetrieb werden feststellen, dass kaum ein Online-Kanal ungenutzt blieb: YouTube und flickr, Blogs, Verbraucherforen, Preisvergleichsplattformen, SEM und SEO, Datenbanken, Bookmarking Services und soziale Netzwerke – für Unternehmen, die Kundenkontakt, Feedback und strategische Unternehmenskommunikation Ernst nehmen, ist eine substanzielle Kommunikation mit offenem Visier über die volle Bandbreite des User-generated Web die feinste Form der PR. Erheiternd günstig war es auch: Peanuts im Vergleich zu den parallel konzipierten Promotions und Mediatools.

Hier dokumentiert sind eine flickr Bildstrecke mit acht Schritten zum Stromanbieterwechsel über die Clevergy-Website und eine Pressemitteilung zum Kundenverhalten innerhalb des liberalisierten Strommarktes.

Das Zögern der Verbraucher beim Stromanbieterwechsel

(Pressemitteilung vom 23.10.2008)

Der Stromanbieter Clevergy führte gemeinsam mit einem Hamburger Marktforschungsinstitut eine Verbraucherstudie zum Stromanbieterwechsel durch – und erhielt interessante Insights zu Chancen und Hindernissen beim Anbieterwechsel.

Hamburg, 23.10.2008: Clevergy empfiehlt Verbrauchern, Vertragsabschlüsse und Anbieterwechsel bequem online durchzuführen. Preisvergleichsplattformen und die firmeneigenen Website sind entsprechend transparent und benutzerfreundlich angelegt. Worin dennoch die Barrieren für Verbraucher liegen, brachte jetzt eine Studie zutage.

Alle Teilnehmer der Befragung nutzen das Internet als Informationsquelle für Kaufentscheidungen. Die Hälfte von ihnen hatte vor dem Test schon einmal den Stromanbieter gewechselt. Erfahrung und Aufgeschlossenheit konnte also vorrausgesetzt werden. Trotz gezielter Informationssuche zeigen Verbraucher dennoch eine grundsätzliche Skepsis bei online-Vertragsabschlüssen. Der Wechselvorgang wird in vielen Fällen bereits nach den ersten auftretenden Komplikationen abgebrochen. Verständnisschwierigkeiten, lange Ladevorgänge und eine gesuchte Information, die auf der Website nicht sofort zur Verfügung steht, können bereits Barrieren darstellen, die den User das Interesse am Anbieterwechsel verlieren lässt.

Typische Abwehrstrategien, die das Zögern erklären: Der Markt sei unübersichtlich und die Preisunterschiede vermutlich gar nicht so hoch. Man wisse gar nicht, ob sich der Aufwand des Anbieterwechsels lohne. Viele Anbieter seien weitgehend unbekannt und böten nicht unbedingt die nötige Seriösität und Referenz. Weit verbreitet ist immer noch die Befürchtung, die Stromversorgung könne bei einem nicht ordnungsgemäß vollzogenen Wechsel einige Zeit unterbrochen sein.

Der Verbraucher ist nach Ansicht der Clevergy GmbH in entscheidenden Punkten nicht genügend aufgeklärt und bleibt aus einer Gemengelage von Zögern, Bequemlichkeit, Desinteresse und Skepsis bei seinem bestehenden Grundversorger. Er fühlt sich beim Thema Strom rasch überfordert und kennt seine Rechte und Möglichkeiten, Geld zu sparen und besseren Service zu bekommen, nicht ausreichend.

Dabei sind die Wünsche und Grundbedürfnisse des Verbrauchers schnell zu erfassen: Preisersparnis ist das Hauptargument für den Wechsel zu einem anderen – günstigeren – Stromanbieter. Der Wunsch nach Preisgarantie für die Gesamtdauer des Vertrages ist in Zeiten von permanenten Erhöhungen groß. Vertrauen in Service und Versorgungssicherheit – darauf sollten Anbieterunternehmen Wert legen.

