Buchrelease »tesla« Medienkunstlabor

Ein Basislager für Exploration, Recherche und gelassenen Austausch war das Berliner Medienkunstlabor tesla. Die Süddeutsche Zeitung nannte das 2007 abgeschlossene Projekt »eine Insel entspannter Ernsthaftigkeit.« Im Alexander Verlag ist nun eine 224 Seiten starke Dokumentation über die dreijährige Arbeit am »tesla« erschienen. Dazu gibt es eine CD von signal’s (Olaf Bender, Frank Bretschneider, Carsten Nicolai) »tesla« Produktion »The Wardenclyffe Project« 2006, die auch bei raster-noton downloaded werden kann.

»Künstlerische Praxis in den Medienwelten ist eine Angelegenheit der Verschwendung. Ihre privilegierten Orte sind nicht Paläste, sondern offene Laboratorien«, schreibt der Medienphilosoph Siegfried Zielinski. Das »tesla medien > kunst < labor« hatte einen Palast zum Laboratorium gemacht – drei Jahre lang war das Podewilssche Palais nahe dem Berliner Alexanderplatz zentraler Ort für mediale Künste.

Das Haus wurde zum offenen Treffpunkt für etablierte und junge Künstler. Es war Plattform für die Entwicklung von Produktionsprozessen, Kooperationen und Partnerschaften und bot einen Diskussionsraum für öffentliches Nachdenken und künstlerische Reflexion über Gegenwartskunst. In Forschungsprojekten und einem umfangreichen Residenzprogramm wurde die Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen alten und neuen, analogen und digitalen Medien untersucht und erörtert.

Das Buch dokumentiert die Arbeit des »medien > kunst < labors tesla« in den Jahren 2005 bis 2007. Es legt resümierende Überlegungen der beteiligten Kuratoren, Künstler und Begleiter vor und wird so zu einem Streifzug durch die Formen und Formate aktueller künstlerischer Praxis jenseits abgezirkelter Disziplinen und eingehegter Diskursfelder.

Mit dokumentierten Projekten von Sam Ashley, Sam Auinger & Hannes Strobl, Andres Bosshard, Paul Demarinis, Dumb Type, Jo Fabian, Frauke Havemann, Edwin van der Heide, Shelley Hirsch, Chris Kondek, Hans Peter Kuhn & Junko Wada, Ulf Langheinrich & Akemi Takeya, Lillevan & Zeitblom, NEUER TANZ/VA Wölfl, Carsten Nicolai, Martin Riches, Chris Salter, Jan Peter E.R. Sonntag, Pablo Ventura, Penelope Wehrli und vielen anderen.

Dr. Andreas Broeckmann ist Kunstwissenschaftler und Kurator. Er studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Medienwissenschaft in Bochum, Berlin und Norwich/UK. Tätigkeit am Rotterdamer Institut für instabile Medien, V2_Organisatie (1995-2000), Künstlerischer Leiter der »transmediale – Festival für Kunst und digitale Kultur« in Berlin (bis 2007), Mitglied der künstlerischen Leitung des »medien > kunst < labors tesla«. Seit 2009 Gründungsdirektor des U – Zentrum für Kunst und Kreativität in Dortmund. Mitglied des mikro e.V. für die Pflege von Medienkulturen in Berlin und Mitbegründer von Les Jardins des Pilotes.

Detlev Schneider ist Theater- und Kulturwissenschaftler und Kurator. Studium in Leipzig und Berlin, danach theaterpublizistische Tätigkeit, speziell über Szenografie und theatrale Grenzbereiche, Kuratierung von Ausstellungen, 1989 Mit-Initiator der Wiederbelebung des Festspielhauses Hellerau in Dresden, 1990 bis 2000 Vorsitzender von dessen internationaler Trägergesellschaft und bis 2002 künstlerischer Leiter. 2004 bis 2007 Mitglied der künstlerischen Leitung des »medien > kunst < labors tesla«. Derzeit Studien und Projekte zu den Schnittflächen von medialer Performance und Musiktheater. Lebt in Berlin.

Carsten Seiffarth studierte Orchestermusik, Musikwissenschaft und Soziologie in Weimar und Berlin. Seit 1991 kuratiert und produziert er Projekte im Bereich zeitgenössischer Musik, Klangkunst und Medienkunst im In- und Ausland. Von 2005 bis 2007 war er Mitglied der künstlerischen Leitung des »medien > kunst < labors tesla«.

Broeckmann, Andreas; Schneider, Detlev; Seiffarth, Carsten
tesla berlin. medien > kunst < labor

Alexander Verlag Berlin, 2010
224 Seiten, 210 Abbildungen
Fadenheftung, Hardcover
ISBN 978-3-89581-224-8
19,90 EUR

03.09.2010
von scoop think tank

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