Clevergy hat diese Insights in seiner Unternehmensführung und seinem Tarif- und Service-Angebot umgesetzt. Das Unternehmen bietet seit dem Sommer bis zu 2 Jahre Preisgarantie auf seine Tarifpakete – und gewährt 50 Euro Wechselbonus auf die erste Jahresabrechnung. Auf der Clevergy-Website lassen sich Vorteile und Details der drei Tarifpakete Click&Service, Click&Spar und Click&Öko schnell vergleichen. Der Verbraucher kann in wenigen Schritten den für ihn passenden Tarif zusammen stellen und hat bei jedem Schritt die volle Kostenkontrolle. Die Clevergy GmbH plant, mit transparenter Preisgestaltung und gutem Serviceangebot noch unentschlossene Verbraucher zum Anbieterwechsel zu bewegen.

Clevergy GmbH & Co. KG
Großer Brockhaus 5
D-04103 Leipzig

Telefon 0341-35599-840
Telefax 0341-35599-869

www.clevergy.de
kontakt@clevergy.de

Wer ist Clevergy?
Clevergy ist die Clevergy GmbH & Co.KG in Leipzig, an der N-Ergie AG (Stadtwerke Nürnberg) und enercity (Stadtwerke Hannover) zu 50 Prozent beteiligt sind. Bisher bietes Clevergy ausschließlich Strom für Privatkunden an. Das soll sich mit Beginn des Jahres 2009 ändern. Ab dann wird Clevergy das Angebot auf Gewerbekunden ausdehnen und ab Mitte des Jahres kommt Gasversorgung als Produkt hinzu.

Vertriebsgebiete
Derzeit bietet Clevergy Strom in allen Bundesländern bis auf Niedersachsen und Bayern an. Ab Januar 2009 wird Clevery komplett national vertreiben. Der Stromvertrieb läuft bei Clevergy hauptsächlich über das Internet, obwohl vermehrt auch Offline Vertriebskooperationen abgeschlossen werden.

Tarifmodelle
Clevergy hat kein Mono-Tarif System! Der interessierte Kunde kann sich bei Clevergy einen Stromvertrag individuell zusammenstellen. So kann der Kunde zwischen Normalstrom, der Kernenergiefrei ist und Ökostrom aus 100% Wasserkraft wählen. Außerdem können Einsparungen durch Zusatzfunktionen, wie diverse Vertragslaufzeiten und Preisgarantien oder Vorauszahlungen erreicht werden. Weitere optionale Möglichkeiten sind die Serviceleistung (Hotline oder Rechnungen per Mail oder Post) und unterschiedliche Zahlungsziele.

Es stehen allerdings drei Basis-Stromtarife mit unterschiedlichen Preisgarantiezeiten zur Verfügung. Mit der Wahl eines dieser Produkte bekommt man von Clevery einen 50 Euro-Bonus.

1) Click & Öko – für umweltbewusste Kunden, die nur den Strom aus der Wasserkrafterzeugung nutzen möchten und die Rechnungen mit der Post erhalten. Hier besteht eine 12-monatige Preisgarantie.
2) Click & Service und Click & Öko kann schon ab einem Monat gekauft werden und hat keine feste Mindestvertragslaufzeit.
3) Click & Spar steht für eine sparsame Betreung per Internet mit einer 24-monatigen Vertragslaufzeit und Vorauszahlung.

25.06.2010
von Olaf Bargheer

Kulturmanagement Magazin stART Konferenz

Das Kulturmanagement Network hat als Medienpartner der stART Konferenz ein Magazin herausgegeben, das eine Reihe von Geschäftsmodellen im Web 2.0 vorstellt. “Die Ideen könnten hierbei vielfältiger kaum sein. Vom Verleih von Kurzfilmen, einem Bewertungsportal für Fotografien, Crowdfunding-Kampagnen für künstlerische Projekte bis hin zur Digital Concert Hall reicht die Palette. Die sozialen Netzwerke sind längst auch vom Kulturbereich entdeckt worden. Sie ermöglichen eine Form der Vernetzung und des Austauschs, wie sie mit herkömmlicher Kontaktpflege und Pressearbeit nie erreicht worden wäre.” Soweit das Editorial des Kulturmanagement Sonderheftes, dessen Beiträge gute Beispiele dafür liefern, wie Kulturinstitutionen eine smarte, lebendige Auffassung von Kommunikation entwickeln können. Andere Beiträge wiederum lassen erkennen, dass im Fahrwasser des Web 2.0 auch reichlich dünne Suppen gekocht werden und so mancher Kultur-PR-Berater nicht unbedingt die tiefen Teller erfunden hat. Die stART 2010 am 9. und 10. September in Duisburg wird sich der Frage widmen, wie tragfähig die vorgestellten Geschäftsmodelle sind.

Kulturmanagement Magazin Download PDF 3 MB

23.06.2010
von Olaf Bargheer

DARE New Media

DARE steht nach vier redaktionell dichten Magazinausgaben zunehmend als Marke für Kunstsachverstand und weitet seine Betätigungsfelder aus. Zwei Richtungen werden augenblicklich eingeschlagen: Parallel zur journalistischen Kernarbeit am Magazin werden Ausstellungsformate und Künstlereditionen durchgespielt. Entscheidende Baustellen sind aber einige Online-Testballons im Umfeld von Neuen Medien und Branded Entertainment: Es wird in Richtung Videokolumnen, Imagefilme, Blog-Bericht- erstattung gedacht. Corporate Plattformen gibt es unterdessen bei vimeo, flickr, facebook und auf der zentralen, als Blog angelegten DARE Website. Die DARE Macher – mit ihrer bekanntermaßen ausgesprochen dünnen Personaldecke – laden Agenturen und Akteure aus New Media, Film und Online-Marketing herzlich ein, weiterführenden Content mitzuentwickeln und einen frischen, beratenden Blick von Außen einzubringen. Das Magazin und die Medienmarke sind nach zwei Jahren Start-up so weit gefestigt, dass eine Öffnung für Kooperationen mit Medien- und Journalismus-Hochschulen sinnvoll erscheint. Dieser Blick in die Redaktionsarbeit ist also unbedingt als call for participation zu sehen. Handlungsbedarf offenbart auch die hier eingebettete Videokolumne “Harald’s Tribune” des DARE Editor at large Harald Nicolas Stazol, die mit antiquierter Ausrüstung gedreht wurde und in Zukunft in high resolution weitergeführt werden soll.

22.06.2010
von Olaf Bargheer

Mediakit CYNETART Magazin

Die CYNETART ist ein internationales Festival für computergestützte Kunst in Dresden. Seit 14 Jahren bildet das Festival den Kristallisationspunkt der Forschungsarbeit an der Trans-Media-Akademie Hellerau. Eine Arbeit, die das Festival zu einer deutschlandweit und international geschätzten Plattform der digitalen Kultur entwickelt hat und einen profunden Überblick über gegenwärtige Entwicklungen in der technologiebasierten Kunst verschafft. Seit der Gründung 1997 bringt die CYNETART jährlich im November eine vitale Szene von kreativen Programmierern, kunstfertigen Ingenieuren, innovativen Soundtüftlern und originellen Medienkünstlern aus aller Welt im Elbflorenz zusammen und stellt aktuelle Tendenzen in den künstlerischen Auseinandersetzungen und Anwendungen neuer Computer- und Netztechnologien vor.

Mediakit Cynetart Magazin Download PDF 1 MB

Alle zwei Jahre wird das Festival vom internationalen CYNETART Wettbewerb begleitet, der mit seinen Preisen im Gesamtwert von 28.400 Euro zu den europaweit höchstdotierten im Bereich Medienkunst gehört. Aus mehr als 300 Einreichungen aus 30 Ländern kürt eine internationale Fachjury die Gewinner der CYNETART Preise und vergibt einen Förderpreis sowie ein Artist-in-Residence-Stipendium der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst.

Die CYNETART ist ein dynamisches, energiegeladenes Festival, das von der Vielfalt seiner internationalen Künstler und Besucher lebt. Es besticht durch die architektonisch hochwertige und authentische Location des Festspielhauses Hellerau, in dem ein kontrastreiches Programm aus Performances, Ausstellungen, Lectures und DJ-Live-Konzerten ein spannungsreiches Panorama entwirft.

Mehr als 3.000 Festivalbesucher, eine breite Berichterstattung in den Medien und die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort“ im „Land der Ideen“ untersteichen einmal mehr, dass die CYNETART längst einen festen Platz in der Riege der internationalen Medienkunstfestivals besitzt.

Das kommende 14. Internationale Festival für computergestützte Kunst eröffnet am 11. November 2010 mit der feierlichen Preisverleihung zum CYNETART-Wettbewerb 2010. An sieben Tagen präsentiert die 14. Festivalausgabe im Festspielhaus Hellerau unter anderem eine Ausstellung mit den Preisträgerarbeiten und ausgewählten Wettbewerbsbeiträgen, erstklassige Performances und ein Abendprogramm mit Live-Sets internationaler Djs und VJs.

Als journalistisches Medium und Multiplikator des Festivals erscheinen zwischen August und November 2010 vier Ausgaben des CYNETART MAGAZINS. Ein erstklassig gestaltetes und redaktionell dichtes Pocket Magazine, das die Produktionen des Festivals vorstellt und die Protagonisten der Medienkunstszene zu Wort kommen lässt. Essays, Künstlerinterviews, Bildstrecken, Gastbeiträge, Kolumnen, Musikerportraits, Buchvorstellungen und Linkempfehlungen entwickeln die Kernthemen der Trans-Media-Akademie weit über das Festival hinaus. Mit seinem Ansatz, einen kompakten und journalistisch fachmännischen Überblick über aktuelle Themen und Tendenzen der digitalen Kultur zu liefern, nimmt das CYNETART MAGAZIN eine scharf konturierte Position innerhalb des Magazinmarktes ein. Die Beitragenden bestechen durch Sachverstand, publizistische Kompetenz und ausgezeichnete Vernetzung innerhalb der digitalen Kunst-, Musik- und Design-Szene.

In diese Richtung zielt auch das Corporate Magazine: Inhalte, Look & Feel des CYNETART MAGAZINS sprechen eine kultur- und lifestylebewusste Klientel an, die sich sehr selbstbewusst in ihrem kreativen, von Urbanität, Medien und Marken geprägten Umfeld bewegt. Leser und Leserinnen des Magazins zeichnen sich durch ein hohes Bildungsniveau und ein Gespür für Individualität, Medienaffinität, Technikbegeisterung und Trendbewusstsein aus. In genau diesen Umfeldern wird das CYNETART MAGAZIN zielgerichtet vertrieben: ausgewählte Kulturinstitutionen wie Galerien, Kunsthäuser, Projekträume und Veranstaltungszentren, Cafés, Bars und Clubs, Universitäten, Bibliotheken und ausgesuchte Buch- und Zeitschriftenhandlungen in den Regionen Dresden, Leipzig und Berlin. Dazu kommen bundesweit und international vernetzte Locations, Festivals und Ausstellungsprojekte. Das CYNETART MAGAZIN wird kostenfrei und offen ausliegen und so seine Anmutung als Mischformat aus Journal für Populärkultur, Fachzeitschrift für zeitgenössische Medienkunst und trendigem Lifestylemag entfalten.

Zum CYNETART im November 2010 erscheint die letzte, vierte Ausgabe als Festival-Spezial. Alle vier Editionen werden zum Festival als gebundene Anthologie angeboten. Erhältlich sein wird das Package an den Veranstaltungsorten der CYNETART und über den Online-Shop der Trans-Media-Akademie Hellerau.

CYNETART – 14. Internationales Festival für computergestützte Kunst Dresden

11. – 17.11.2010
Festspielhaus Hellerau

Trans-Media-Akademie Hellerau e.V.
Karl-Liebknecht-Straße 56
01109 Dresden

Fon: +49-351-889 66 65
Fax: +49-351-889 66 67
info@cynetart.de

Bankverbindung
Trans-Media-Akademie Hellerau e.V.
KNR: 31 20 15 93 43
BLZ: 850 503 00
Ostsächsische Sparkasse
IBAN: DE 488 5050 303 120 159 343
BIC: OS DD DE 81 XXX

16.06.2010
von Olaf Bargheer

Konzeption CYNETART Magazin

Das Dresdner Festival für computergestützte Kunst CYNETART setzt nach 13 Jahren klassischer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf einen forscheren Ansatz: Als eigeninitiativ herausgegebenes journalistisches Medium und Multiplikator des Festivals erscheinen zwischen August und November 2010 vier Ausgaben des CYNETART MAGAZINS. Ein erstklassig gestaltetes und redaktionell dichtes Pocket Magazine, das die Produktionen des Festivals vorstellt und die Protagonisten der Medienkunstszene zu Wort kommen lässt. Essays, Künstlerinterviews, Bildstrecken, Gastbeiträge, Kolumnen, Musikerportraits, Buchvorstellungen und Linkempfehlungen entwickeln die Kernthemen der Trans-Media-Akademie weit über das Festival hinaus. Der scoop think tank sitzt seit Juni 2010 mit am Dresdner Redaktionstisch und berät in Fragen der Konzeption und Refinanzierung, der Entwicklung redaktioneller Module und der crossmedialen Kommunikation über Online-Kanäle.

Mit seinem Ansatz, einen kompakten und journalistisch fachmännischen Überblick über aktuelle Themen und Tendenzen der digitalen Kultur zu liefern, nimmt das CYNETART MAGAZIN eine scharf konturierte Position innerhalb des Magazinmarktes ein. Die Beitragenden bestechen durch Sachverstand, publizistische Kompetenz und ausgezeichnete Vernetzung innerhalb der digitalen Kunst-, Musik- und Design-Szene.

Das CYNETART MAGAZIN wird kostenfrei und offen ausliegen und so seine Anmutung als Mischformat aus Journal für Populärkultur, Fachzeitschrift für zeitgenössische Medienkunst und Lifestylemag entfalten. Zur CYNETART im November 2010 erscheint die letzte, vierte Ausgabe als Festival-Spezial. Alle vier Editionen werden zum Festival als gebundene Anthologie angeboten. Erhältlich sein wird das Package an den Veranstaltungsorten der CYNETART und über den Online-Shop der Trans-Media-Akademie Hellerau.

16.06.2010
von Olaf Bargheer

Social Media Fachkräftemangel

Dieser Artikel ist schon beinahe ein Manifest und eine Handlungsanleitung. Man möge ihn mit einem Blick auf die nach wie vor klassische Öffentlichkeitsarbeit von Kulturinstitutionen lesen, um einen Eindruck davon zu bekommen, welche Brachflächen hier unbeachtet verkrauten. Thilo Specht von Cluetrain PR resumiert, “dass Social Media in der Unternehmenskommunikation angekommen ist. Alles webzwonullige läuft auf heavy rotation (…). Dem kann sich kein Marketeer und kein Kommunikator mehr entziehen. So langsam springen alle auf den Zug auf, wollen ihre Facebook-Seite, den Twitter-Account und ein hübsches YouTube-Video. (…) Das stellt die Agenturen vor Herausforderungen: Personal mit entsprechender Expertise ist nicht immer vorhanden. (…) Plötzlich reicht es für die Unternehmenskommunikation nicht mehr, eine gute Schreibe und ein Gespür für Stories zu haben. Jetzt ist auch Relevanz gefragt. Wer am ehesten auf die konkreten Fragen und Bedürfnisse der Menschen im Netz eingeht, bekommt deren Aufmerksamkeit. (…) Nun ist Social Media nicht nur eine Spielart der Kommunikation. Das Networking ist nämlich ein ganz entscheidender Aspekt bei dieser Geschichte. Und dort liegt der Hund begraben: Das Networking ist integraler Teil der Aufgaben des gehobenen Managements. (…) Den Marketing- und PR-Fachkräfte mit ihren ausgeprägten Talenten bei Konzeptionierung, kreativem Schreiben und Storytelling fehlt jedoch nicht selten das Talent für das Networking. (…) Zudem ist die Sprache der Unternehmen nicht die des Social Web: Während Social Media auch das Ergebnis der Anstrengungen ist, die Online-Kommunikation an unsere natürliche Kommunikation anzugleichen, klingen viele Unternehmen heute noch so, als würden ihre Pressemitteilungen von berittenen Boten auf den Marktplätzen der Welt verlesen werden.”

11.05.2010
von Olaf Bargheer

Theatertreffen 2010 Blog

Kulturjournalistisches Bloggen – Geht das überhaupt? Fragt die Redaktion des diesjährigen Theatertreffens im Haus der Berliner Festspiele – und gibt eine Meinungscollage auf ihrem extra eingerichteten Blog: Sechs junge Kulturjournalisten und eine Fotografin experimentieren als Theatertreffen-Blogger mit neuen Formaten und Ansätzen für den kulturkritischen Internetjournalismus. Auf der digitalen Plattform Theatertreffen-Blog suchen sie einen kreativen, innovativen, intermedialen und aktuellen Zugang zum Thema Theaterkritik. Mit dem Theatertreffen-Blog partizipiert das Festival aktiv am Medienwandel, fördert den journalistischen Nachwuchs und öffnet sich ort- und zeitunabhängigen Diskussionen. Das Blog bietet in seiner Aktualität und Multimedialität die Möglichkeit, das Festival aus nächster Nähe mitzuerleben und sich an Debatten zu beteiligen.

06.05.2010
von Olaf Bargheer

M – Ein Mann jagt sich selbst

Hamburger Botschaft Premiere des neuen Schauspielhaus Stückes “M – Ein Mann jagt sich selbst” nach Fritz Langs “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” am 06.05.2010. Eine Stadt ist in heller Aufregung. Ein kleines Mädchen wurde ermordet. Der Täter ist unauffindbar. Wie kann ein Mensch zu einer solchen Tat fähig sein? Hätte die Mutter nicht besser auf ihr Kind aufpassen müssen? Ist jeder zu einem Mord fähig? Was ist Schuld und wie lebt es sich damit? Ein Monolog, der tief in den Gedanken des Mörders gräbt, um sein wahres Ich zu finden. Mit der Produktion wird die mittlerweile dreijährige Zusammenarbeit mit der Hamburger Botschaft als externe Spielstätte des Schauspielhauses weitergeführt. Bisherige Inszenierungen waren die Publikumsrenner “High Fidelity” und “Paradise Now”.

Premiere am Donnerstag 06.05.2010 um 20.30 Uhr in der Hamburger Botschaft. Weitere Vorstellungen am 07., 18. und 19.05.2010 und am 08. und 09.06.2010

Es spielt: Daniel Wahl
Regie & Bühne: Clemens Mädge
Kostüme: Bettina Sandmann
Technische Produktionsleitung: Marcel Didolff
Dramaturgie: Steffen Sünkel
Regieassistenz & Video: Joscha Sliwinski

Fotos © Joscha Sliwinski

05.05.2010
von Olaf Bargheer

Pressetext Blessing

In einer ergänzenden Zusammenarbeit verschiedener Texter entstand im Sommer 2010 ein frischer Booking- und Presse-Text für den Hamburger Gestalter und DJ Christian Doering / Blessing. Auf Basis des hier dokumentierten Textes schrieb der in Amsterdam weilende Publizist Christopher Helt sein englischsprachiges Portrait für Blessings Booking-Agentur In Love With. Christian Doering ist den lieben langen Tag lang in ganz unterschiedlichen Projekten unterwegs, und nur wer flüchtig über seine Berufsbezeichnungen hinwegliest, verkennt, dass zwischen seinen kreativen Tätigkeitsfeldern ein innerer Zusammenhang besteht: Christian Doering arbeitet wochentags und manchmal -nachts als Art Director bei der Hamburger Design- und Werbe-Agentur “Kolle Rebbe”. Seine Samstagnachmittage – offensiv als Ausgleich geplant – verbringt er hinter dem Tresen des wohlsortierten Plattenladens Smallville auf Sankt Pauli. Wenn gerade niemand zur Tür reinkommt und nach dem frischesten Vinyl verlangt, skizziert er hier seine Entwürfe für Plattencover, Poster und Label Art Works – und stellt seine DJ Sets zusammen, die er im Hamburger Pudel, Berliner Cookies oder Dortmunder Versteck auflegt.

DJ Sets

Deep House, Detroit, Chicago und Minimal bilden den Fundus, auf den Blessings Sets zurückgreifen. Eine schlanke Linie durch eine klar umrissene musikalische Richtung ist seine Sache nicht – lieber steckt Christian Doering einen mutigen, kurvenreichen Kurs durch die verschiedenen Musikstile ab, der gleichermaßen elegant wie tanzbar rüberkommt.

Klangästhetisches Zuhause ist für Blessing der “Dial Records” Sound geworden – diese verhaltene, mitunter frickelige und ansprochsvolle Richtung des Elektro, die eine gewisse Wärme und Experimentierfreude mitbringt. Das Hamburger “Dial” Label, dessen Protagonisten das Renommé von Pudel und Uebel & Gefährlich maßgeblich schufen, ist die Hausmarke vieler aus dem Smallville Umfeld. Blessings Art Works prägen folgerichtig die Cover einer ganzen Reihe “Dial” und “Laid” Releases.

Art Works

Christian Doering transferiert seine elektronisch-musikalischen Vorlieben auf seine klaren, kühlen Erscheinungsbilder – und umgekehrt: Die Clicks und Cuts in den Tracks seiner Plattensammlung entsprechen den feinen Linien und Typografien seiner Exponate, Cover und Plakate. Eine klangliche und grafische Welt wie aus einem Guss – konzentriert, auf den Punkt gebracht und von einer lichten Klarheit und Eleganz.

Dass beides – der aus dem Smallville Umfeld hervorgegangene “Dial Records” Sound und Blessings “Laid Records” Art Work – mittlerweile stilprägend ist, kommt nicht von ungefähr. Grafiken und Corporate Designs aus dem Maison Blessing kommen ungeheuer zeitgenössisch daher – wohl deshalb gerade weil sie so klassisch und elegant wirken. Typografien, Muster und Oberflächen stecken voller Bezüge und Querverweise. Anspielungen und historische Verweise schlummern hinter jeder Serife.

Referenzen

Maison Blessing Art Work / Design / Gestaltung
Dial Records, Dial Allnighter, Deal Records, Laid Records, Derivé Records, Smallville Allnighter.

Blessing DJ Sets
Club der Visionäre / Berlin, Berghain Kantine / Berlin, 103 Club / Berlin, Golden Pudel Club / Hamburg, Uebel & Gefährlich / Hamburg, Betalounge / Hamburg, Kubik / Hamburg, Fleetstreet / Hamburg, Atomino / Chemnitz, Versteck / Dortmund

In Love With Portrait von Christopher Helt

Blessing has the gift to sculpture the unsaid into sound and vision. Mutating thoughts and feelings into concrete contemplation. As a designer he seeks for the transition between music and images. Being a part of Dial Records he represents the versatility of the label founded by Peter M. Kersten and David Lieske. His sleeve-layout for the highly appreciated Dial sublabel Laid is a perfect example for expressing the identity of both label and featured artists like Rick Wade, Fred P, John Roberts and many more. Showcasing that all fields of expression, may it be sound, visuals or physical representation are in complete symbiosis within the Dial-Family.

Blessing is also a member of the Hamburg based label Smallville Records and can often be found in the eponymous record store, sharing his love for records and sympathy with customers, friends and other music lovers.

Not only for Dial and Smallville but also for labels like Laid, Deal, Hello?Repeat, Curle, Story, Dérive, Safer, Wordandsound and Present/Delsin he manages to visualize profiling sounds into deeply devoted artwork. His flyer-designs for the Dial Allnighter parties in clubs like the Panorama Bar and other venues all over the world are a true amendment to the events. His graphic invitations succeed to free house parties from of a regular club context and bending them softly into a fragile gathering of friends before they even take place.

As a DJ, Blessing won’t let himself capture by just one style. Words like deep, modern, soulful and honest and geographical installments like Detroit, Chicago and Hamburg are equally allowed adjectives to describe the musical selection of Blessing.

A club is one of the few places where you can leave the unspoken to be the only truth. Everything else will be settled by music, transferred through sound waves. And if the music in that situation is in the hands of a DJ like Blessing, you can be sure that you will leave the night nurtured and bespoken. Singled out by fate, quoted out of context. Blessed.

Maison Blessing Website
In Love With Website
Dial Records Website
Smallville Website

04.05.2010
von Olaf Bargheer

SunExpress Reisereportagen April 2010

SunExpress In der türkischen Süper Lig steht die Entscheidung um den Titel unmittelbar bevor: Fenerbahce, Galatasaray und Besiktas machen die Meisterschaft üblicherweise unter sich aus, in diesem Jahr aber bricht die Überraschungsmannschaft von Bursaspor in die Phalanx der Istanbuler Clubs ein. Die Underdogs stehen vier Spieltage vor Saisonende unbeeindruckt an der Tabellenspitze. Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk hat nach jahrelanger Suche durch einen Zufall ein altes, leerstehendes Haus für sein “Museum der Unschuld” aufgetrieben. Im Istanbuler Stadtteil Beyoglu ist nun zu beobachten, wie aus einer literarischen Fiktion eine ungeheuer liebevoll gestaltete Realität wird. Dazu geben die SunExpress Reisereportagen von April aufschlussreiche Einblicke in die Küche der türkischen Meyhanes und in die Produktion der aktuellen Folge von “Mordkommission Istanbul”.

[Reisetipp Türkei / Ressort Gegenwartskultur / Schwerpunkt Fußball]
Bursaspor – Die Überraschungsmannschaft der Saison 2009/2010 aus Bursa

Die Meisterschaft in der türkischen Süper Lig ist normalerweise eine Angelegenheit für die großen drei Vereine aus Istanbul: Fenerbahce, Galatasaray und Besiktas machen die Tabellenspitze seit 25 Jahren unter sich aus. Nur der Club aus Trabzon schaffte es ein paar Mal, den Titel vom Bosporus nach Anatolien zu entführen. Zum Ende der Saison 2009/2010 aber steht eine Überraschungsmannschaft an der Tabellenspitze: Bursaspor. Der Verein schafft es seit dem Frühjahr, die Clubs aus Istanbul auf Distanz zu halten. Und die ganze fußballverrückte Türkei fragt sich: Schaffen es die Underdogs aus Bursa tatsächlich, am 16. Mai, dem letzten Spieltag, den Meistertitel in Händen zu halten? demnächst weiterlesen auf SunExpress

[Reisetipp Türkei / Ressort Gegenwartskultur / Sparte Literatur]
Istanbul – Orhan Pamuks „Museum der Unschuld“ entsteht im Stadtteil Cukurcuma

„Das Museum der Unschuld“ (2006) ist einer von Orhan Pamuks bekanntesten und bezauberndsten Romanen. Istanbul ist darin weit mehr als eine Kulisse. Pamuks Heimatstadt am Bosporus durchdringt jede Zeile des Romans wie ein weiterer Akteur in der obsessiven Liebesgeschichte zwischen Kemal und Füsun. „Das Museum der Unschld“ ist also gleichzeitig ein Liebesroman und eine Liebeserklärung des Autors an sein Istanbul, das in unzähligen kleinen Vacetten und Details beschrieben wird. Das titelgebende fiktive Museum wird nun tatsächlich realisiert: Nach langer Suche fand Orhan Pamuk ein kleines Haus im Stadtteil Cukurcuma, in dem er nun, passend zur Kulturhaupstadt 2010, das Museum aus dem Roman Wirklichkeit werden lässt. demnächst weiterlesen auf SunExpress

[Reisetipp Türkei / Ressort Gegenwartskultur]
Meyhane – Die türkische Version von Wiener Kaffeehaus, Berliner Kneipe und Pariser Restaurant

Am authentischsten trinkt man seinen Raki in einer Meyhane – der traditionellen türkischen Kneipe. Denn ein Sprichwort sagt: Um die Mitmenschen gut kennenzulernen, geht man mit ihnen am besten auf eine Reise – oder gemeinsam trinken. Zum Glück wird in den Meyhanes zu den vielen alkoholischen Getränken ein wahres Feuerwerk an Leckereien gereicht. Die Tabletts voller „Meze“-Vorspeisen bilden eine gute Grundlage und sind mit das beste, was die gewürzreiche türkische Küche zu bieten hat. demnächst weiterlesen auf SunExpress

27.04.2010
von Olaf Bargheer